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Dienstag, 31. Juli 2018 Drucken

Sport

Munteres Gesichterraten

Von Oliver Wehner

Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp (links) und MVV-Vorstandschef Georg Müller mit den Trikots für die Saison 2018/2019. Links das Heimjersey, in der Mitte das weiße Auswärtsleibchen und rechts das alternative Trikot.

Adler-Geschäftsführer Daniel Hopp (links) und MVV-Vorstandschef Georg Müller mit den Trikots für die Saison 2018/2019. Links das Heimjersey, in der Mitte das weiße Auswärtsleibchen und rechts das alternative Trikot. ( Foto: KUNZ)

Das neue – aus gemeinsamen Wolfsburger Zeiten eingespielte – Mannheimer Trainerduo: Pavel Gross (links) und Mike Pellegrims.

Das neue – aus gemeinsamen Wolfsburger Zeiten eingespielte – Mannheimer Trainerduo: Pavel Gross (links) und Mike Pellegrims. ( Foto: KUNZ)

Mit vielen Neuzugängen starteten die Adler Mannheim gestern in ihre Vorbereitung auf die kommende Saison.

«Mannheim.»Vor zehn Tagen saß Luke Adam noch mittags im Abflug-Gate des Londoner Flughafens Heathrow T5. Nicht genervt, nur müde: Sein nächtlicher Flug aus seiner kanadischen Heimat St. John hatte zwei Stunden Verspätung gehabt, so verpasste er auch seinen Anschlussflug in London, und die nächste Maschine nach Frankfurt hob dann noch eineinhalb Stunden später als geplant ab. Die Rückkehr aus dem Sommerurlaub kann also beschwerlich sein, doch schon im Gate sagte der Stürmer: „Ich freue mich auf nächste Saison, es wird vieles neu sein – sehr aufregend.“

Gestern bestätigte sich das beim ersten Eistraining – Adam hatte seinen Jetlag da längst überwunden. Was auch für Neuzugang Ben Smith galt, der erst am Donnerstag eingetroffen war. Aus gutem Grund. „Ich hatte einen sehr kurzen Sommer“, befand der Stürmer, der mit den Toronto Marlies bis Mitte Juni (!) noch um den Calder-Cup-Titel in der AHL spielte – und ihn auch gewann. „Ich habe versucht, etwas abzuschalten. Aber ich habe ja auch noch geheiratet“, verriet der Amerikaner lachend.

Der 30-Jährige war gestern einer von elf Neuzugängen, die dem eigenen „Stall“ entstammenden Förderlizenzler wie Pierre Preto oder Moritz Seider gar nicht eingerechnet. Das Gesichterraten war für die über 300 Fans in der kühlen Nebenhalle der SAP-Arena also diesmal eine besondere Herausforderung. „Viel, viel, neu; viel, viel anders. Es fühlt sich wie ein richtiger Neustart an“, betonte Marcus Kink, der die WM im Mai wegen eines Innenbandanrisses verpasste und in den vergangenen acht Jahren der Kapitän der Adler war. Ob er’s bleibt? „Früher oder später werden wir das entscheiden“, sagte der neue Cheftrainer Pavel Gross. Auf ihn sowie seine Assistenzcoach Mike Pellegrims und Pertti Hasanen waren natürlich viele Augen gerichtet

25 Feldspieler und drei Torhüter standen zum Trainingsauftakt auf dem Eis. Verteidiger Denis Reul befindet sich nach erneuter Fuß-Operation noch in der Reha, Stürmer Marcel Goc plagt eine Sommergrippe. „Die Jungs sind voller Erwartung. Sie wissen ja nicht, was die Coaches fordern“, beschwor auch Pavel Gross den Zauber dieses Anfangs. Vom „größten Umbruch der Vereinsgeschichte“ sprach gestern Klubchef Daniel Hopp.

Obwohl er Deutscher ist, muss sich Markus Eisenschmid erst wieder an die Maße der größeren Eisfläche hierzulande gewöhnen. Denn die vergangenen fünf Jahre verbrachte der Stürmer in Nordamerika. Früh wagte der heute 23-Jährige aus Kaufbeuren den Sprung in die Western Hockey League, eine renommierte Talentschmiede. Er landete in der AHL, sogar die Montreal Canadiens nahmen ihn unter Vertrag. Der Traum von der NHL erfüllte sich noch nicht, doch Eisenschmid sieht keinen Grund, ihn zu den Akten legen. „Ich bin noch jung, will mich hier etablieren, weiterentwickeln und für die NHL empfehlen“, sagt er frei heraus – immer mit dem Hinweis, dass er mächtig stolz darauf ist, seinen Neustart in Deutschland bei einem Klub wie den Adlern bestreiten zu dürfen: „Ich wollte einen anderen Weg einschlagen und habe mir dafür in Europa einige Teams angeschaut.“ Seinen Plan befördert hat sicher die überraschende WM-Nominierung durch Bundestrainer Marco Sturm. „Aber ich war schon vorher mit Mannheim in Kontakt“, betont er.

Was beweist, dass die Adler auch nach der Trennung von Sportmanager Teal Fowler im Dezember 2017 und vor der offiziellen Amtsübernahme von Jan-Axel Alavaara am 1. Juli auch dank des Netzwerks von Sportdirektor Marcus Kuhl voll handlungsfähig waren. Letzterem dankte Daniel Hopp gestern ausdrücklich. Und Alavaara betonte im RHEINPFALZ-Gespräch: „Wir haben alle Spieler bekommen, die wir wollten.“ Charakter und Arbeitseinstellung seien die ersten Einstellungskriterien gewesen.

Die Adler kalkulieren laut Geschäftsführer Matthias Binder mit 10.500 Zuschauern pro Heimspiel, 6600 Dauerkarten sind bisher verkauft. Etatzahlen nennt der Klub wie üblich nicht. Neugestaltet wurde der Kabinentrakt der SAP-Arena. Einwurf

 

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