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Dienstag, 17. September 2013 Drucken

Kindernachrichten

Runjaic übernimmt heute beim FCK das Traineramt

Ein kluger Analytiker und Spielerversteher

Vom Tellerwäscher zum Millionär - das kennt man aus dem Kino. Aus der Kreisklasse in die Bundesliga - das hat man eher selten: Kosta Runjaic, der heute als Trainer des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern vorgestellt wird, kann dieses Fußball-Märchen schreiben. Als Trainer ist der heute 42-Jährige in Rüsselsheim in der A-Klasse gestartet. Und wurde Meister.

Schon damals in Rüsselsheim, erinnert sich ein guter Bekannter, hatte der am 4. Juni 1971 in Wien geborene Runjaic ein Ziel, einen Traum: Bundesliga-Trainer. Mit seinen aus dem ehemaligen Jugoslawien stammenden Eltern kam Runjaic nach Rüsselsheim, machte dort sein Abitur. Seine Laufbahn als Fußballer bei Türk Gücü Rüsselsheim, SV 07 Raunheim und FSV Frankfurt - überschaubar. Die Erkenntnis, es wäre mehr möglich gewesen, ließ im jungen Runjaic die Überzeugung wachsen, Trainer werden zu wollen. Er wurde es. Er ist es. Er ist im Vorhof zur Bundesliga angekommen. Erst Duisburg, jetzt Lautern.

2004 ist Runjaic erstmals zum 1. FC Kaiserslautern gekommen. Er arbeitet als Co-Trainer von Hans Werner Moser bei der zweiten Mannschaft. Dort lässt Oliver Schäfer, der ab heute Runjaics Assistent ist, gerade seine Spielerkarriere ausklingen. Nach zwei Jahren wird Runjaic U19-Coach beim SV Wehen Wiesbaden. Die Beförderung zum Trainer der zweiten Garnitur lohnt sich für beide Seiten: Die ”Zweite” wird Meister der Oberliga, steigt in die Regionalliga auf. Ein Engagement Runjaics als Co-Trainer von Jürgen Kohler, dann Petrik Sander beim Drittligisten VfR Aalen schließt sich an. 2010 folgt der ehrgeizige Trainer dem Notruf der geknickten ”Lilien”: Am Böllenfalltor wird er als Retter des SV Darmstdat 98 gefeiert, der Klassenerhalt in der Regionalliga gilt als kleines Wunder. Ein Jahr später führt Runjaic die ”Lilien” sensationell in die Dritte Liga. Er nutzt die Ausstiegsklausel und wird nach vier Spieltagen Coach des punktlosen MSV Duisburg. Sein erstes Spiel als Zweitliga-Trainer erlebt Runjaic am 16. September 2012 auf dem Betzenberg: Die ”Zebras” gefallen, verlieren aber dennoch 1:2 - das Siegtor schießt Mimoun Azaouagh. Am Ende der Saison haben die Duisburger die Klasse gehalten. Runjaic wird als Retter gefeiert, aber der Dilettantismus der MSV-Führung kostet den Klub die Lizenz. Runjaic verlässt die ”Zebras” schweren Herzens. In Duisburg hatte sich Runjaic als kluger Taktiker einen sehr guten Namen gemacht. ”Für den MSV war er ein idealer Trainer. Er beeindruckte mit erstklassiger Menschenführung. Er hat das Optimum aus diesem Kader herausgeholt”, attestiert der Journalist Roland Leroi.

Kosta Runjaic, verheiratet, drei Kinder, war auf dem Weg zum Profi-Trainer kein Weg zu weit. Er war stets bestrebt zu lernen. Beispielsweise auch bei einem Praktikum beim FC Barcelona. Frank Rijkard war damals dort der Trainer. Der Praktikant aus Deutschland fiel auf - als kluger Analytiker, als einer, der mehr sah als andere. Einer, der Spiele auch zwischen den Zeilen zu lesen versteht.

”Kosta hat es immer geschafft, gleich welche Mannschaft er trainierte, die Spieler auf seine Seite zu bekommen. Sie waren immer bereit, für ihn zu kämpfen. Egal wo, er ist ein Trainer, der bei allen seinen Mannschaften sehr gut angekommen ist. Es gibt kaum einen Spieler, der etwas Negatives über ihn sagen würde”, weiß ein langjähriger Wegbegleiter des heute 42-Jährigen.

Runjaic gilt als erstklassig vernetzt, als lebendes Fußball-Lexikon, arbeitete zuletzt als Experte beim Fernsehen. Er ist ein Trainer, der seine Mannschaft gerne die Aufgaben spielerisch lösen sieht. Er fiel schon in seinen frühen Jahren durch moderne, abwechslungsreiche Trainingsmethodik auf.

Die Retter-Mission beim MSV Duisburg hat er bravourös gemeistert. Der FCK will zurück in die Bundesliga. Das ist auch das nächste Etappenziel des Kosta Runjaic. Sein Vertrag beim FCK läuft bis 2015. Heute übernimmt er. Um 11.30 Uhr ist Pressekonferenz. Um 15.30 Uhr leitet Runjaic erstmals das Training der Roten Teufel.