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Montag, 11. April 2016 Drucken

Landau

Pflück dir was

Noch blühen hier Blümchen, die irgendjemand in die Kisten gesetzt hat. Schon bald müssen sie Platz machen – für Zucchini, Dill und Co. ( Foto: van)

Urban Gardening liegt voll im Trend. Beim städtischen Gärtnern werden Gemüse, Obst und Kräuter im öffentlichen Raum gepflanzt und gepflegt. Jetzt gibt’s so ein Projekt auch in Landau. Jeder darf beim Ackern in der Stadt mitmachen – oder einfach nur naschen.

Sechs Holzkisten stehen seit ein paar Tagen am Heinrich-Heine-Platz in Landau, auf der Grüntreppe direkt an der Queich. Rund 50 Meter weiter wurden fünf weitere Kisten hingestellt, auf den Gehweg an der Ostbahnstraße. Den meisten Südpfälzern dürften die Kisten bekannt vorkommen: Es sind jene mit der Aufschrift „Wein schenkt Freude“, die im vergangenen Jahr während der Landesgartenschau an jeder Ecke in Landau zu sehen waren. Noch sind die Kisten nur mit Erde befüllt – bis auf einige Exemplare, aus denen bereits etwas wächst. „Irgendjemand hat da bereits was reingepflanzt“, berichtet der Landauer Dennis Körper. Einfach so. Doch schon bald müssen die farbenprächtigen Blümchen weichen – dem Projekt Urban Gardening.

Dennis Körper ist Vorstandsmitglied des Vereins „Leben mittels Lebensmitteln“, der über die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen des Lebensmittelkonsums informieren möchte. Der zurzeit 14 Mitglieder starke Verein aus Landau, 2012 gegründet, hat sich mit der Gruppe „Urban Gardening“ von der Uni zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie nun dafür sorgen, dass Landau grüner wird – durch Urban Gardening, also städtischen Gartenbau. So sagt man dazu, wenn Menschen auf Dächern, Grünstreifen oder in Kisten Möhrchen ziehen und Blümchen züchten.

„Es geht darum, den Anbau von Nutzpflanzen zurück in die Stadt zu bringen“, erläutert der 34-jährige Körper das Konzept. Durch die Integration von Nutzpflanzen in das städtische Grün soll die Lebensmittelproduktion wieder mehr ins Blickfeld der Stadtbewohner gerückt werden.

Man habe sich getroffen, ein Konzept erarbeitet, über Standorte nachgedacht und mit der Stadt darüber geredet. Das Umweltamt erklärte sich bereit, die Weinkisten-Blumenkübel zur Verfügung zu stellen und mit Erde aufzufüllen. Umweltdezernent Rudi Klemm (FWG) freut sich. Er hofft, dass mit dem Projekt das Bewusstsein für regional produziertes, gesundes Obst und Gemüse geschärft werde.

Gurken, Tomaten, Zucchini, Erdbeeren, Koriander, Dill, Petersilie – das alles soll schon bald in den Kisten an der Stadtbibliothek wachsen. Und laut Körper dürfen sich alle bedienen, also auch Nichtmitglieder. Am kommenden Samstag fällt der Startschuss. „Dann werden die ersten Pflanzen gesetzt“, kündigt Körper an. Doch nur bei den Kisten soll’s nicht bleiben: Im benachbarten Ostpark kommt Ende Mai noch ein zwölf Quadratmeter großes Urban-Gardening-Beet hinzu, unter anderem für Brokkoli und Blumenkohl. Jeden Samstag, so der Plan, wollen sich die Mitglieder der Projektgemeinschaft dann vor Ort treffen, gerne auch mit anderen Hobbygärtnern. „Wir suchen noch Leute, die mitmachen möchten.“

Auch in den „Gärten der Pfalz“ wird im Gemüsegarten, während der Gartenschau mit einjährigem Gemüse bestückt, wieder Essbares gepflanzt. Mit dauerhaftem Gemüse, Kräutern, Beerensträuchern und Obstbüschen wird laut Stadtverwaltung eine pflegearme Permakultur geschaffen. „Damit lebt der Gemüsegarten weiter“, freut sich Sabine Klein von der Grünflächenabteilung der Stadt, „es entsteht ein Naschgarten für jedermann.“ (kjp)

 

Info

—Start des Urban-Gardening-Projekts am Samstag, 16. April, 11 Uhr, am Heinrich-Heine-Platz (Stadtbibliothek) in Landau.

—Weitere Infos bei Dennis Körper unter Telefon 06341 676345 oder per E-Mail an leben-mittels-lebensmitteln@web.de.