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Freitag, 23. Januar 2015 Drucken

Bad Dürkheim

Mit Kreisel und Mischkanal

Kaiserslauterer Straße wird zum Ausbau ab Februar gutes halbes Jahr gesperrt

Verengte Fahrbahn, verschiedenes Pflaster, gleiche Rechte für Fußgänger und Autofahrer: der geplante Ausbau der Kaiserslauterer Straße. ( Foto: Stadt )

Die beiden umfangreichsten Projekte in Bad Dürkheim in diesem Jahr werden die Erweiterung des Kurparks jenseits des Gradierbaus und die altstadtgerechte Sanierung der Kaiserslauterer Straße in der Innenstadt sein. In der Summe wird die Stadt 2015 rund 6,7 Millionen Euro in insgesamt 80 Vorhaben und Maßnahmen investieren. Dies kündigte Bürgermeister Wolfgang Lutz beim Neujahrsempfang am Mittwochabend in der Salierhalle an.

 

Die Straße werde zwar ihre wichtige Verkehrsbedeutung als kürzeste West-Süd-Verbindung behalten, soll aber durch den Umbau mehr Sicherheit bieten durch „echte Fußgängerwege, die der Autofahrer zu akzeptieren hat“, so Lutz. Durch eine Verschmälerung der Fahrbahn, mehrfachen Wechsel des Belags und eine bewusst angelegte Engstelle soll die Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs spürbar gebremst werden. „Zur besonderen Freude der Besitzerin bleibt der Poller an Dürkheims ältestem Haus bestehen“, warf der Bürgermeister ein.

Mit der Straße soll zugleich der völlig marode Abwasserkanal saniert werden. Dabei soll das Problem, dass er in bis zu sechs Metern Tiefe und in einem engen Straßenprofil verläuft, auf nicht alltägliche, aber einfache Weise gelöst werden: Der alte Mischwasserkanal bleibt im Boden liegen und wird verdämmt, zwei neue Rohrleitungen im Trennsystem werden in zwei bis drei Metern Tiefe drübergeführt. Damit könne nicht zuletzt die Bauzeit von mehr als einem Jahr auf ein gutes halbes verkürzt werden: von Februar bis August. Allerdings wird die Kaiserslauterer Straße zwischen Dürkheimer Haus und Drei Mühlen in dieser Zeit komplett gesperrt.

Die riesig dimensionierte Zumstein-Kreuzung am westlichen Ende des Straßenabschnitts passt nach den Lutz’ Worten nicht (mehr) in die Stadt, die B 37 verglich er mit einer Schnellbahntrasse. Tatsächlich sei die Fläche so groß, dass man dort einen Kreisel anlegen könnte – als neues Entree zur Stadt und als Verkehrsbremse zugleich. „Nur durch den Kreisel wird die B37 dort wieder ins Stadtbild integriert“ – und Bad Dürkheim habe weitere vier Ampeln weniger. Es wäre nach dem Wurstmarktkreisel und denen in Leistadt und Ungstein der vierte Kreisverkehr in Lutz’ Amtszeit – „einer schöner als der andere“.

In Aussehen und Funktion umgewandelt werden soll die freie Asphaltfläche am östlichen Auslauf der Trift zwischen Stadion und Bahndamm. Die Anregung dazu kam aus den Reihen der Triftbewohner, erste Planungen sollen auch mit ihnen abgestimmt werden.

Während erste Häuser im Neubaugebiet Fronhof II laut Stadt nicht vor Ende 2017 werden entstehen können (wir berichteten gestern), sollen die Langwiesen am Nord-westende von Leistadt noch in diesem Jahr bebaut werden können. Die Erschließung mit Straßen- und Kanalbau begännen im Mai, kündigte Lutz an. Die Einmündung des Neubaugebiets soll mit einem Verschwenk der Landstraße einhergehen, der tempodrosselnd wirkt.

In der Leistadter Ortsdurchfahrt müsse „radikaler als bisher“ über eine Verbesserung nachgedacht werden, meinte der Bürgermeister. Hier soll „der Spieß umgedreht“ werden und künftig die Fußgänger den Vorrang vor dem Durchgangsverkehr haben. Die Stadt will eine entsprechende Planung in Auftrag geben, die allerdings mit dem Landesbetrieb Mobilität abgestimmt werden muss. Um eine zukunftssichere Gesamtkonzeption komme auch Ung-stein nicht länger herum, so Lutz ohne nähere Aussage.

Auf die Kurparkerweiterung und andere Themen aus der Rede werden wir noch eingehen. (psp)