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Freitag, 15. März 2019 Drucken

Kaiserslautern

Ultras gehen Littig an

Protestaktion gegen das FCK-Aufsichtsratsmitglied auf der Westtribüne

Von Hans-Joachim Redzimski

Nacheinander wurden diese drei Transparente auf der Westtribüne des Fritz-Walter-Stadions ausgerollt.

Nacheinander wurden diese drei Transparente auf der Westtribüne des Fritz-Walter-Stadions ausgerollt. (Fotos: Hilmes)

(Fotos: Hilmes)

(Fotos: Hilmes)

FCK-Aufsichtsratsmitglied Michael Littig war am Mittwochabend Gegenstand einer Protestaktion der Ultras auf der Westtribüne im Fritz-Walter-Stadion. Während des Spiels der Dritten Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig (0:0) entfalteten sie drei Spruchbänder.

„Keine Aufweichung des 4-Säulen-Modells“, „Kein Schnellschuss beim Investor“ und „Littig, kümmer dich um deinen Scheiß“ stand auf den drei Transparenten zu lesen, die nacheinander an der Bande ausgebreitet worden waren.

Michael Littig war in die Kritik wegen seiner Kontakte mit dem russischen Sport-Investor Michail Ponomarew geraten. Dem Investor beim KFC Uerdingen war nachgesagt worden, Interesse an einem Einstieg beim 1. FC Kaiserslautern zu haben. Ponomarew hatte sein Interesse, am Betzenberg zu investieren, dementiert, nachdem sein Name als möglicher Investor öffentlich wurde.

Der 1. FCK entlastete Littig von dem Vorwurf, hinter dem Rücken des Vereins Verhandlungen mit möglichen Investoren geführt zu haben. „Soweit es Kontakte zu möglichen Investoren gegeben hat, erfolgten diese in Abstimmung mit dem Verein“, verlautbarte der 1. FCK auf seiner Homepage.

Littig reagierte gestern gegenüber der RHEINPFALZ auf die Protestaktion im Stadion. Er stellte fest, dass er die Ziele des Vier-Säulen-Modells vollumfänglich unterstütze, insbesondere weil es Fans und Mitgliedern die Chance biete, sich an der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA finanziell zu beteiligen. In die Kapitalgesellschaft ist der Profifußball durch Beschluss der Mitglieder ausgelagert worden.

Das Vier-Säulen-Modell wurde im Juni vergangenen Jahres als Möglichkeit geschaffen, Eigenkapital für den wirtschaftlich schwer angeschlagenen Verein einzusammeln. Die vier Säulen geben Fans, regionalen Unternehmen, stillen Gesellschaftern und Großinvestoren die Möglichkeit, sich finanziell im Verein einzubringen.

Das FCK-Aufsichtsratsmitglied betonte gestern auch, dass es mit ihm keinen Schnellschuss bei einem Ankerinvestor geben werde. Spontane Entscheidungen seien selten die besten.

Persönlich reagierte Littig sehr zurückhaltend auf die Protestaktion der Ultras. „Viele meiner Bekannten hat das richtig geärgert. Die Aktion hatte einen Überraschungseffekt für mich. Ich habe damit nicht gerechnet. Natürlich bringt sie mich zum Nachdenken“, erklärte Littig.