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Donnerstag, 18. Januar 2018 - 07:06 Uhr Drucken

Pfalz-Ticker

Rheinland-Pfalz: Sturmtief „Friederike“ bremst Züge aus

Wegen des Sturmtiefs „Friederike“ fahren am Donnerstag die Züge in der Pfalz langsamer. Symbolfoto: dpa

Wegen des Sturmtiefs „Friederike“ fahren am Donnerstag die Züge in der Pfalz langsamer. Symbolfoto: dpa

Das Tief „Friederike“ hat mit Sturm- und Orkanböen in Rheinland-Pfalz den Verkehr auf Schienen und Straßen durcheinandergewirbelt. In vielen Teilen des Landes knickten am Donnerstag Bäume um, Verletzte gab es nach Polizeiangaben aber nicht.

Bahn stellt Fahrten ein

 

Bei der Bahn wurde zunächst  das Tempo gedrosselt, im Verlauf des Tages wurde der Verkehr auf den Strecken Mönchengladbach-Koblenz, Wesel-Koblenz, Koblenz-Köln, Mayen Ost-Kaisersesch und Koblenz-Limburg sowie der Schnellstrecke Köln-Frankfurt eingestellt. Später stoppte die Bahn gar den gesamten Fernverkehr im Land.

 

Wann die Sperrungen in Rheinland-Pfalz aufgehoben werden, war zunächst unklar. Erst müsse geklärt werden, ob Reparaturen nötig seien, sagte eine Bahnsprecherin. Auf mehreren Strecken kam es zu Verspätungen - etwa von Pirmasens nach Saarbrücken, Kaiserslautern und Landau sowie von Kaiserslautern nach Bingen und von Landstuhl nach Kusel.

Kritik von Pro Bahn

 

Wegen eines Baumes auf den Schienen mussten Reisende zwischen Kaiserslautern und Olsbrücken sowie zwischen Saarburg und Merzig (Saarland) auf Busse umsteigen. Der Fahrgast-Verband Pro Bahn kritisierte die Streckensperrungen in Nordrhein-Westfalen und Teilen von Rheinland-Pfalz. „Das ist dort gerechtfertigt, wo eine Gefährdung zu erwarten ist, etwa in Wäldern“, sagte der Ehrenvorsitzende des Verbandes, Karl-Peter Naumann, dem Südwestrundfunk. Er schlug vor, die Strecken nach Gefährdung zu sortieren und einen Notfallplan zu erstellen.

 

Auch den Straßenverkehr hatte „Friederike“ im Griff. Feuerwehren und Straßenmeistereien waren im Dauereinsatz. Die Autobahn 61 wurde nach Polizeiangaben vorübergehend zwischen dem Kreuz Koblenz und der Anschlussstelle Boppard wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Auf der A48 kam es zu Behinderungen durch entwurzelte Bäume.

Dachziegel fallen neben Schulbus

 

Fallende Dachziegel schlugen neben der Eingangstür eines Schulbusses ein, als der durch Schellweiler (Kreis Kusel) fuhr. Die Kinder wurden nicht verletzt, weil sie hinten im Bus waren. Auf der Landesstraße 88 zwischen Niederzissen und Rodder im Kreis Ahrweiler bremsten umgestürzte Bäume den Verkehr zeitweise komplett aus. In Kaiserslautern beschädigten herabfallende Dachziegel mehrere geparkte Fahrzeuge.

 

Bei Fischbach nahe Kaiserslautern fuhr ein Autofahrer auf der Bundesstraße 48 über einen umgekippten Baum. Er kam mit dem Schrecken davon. Ein Ast krachte zwischen Reiffelbach und Gangloff (Kreis Bad Kreuznach) auf die Windschutzscheibe eines Autos. Die Scheibe zersprang, der Fahrer blieb unverletzt.

 

In Mainz ließ der Orkan einen Baum auf ein Haus stürzen, aber zu dem Zeitpunkt war niemand im Gebäude. In Sinzig (Kreis Ahrweiler) kippte ein Baum auf ein Haus und drohte abzurutschen, das Dach wurde dabei beschädigt. In Engelstadt (Kreis Mainz-Bingen) löste sich der Giebel eines Hauses, Teile fielen auf ein Fahrzeug. Ein Strommast brach in Hennweiler (Kreis Bad Kreuznach) ab und wurde nur noch von den Leitungen gehalten. Niemand wurde verletzt.

Kaum Probleme am Hahn

 

Wenig Probleme bereitete das Wetter dem Hunsrück-Flughafen Hahn. Ein Flug sei nach Frankfurt umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin. „Ansonsten ist alles planmäßig gelaufen.“

 

Auf den Schulunterricht im Land wirkte sich das Wetter nicht aus. Es seien keine Ausfälle gemeldet worden, teilte eine Sprecherin des Bildungsministerium in Mainz mit. Auch im Saarland gab es nach Ministeriumsangaben keine wetterbedingten Schulausfälle.

 

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach rechnet für diesen Freitag nur noch vereinzelt mit starken Böen in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Im Laufe des Tages soll es schauern, teils bis in die tiefen Lagen schneien. Das Hochwassermeldezentrum in Mainz geht davon aus, dass die Wasserstände im Rhein wieder steigen.

Baum trifft Streifenwagen

 

Glück im Unglück hatte ein Polizist bei Hövels im Westerwald. Direkt hinter seinem Streifenwagen krachte ein Baum auf die B62. „Der Streifenwagen wurde von der Baumkrone vollständig getroffen und darunter begraben“, teilte die Polizei mit. Der Ordnungshüter im Inneren blieb unverletzt und konnte sich befreien.

 

Entspannt war die Lage im Saarland. Bis zum Nachmittag registrierte die Lage- und Führungszentrale rund 20 Vorfälle wie umgeknickte Bäume und aus einer Mauer losgelöste Steine. Menschen seien nicht zu Schaden gekommen, sagte ein Sprecher. „Für das Saarland war das alles nicht so dramatisch.“ Allerdings müsse wieder mit Hochwasser an der Saar gerechnet werden. |lrs

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