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Donnerstag, 24. Mai 2018 Drucken

Frankenthal Land

Kunst statt Leerstand in früherem Depot

Ludwigshafen: Frankenthalerin kuratiert Ausstellung

Von Nicole Sperk

Kuratorin Nicoleta Steffan (rechts) mit den Künstlern Birgit Staerk und Erhard Seiler.

Kuratorin Nicoleta Steffan (rechts) mit den Künstlern Birgit Staerk und Erhard Seiler. ( Foto: KUNZ)

Fünf Wochen lang wird ein Leerstand im Depot LU in der Rheinallee mit Kunst bespielt: Die Ausstellung „Faszination Skulptur – Erde / Stein / Holz / Papier“ bringt sechs bildhauerisch tätige Künstler zusammen, die sich in ihren Arbeiten mit diesen verschiedenen Materialien auseinandersetzen. Die Fläche, die bisher der Gartenmöbel- und Sonnenschirmvertrieb Akzentro GmbH belegt hat, soll nach der Ausstellung an vier Firmen vermietet werden.

Gerade mal vier Wochen Zeit hatte Nicoleta Steffan, um die Ausstellung im Depot zu organisieren. Spontan zu reagieren – das ist die Künstlerin und Kuratorin aus Frankenthal gewohnt. Schon 2017 hat sie im Abrisshaus der Ludwigshafener GAG am Knödelbrunnen das Festival „Wow Art“ mitorganisiert. „Ich suche immer und überall Locations, in denen ich etwas machen kann“, sagt sie.

Der große Raum im früheren Straßenbahndepot an der Rheinallee im Stadtteil Süd ist für sie „genial“ für eine reine Skulpturenausstellung. „Weil nicht genug Platz ist, gehen bildhauerische Werke oft unter“, meint sie. „Sie brauchen die Weite.“

Die Arbeiten von sechs Künstlern aus Ludwigshafen, Mannheim, Frankenthal, Wiesloch und München geben einen Überblick über die Kunst der Bildhauerei. Zwischen ihre Werke hat Steffan kleine Haufen mit Erde, Steinen, Papier und Holz platziert, um zu dokumentieren, dass sie alle die vier Ursprungselemente als Ausgangspunkt benutzen. Erhard Seiler, der in Ludwigshafen-Gartenstadt lebt, fertigt seine Arbeiten aus Holzrohlingen. „Holz ist für mich ein unheimlich lebendiger Werkstoff, der manchmal auch noch nach Jahren weiterarbeitet“, sagt der Mann, dem es gelingt, mit einer Kettensäge ganz filigrane Stücke zu fertigen.

Ein Höhepunkt sind die Objekte des Wieslocher Steinbildhauers Daniel Wolf. Seine Arbeit „Fallen“ ist beeindruckend: eine liegende Statue über einem riesigen Spiegel. In einem zweiten Werk sieht der Besucher sich selbst neben und über einer kleinen Figur tausendfach gespiegelt. „Es geht darum, bis zum letzten Atemzug im Leben immer und immer wieder aufzustehen, wenn man gefallen ist“, interpretiert Steffan die Botschaft.

Die Frankenthalerin Gabriela Sann ist mit Papierarbeiten vertreten, die Mannheimer Luana Kroner-Stasek und Gerd Reutter mit Werken aus Stein und Ton und Andrei Stefanescu aus Icking bei München mit seinen großen Arbeiten aus Stein und Holz. Wer das alles finanziert? Sponsoren, die sie lieber als „Unterstützer“ bezeichnet, die „Spritgeld“ geben oder eine Hotelübernachtung spendieren. Tänzer eines Ballettstudios möchten zur morgigen Vernissage mit einer „Skulpturentanz“ genannten Performance unterhalten und überraschen.

Die Kunstausstellung vergleicht Depot-Lu-Geschäftsführerin Birgit Stärk mit ihrer eigenen Arbeit: „Es geht darum, Fäden zwischen Menschen und Institutionen zu knüpfen und alle an einen Tisch zu bringen.“

termine

„Faszination Skulptur“ bis 30. Juni, geöffnet mittwochs und sonntags, 14 bis 18 Uhr. Vernissage morgen, Freitag, 19 Uhr.

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