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Dienstag, 12. Januar 2016 Drucken

Kreis Südliche Weinstrasse

Reicht es in Mainz für eine Skatrunde?

Pirmasens/Annweiler: Im neu zugeschnittenen Wahlkreis 48 bewerben sich sechs Kandidaten um einen Sitz im Landtag. Thomas Weiner ist über die CDU-Landesliste abgesichert. Realistische Chancen haben aber auch Edeltraut Buser-Hussong (SPD) und Steven Wink (FDP). Diesmal stimmen die Annweilerer Bürger mit ab.

Am 13. März wird ein neuer Landtag gewählt: Bis zu vier Bewerber aus Pirmasens haben Chancen auf einen Sitz. Erstmals gehen die Annweilerer für diesen Wahlkreis an die Urne. ( Archivfoto: Schäfer)

T. Weiner ( Archivfoto: Schäfer)

Buser-Hussong ( Archivfoto: Schäfer)

Buser-Hussong ( Archivfoto: Schäfer)

Buser-Hussong ( Archivfoto: Schäfer)

Buser-Hussong ( Archivfoto: Schäfer)

Buser-Hussong ( Archivfoto: Schäfer)

CDU: Platzhirsch ist Thomas Weiner. Der CDU-Politiker ist seit 1996 im Landtag und derzeit einziger Vertreter des Wahlkreises Pirmasens in Mainz. Aber, glaubt Weiner, nicht mehr lang. „Frau Buser-Hussong sehe ich aufgrund ihres guten Listenplatzes im kommenden Landtag“, meint er. Der Partei „Die Linke“ fehle es derzeit an einem landesweit bekannten Spitzenkandidaten, er glaube nicht, dass die Linkspartei in den Landtag kommt. Die FDP hingegen sei im Aufwärtstrend und „kratzt an der Fünf-Prozent-Hürde“. Springt sie drüber, käme der Pirmasenser FDP-Politiker Steven Wink ebenfalls in den Landtag. „Daher lautet mein Tipp, dass der Wahlkreis nach dem 13. März drei Abgeordnete haben wird“, sagt Weiner. Ob mehr Abgeordnetenmandate im Landtag für die Region nützlich sind, hänge ganz entschieden davon ab, ob alle in eine Richtung ziehen, wenn es zum Beispiel um Themen wie den B-10-Ausbau geht, sagt Weiner. Motivationsprobleme wegen seines sicheren Listenplatzes sieht Weiner im Wahlkampf nicht. „Auch bei vorangegangenen Wahlen hatte ich gute Listenplätze. Für mich war dies nie der Anlass zum Ausruhen, sondern die Motivation, mich besonders anzustrengen.“ Je besser das Abschneiden im Wahlkreis, desto größer sei das politische Gewicht in der Fraktion.

SPD: „Meine Platzierung auf Platz 33 der Landesliste ist eine hervorragende Ausgangsbasis, tatsächlich im März in den Landtag einzuziehen“, sagt Edeltraut Buser-Hussong. Maßgeblich hierfür sei allerdings ein gutes Abschneiden der SPD. „Mein Ziel ist aber vorrangig ein so gutes Abschneiden als Kandidatin, dass ich als direkt gewählte Wahlkreisabgeordnete die Interessen der Menschen unserer Region in Mainz vertreten kann“, sagt sie. Sie kämpfe dabei nicht gegen ihre Mitbewerber, sondern für ihre Überzeugungen.

FDP: Wenn die FDP am 13. März wieder in den Landtag gewählt wird, hat die Region einen neuen Abgeordneten im Mainzer Parlament: Steven Wink. Der 31-Jährige steht auf Listenplatz fünf der Liberalen. Und das kam so: Wink ist Landesvorsitzender der Jungen Liberalen, die „Julis“ wählten ihn zu ihrem Spitzenkandidaten und rangen ihrer Parteiführung für eben diesen Spitzenkandidat Platz fünf der Landesliste ab. Jetzt muss die FDP nur noch die Fünf-Prozent-Hürde meistern. Wink ist optimistisch. „Die Position der FDP ist besser als noch vor zwei Jahren“, sagt er. In einzelnen Gespräche oder an Infoständen glaubt er den Aufwind zu spüren, in dem sich die Liberalen befinden. Und wenn’s so kommt, wenn es die FDP packt und er Landtagsabgeordneter wird? „Ich habe mir vorgenommen, nicht die berufliche Basis zu verlieren“, sagt er. Auch als Abgeordneter will er nicht ganz weg von seiner Arbeit in Pirmasens. Wink ist seit Mai 2015 Assistent der Geschäftsführung bei einer Schuhfabrik in Pirmasens, zudem hat er nebenberuflich das eine oder andere Eisen im Feuer.

Grüne: Ohne Chance, das Direktmandat im Wahlkreis 48 zu gewinnen, geht die Grüne Barbara Metzger ins Rennen. „Es ist wichtig, Farbe zu bekennen“ und zu „brennenden Themen“ wie Flüchtlinge und Asylrecht Stellung zu beziehen, begründete die Frau aus Rodalben ihre Kandidatur.

Linke: Chancenlos ist auch Frank Eschrich. Der Linke steht nicht auf der Liste seiner Partei, kandidiert allerdings als Direktkandidat, wohl wissend, dass es für Mainz nicht reichen wird. Aber „ich gebe der Partei ein Gesicht“, sagt Eschrich. Die Leute wollen im Wahlkampf „eine Person sehen“, sagt er. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Eschrichs Lebensgefährtin Brigitte Freihold, zusammen mit Eschrich Vorsitzende des Stadtverbands der Pirmasenser Linken, steht auf Platz drei der Landesliste ihrer Partei und wäre im Landtag, wenn die Linke in Rheinland-Pfalz die Fünf-Prozent-Hürde knackt. Freihold geht auch – wenngleich chancenlos – als Direktkandidatin ins Rennen, allerdings im Wahlkreis 47 Pirmasens Land, zu dem auch die Verbandsgemeinde Hauenstein gehört. Das sei mit den wenigen Parteifreunden im Landkreis so abgesprochen, sagt Eschrich. „Dass ich den Wahlkreis nicht gewinne, ist klar“, sagt Freihold. Aber über die Landesliste rechnet sie sich schon eine Chance aus. „Die Linke ist so schlecht nicht aufgestellt“, glaubt sie.

NPD: Sechster Direktkandidat ist Markus Walter (NPD). (pr/Archivfotos: Seebald 2, Buchholz 2, privat 2)