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Montag, 29. August 2016 Drucken

Neustadt

Notlandung im Wingert

Das abgestürzte Flugzeug kurz vor dem Abtransport zur Straßenmeisterei. ( Foto: Linzmeier-Mehn)

Ein Dornier-Flugzeug musste am Samstagnachmittag nach Motoraussetzern zwischen Diedesfeld und Maikammer auf einem Feldweg westlich der Landesstraße 516 notlanden. Ein schwer verletzter Passagier schwebt nicht in Lebensgefahr.

Samstag, 16.26 Uhr. Ein Kleinflugzeug dreht über Diedesfeld und macht merkwürdige Geräusche – der Motor der Propellermaschine setzt aus, wie Augen- und Ohrenzeugen berichten. Vermutlich wollte der 44-jährige Pilot ursprünglich auf dem naheliegenden Flugplatz in Lachen-Speyerdorf noch notlanden. Doch dazu kommt es nicht mehr. Er wählt einen Feldweg zwischen zwei Wingerten, dabei bleibt er aber mit einer Tragfläche an einem Baum hängen. Teile der Tragfläche brechen ab. Die Maschine dreht sich und bleibt in einem Bewässerungsgraben liegen.

Als wenige Minuten später die Rettungskräfte eintreffen, haben sich die fünf Insassen bereits selbst aus dem demolierten Flugzeug befreit. Der Pilot und drei Passagiere haben nur leichte Verletzungen. Ein Passagier ist schwer verletzt, aber nicht lebensgefährlich. Alle Insassen wurden auf die Krankenhäuser in Neustadt und Landau verteilt. Die vier leicht verletzten Personen hatten die Krankenhäuser gestern schon wieder verlassen.

Die Dornier-Maschine war in Speyer zum Rundflug über die Pfalz gestartet. Auf dem dortigen Flugplatz fand am Wochenende die Veranstaltung Airliner Classics statt. Bei der abgestürzten Maschine handelt es sich aber nicht um ein historisches Flugzeug. Nach Angaben eines Flugplatzsprechers gab es bei dem Rundflug keine Verbindung mit dem Flughafenfest. Bereits am Donnerstag war beim Landeanflug auf Speyer eine Oldtimer-Maschine abgestürzt. Dabei kam der 44-jährige Pilot ums Leben (wir berichteten).

Bernd Kaiser, der Sprecher der Neustadter Feuerwehr, berichtete, dass er am Samstag schon kurz geschockt war, als er auf seinem Melder die Nachricht las: „Flugzeug bei Diedesfeld abgestürzt.“ Bei Polizei und Feuerwehr waren eine Vielzahl von Notrufen eingegangen. Die Feuerwehr war mit 50 Einsatzkräften und zwölf Fahrzeugen im Einsatz. Sie pumpte als erstes den noch vorhandenen Treibstoff aus den Tragflächen. „Es ist kein Kraftstoff ins Erdreich geflossen“, erklärte Kaiser gestern.

Die Bergung der Maschine übernahm das Technische Hilfswerk. Sie wurde mit einem Kran auf einen Tieflader gehoben und auf das Gelände der Straßenmeisterei in der Landauer Straße gebracht. Dort wird sie heute von Experten des Luftfahrtbundesamtes untersucht. Zur Unfallursache gab es gestern keine Informationen. Auch Mitarbeiter des Flugplatzes Speyer waren am Samstag nach Diedesfeld geeilt.

Die Landesstraße 516 war zwischen dem Hambacher Kreuz und Maikammer bis 19.30 Uhr voll gesperrt.

|wkr

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