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Samstag, 30. März 2019 Drucken

Kaiserslautern

Kürzere Wartezeiten das Ziel

Der Ärger mit der Führerscheinstelle der Stadtverwaltung nervt derzeit viele. Dort sind Termine nur mit langem Vorlauf zu erhalten. Perspektivisch soll im Rathaus viel mehr online gehen. Einiges ist schon möglich, etliches in Planung. Ein Gespräch vor Ort.

Von Claudia Schneider

Etliche Wege ins Rathaus kann sich der Bürger schon sparen.

Etliche Wege ins Rathaus kann sich der Bürger schon sparen. ( Foto: VIEW)

„Lange Wartezeiten im Bürgercenter müssen nicht sein“, sagt Wolfgang Mayer, Leiter des Referats Organisationsmanagement bei der Stadtverwaltung. Längst könnten Termine online vereinbart werden, in der Regel von einem auf den anderen Tag. Er wünscht sich, dass die Bürger den Service noch mehr nutzen. So könne man Besucherströme leichter kanalisieren. Das sei vor allem bei den Stellen wichtig, die ein hohes Publikumsaufkommen haben. Das Bürgercenter beispielsweise besuchen im Jahr 40.000 Menschen. Aber auch die Kfz-Zulassung ist gefragt. Dort kann man vorab mit ein paar Klicks einen Termin ausmachen. Und online sehen, wie lange gerade die Wartezeiten sind. Die betrugen gestern Mittag gegen 11.30 Uhr beispielsweise im Bürgercenter 28 Minuten, in der Kfz-Zulassung 26 Minuten. Fest eingeplant sei, auch die Führerscheinstelle digital fit zu machen. „Da laufen gerade Organisationsuntersuchungen“, sagt Ludwig Steiner, Mayers Stellvertreter.

Bei Sperrmüll geht es noch nicht

Was richtig gut laufe, sei das neue Kita-Portal, sagt der IT-Chef im Rathaus, Ulrich Bischke. Es werde bereits von 90 Prozent der Eltern genutzt. Damit kann der Nachwuchs daheim am Computer oder mit dem Smartphone für einen Kitaplatz angemeldet werden, Nutzer erhielten online Infos über Öffnungszeiten und das Betreuungsangebot in der Nähe. Das habe nicht nur den Vorteil, dass Eltern ihre Wunsch-Kita anklicken könnten, das Jugendreferat könne dadurch viel besser planen, weil es Mehrfachanmeldungen erkenne. Demnächst sollen laut Bischke die kirchlichen Träger eingebunden werden. Am Ende sei das für den Bürger komfortabel und erleichtere der Verwaltung die Arbeit.

Laut Mayer sind über www.kaiserslautern.de schon 60 Einzelanwendungen online möglich. Im Bürgercenter gibt es zudem einen Ausweis-Roboter, an dem der Bürger seine Grunddaten für die Passbeantragung eingeben kann, ein Foto erhält und seinen Fingerabdruck hinterlegt. Auch Briefwahlunterlagen könnten online angefordert werden, Anträge auf Schülerbeförderung vom heimischen Schreibtisch aus gestellt werden, Dienste der Freiwilligen-Agentur angeboten werden. Kann ich auch die Sperrmüllabfuhr bestellen, einen Termin beim Standesamt beantragen? Das funktioniere noch nicht, vieles aber sei in der Mache, kündigt der Leiter des Referats Organisationsmanagement an, der sich regelmäßig auch mit Martin Verlage, dem Geschäftsführer von KL.digital, kurzschließt. „Mindestens einmal im Monat sitzen wir zusammen“, erzählt Mayer. Verlage sieht die Stadtverwaltung im Vergleich mit anderen Kommunen schon gut aufgestellt. „Wir sind definitiv im vorderen Feld.“ Vieles, was sich Bürger wünschten, lasse sich aber noch nicht umsetzen, weil es Rechtsvorschriften gebe, die noch nicht geändert seien. Da könne auch eine Stadt wie Kaiserslautern nicht ihre eigenen Wege gehen, hänge an Schnittstellen von Systemen des Landes beispielsweise. Wer aber einen elektronischen Personalausweis besitze, könne etwa online ein Führungszeugnis beantragen. Laut Bischke ist es mittlerweile auch möglich einzusehen, wie lange es da noch dauert, bis der neu beantragte Pass ausgestellt ist.

Mayer sagt, es gehe darum, den Zugang zu Dienstleistungen über das Serviceportal der Stadt zu vereinfachen. Wer keinen Computer besitze, könne auch im Rathaus anrufen und telefonisch einen Termin im Bürgercenter beantragen. „Wir machen das definitiv nicht, weil wir Personal abbauen wollen“, so Mayer. Die Online-Terminvergabe solle vielmehr dazu führen, dass es besser laufe. „Das Ziel sind Wartezeiten von weniger als zehn Minuten.“

1,3 Behördengänge pro Jahr

1,3 Behördengänge erledigt jeder Bürger pro Jahr im Rathaus. Gut möglich, dass der Gang dorthin bald nicht mehr nötig sein wird. Dank des Onlinezugangsgesetzes soll bis 2022 die Grundlage für eine schnellere Digitalisierung von Verwaltungsdienstleistungen geschaffen werden. Dann müsste auch die Stadtverwaltung alle Dienstleistungen online anbieten, was aber voraussetzt, dass jeder Kaiserslauterer ein Nutzerkonto hat. „Da kommt einiges auf uns zu“, sagt Steiner, dessen Team derzeit daran arbeitet, Anmeldungen für die Musikschule online zu ermöglichen.

Verlage betont, durch die Digitalisierung werde die Arbeit im Rathaus nicht weniger. Allerdings könnten Abläufe beschleunigt werden.

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