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Dienstag, 08. Oktober 2019 Drucken

Sport

Kommentar: FCK – Sein oder Nichtsein, das ist jetzt die Frage

Von Oliver Sperk, Horst Konzok

Endzeit: Patrick Banf (rechts) und Martin Bader.

Endzeit: Patrick Banf (rechts) und Martin Bader. (Foto: KUNZ)

Der 1. FC Kaiserslautern ist in der tiefsten Krise seiner 119 Jahre alten Geschichte. Wenn die innere Aussöhnung misslingt, der Neuanfang mit einem starken Partner nicht gelingt, ist der FCK bankrott!

Der Spießrutenlauf ist beendet. Patrick Banf, seit Dezember 2017 an der Spitze des Kontrollgremiums, hat mit seinen Aufsichtsratskollegen Grotepaß und Otter das Handtuch geworfen. Der Weg für einen Neuanfang ist frei.

Banfs Arbeit ist aus sportlicher Sicht nicht erfolgreich. Der Abstieg aus der Zweiten Bundesliga 2018 aber ist ganz gewiss nicht seine Schuld. Dass der Wiederaufstieg 2019 nicht gelang kratzte an seiner Reputation. Denn Martin Bader, der Sport-Chef, war „sein“ Mann. Der hat federführend die Kaderplanung betrieben, die Trainer Frontzeck und Hildmann installiert, die die hohen Ziele verfehlten.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

Streit, Streit, Streit

Banf hat den Mitgliedsauftrag umgesetzt, die Ausgliederung zu vollziehen. Das gelang mit großer Mehrheit. Die Drittliga-Lizenz wurde – auch durch sein Mitwirken, durch die Arbeit der Gremien, der Geschäftsführung, der Sponsoren und der treuen Mitglieder 2018 und 2019 gesichert. Die Fananleihe von knapp sieben Millionen konnte zurückgezahlt werden. Mit Flavio Becca wurde ein potenzieller Ankerinvestor gefunden. Das Ja für ihn – alternativlos bei drohender Insolvenz. Aber der von ihm erzwungene Rücktritt von Banf-Widersacher Michael Littig ein Faux-pas. Becca, der zum Retter werden könnte, wurde auch zur Reizfigur. Der Verein ist gespalten. Der zerstrittene Aufsichtsrat, der sich seit Jahresbeginn von einem Burgfrieden zum nächsten quälte, hat ausgedient.

Bei einer außerordentlichen Jahreshauptversammlung kann und muss ein Neuanfang gestartet werden. Der Verein braucht Ruhe. Der Verein braucht Eintracht. Der Verein hat mit dem Sturz von Aufsichtsratschef Dieter Rombach Ende 2015 das Ende der Ära Kuntz Anfang 2016 eingeläutet. Ein sportlicher Suizid – geendet in der Dritten Liga, nahe am Schafott.

Schommers informiert

„Ich gehe nicht im Groll. Ich habe immer noch Angst um meinen FCK“, sagte Patrick Banf am Dienstagabend nach seiner Demission. Vorher sprach er mit dem neuen Trainer. „Er braucht Sicherheit. Ich glaube, das ist ein guter Mann“, betonte Banf.

Calmund und Toppi?

Was macht Becca? Steigt er nicht ein, fehlen dem FCK für 2020/21 knapp zehn Millionen Euro. Wünschenswert, wenn gelingt, was der beherzte Sponsorenkreis um Peter Theiss (Allgäuer Latschenkiefer) wünscht: Alle zusammen mit Becca für den FCK. Der FCK braucht auch einen neuen, kompetenten Sportvorstand. Einer, der’s kann ist Andreas Rettig, zuletzt beim FC St. Pauli. Den kennt Reiner Calmund gut. Der ist – wie FCK-Rekordtorschütze Klaus Toppmöller – als Kandidat Beccas für den Aufsichtsrat im Gespräch.

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