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Sonntag, 11. August 2019 Drucken

Sport

Kommentar: Feiertag für die Roten Teufel

Tolle Pokalstimmung und dicke Überraschung: Der 1. FCK steht in der zweiten Runde.

Von Oliver Sperk

Mainz' Keeper Florian Müller konnte Starkes Elfmeter nicht ganz halten. (Foto: Kunz)

„Oh, wie ist das schön. So was hat man lange nicht geseh’n!“ Die Fans der Roten Teufel sangen das alte Lied aus besseren Zeiten. Diese großen, viel besseren Zeiten waren zurück am Betzenberg. Zumindest für einen Samstagnachmittag. 40.964 Fans auf dem „Betze“, erstmals seit einem Jahr kamen zu einem Pflichtspiel so viele. „Wir haben es schon bei der Anfahrt Richtung Betzenberg gesehen – die Stadt war voll“, schwärmte Dominik Schad, der unermüdliche Dauerläufer mit dem stets wachen Blick nach hinten wie nach vorne. Der frenetische Jubel der FCK-Fans begleitete am Ende jeden Ballgewinn der Roten Teufel – wie in besten Zeiten. „Dieses Gefühl muss wieder öfter rein hier in die Bude“, meinte Florian Pick nach dem Pokalcoup aufgekratzt. Der Spieler, bei dem es auch in der Liga gerade richtig rund läuft, machte am Samstag den Deckel drauf mit seinem 2:0. Der Pfälzer Fußballfeiertag ging in eine riesengroße Party über. „So ein Spiel muss man erst mal sacken lassen“, sagte Pick voller Adrenalin, „wenn ich überhaupt schlafen kann, dann wird es sehr spät ...“

Bei Mainz war die Feierlaune schnell vorbei

Bei den Anhängern des favorisierten Bundesligisten, die ganz in Weiß zumindest bis zum 1:0 der Lauterer gut und laut mitsangen, war die Feierlaune schnell vorbei. Einige wenige, aber umso auffälligere der rund 6500 Mainzer Fans am Samstag im Fritz-Walter-Stadion hatten ihre Freude vor allem am Zündeln und Schwenken von rot leuchtenden Fackeln. „Noch einmal die Bitte, so ungefähr zum 98. Mal: Unterlasst das Abbrennen von Pyrotechnik jeglicher Art.“ Stadionsprecher Horst Schömbs redete sich den Mund fusselig. Nach Picks 2:0 dann flogen alle restlichen, verbotenerweise trickreich in die Arena geschmuggelten Fackeln angezündet auf den Rasen – Spielunterbrechung. Ironie des Schicksals: Eine Fackel-Flamme griff auf die Zaunfahne der Mainzer Fans über, die sich sichtlich über dieses Missgeschick ärgerten. Die Feuerwehr musste löschen, die Geldstrafe für die „Nullfünfer“ wird hoch werden.

Staus rund um den „Betze“, wieder Staus und Schlange stehen am Betzenberg: Für die FCK-Fans hat sich das Warten gelohnt.