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Donnerstag, 28. März 2019 Drucken

Kaiserslautern

Integratives Schnitzel

Kottweiler-Schwanden: Kochkurs für Amerikaner endet mit Familienabend

Von Claudia Gross

Völkerverständigung am Herd: (von links) Rebekah, Lil, Ortsbürgermeisterin Gabriele Schütz und John Constance vom Landesprojekt WIR haben Spaß beim gemeinsamen Kochen.

Völkerverständigung am Herd: (von links) Rebekah, Lil, Ortsbürgermeisterin Gabriele Schütz und John Constance vom Landesprojekt WIR haben Spaß beim gemeinsamen Kochen. ( Foto: Gross)

Zum Abschluss gab es noch einmal ein Menü: Am vergangenen Donnerstag endete der Kochkurs für Amerikaner in Kottweiler-Schwanden mit einem Familienabend. Alle Kursteilnehmer stellten aus den in vier Kursabenden erlernten deutschen Gerichten eine Speisenreihenfolge zusammen und kochten dann gemeinsam für ihre Familien. Ideengeberin und Ortsbürgermeisterin Gabriele Schütz sowie Mitorganisator John Constance vom Landesprojekt „Willkommen in Rheinland-Pfalz!“ zogen ein positives Resümee über die Veranstaltung und können sich eine Neuauflage durchaus vorstellen.

Allen Ankommenden steigt der Duft schon beim Betreten des Gemeindehauses in Kottweiler-Schwanden in die Nase. In der Küche im oberen Stockwerk wird eifrig gekocht, und im Saal werden die Tische zurechtgerückt. Es ist der Abschlussabend des vierteiligen Kochkurses, bei dem Amerikaner deutsche Gerichte kennenlernen konnten. Initiiert worden war der Kurs vom Landesprojekt „Willkommen in Rheinland-Pfalz“ (WIR) und dem Deutsch-Amerikanischen und Internationalen Frauenclub Kaiserslautern (DAIFC). Den Anstoß hatte Kottweiler-Schwandens Ortsbürgermeisterin Gabriele Schütz gegeben.

An diesem letzten Abend werden recht bald nacheinander geröstete Grießsuppe, paniertes Schnitzel mit Jäger- oder Paprikasoße zusammen mit Feldsalat und Ofenkartoffeln mit Käsekruste für die wartenden amerikanischen Familien aufgetragen werden. Für den Abschluss sind Quarkbällchen mit Vanillesoße geplant.

Um diese in Fett auszubacken, stehen gerade Steven und Amber, beide 29 Jahre alt, an der Fritteuse. Darin brutzelt eine weitere Serie an Krapfen, während das fertige Gebäck auf einem Teller daneben bereits aufgestapelt liegt. Amber hat die erste Stunde, die noch im November vergangenen Jahres stattfand, am meisten gefallen. Da standen für die amerikanischen Kochkursteilnehmer Weihnachtsplätzchen auf dem Programm. Steven runzelt die Stirn und meint überzeugt: „I like real food“ – Ich mag echtes Essen –, weshalb für ihn die „Schnitzelklasse“ das Beste war. Er war recht erstaunt, dass Schnitzel zuzubereiten so leicht sei, er habe gedacht, es sei viel schwerer, berichtet er von seinen neuen Kocherfahrungen.

Rebekah und Lil haben sich ebenfalls gerade wegen der „Schnitzelklasse“ für den Kochkurs angemeldet. „It’s my daughter’s favorite“, nennt Rebekah die Vorliebe der Tochter für das deutsche Gericht als Grund. Lil hat seit dem Kurs im Januar sogar schon selbst zuhause Schnitzel mit Pfeffersoße auf den Tisch gezaubert. Ihr Urteil über die Klasse: „Ich hatte großen Spaß. Ich habe eine Menge gelernt. Ich bin sehr dankbar, dass sie den Kurs angeboten haben.“ Auf Englisch sagt sie das, denn mit dem Sprechen der deutschen Sprache klappt es nicht so gut wie mit dem Kochen auf Deutsch. Heute sind die beiden Frauen für das Zubereiten der Jägersoße zuständig und rühren dafür in einem immens großen Topf eine ordentliche Menge Soße um.

Daneben bestückt Karin Ullrich, die von Schütz und Constance in Kooperation mit dem DAIFC für den Abendkochkurs als Kursleiterin gebucht worden ist, die elektrischen Pfannen mit den Schnitzeln. Etwa 20 amerikanische Mitbürger haben bei ihr seit November einmal im Monat in der Küche des Gemeindehauses deutsch kochen und backen gelernt. Auch ihr habe der Kurs unwahrscheinlich viel Freude gemacht, sagt sie strahlend. „Sie fragen viel“, erzählt sie über die Teilnehmer und beim nächsten Mal berichteten sie, was sie nachgekocht haben. Es sind meistens Erfolgserlebnisse. John allerdings, der gerade das Fleisch paniert, ist beim ersten Mal die Jägersoße misslungen. Aber er hat sich vorgenommen, es ein weiteres Mal zu probieren.

Damit das in Zukunft auf jeden Fall klappt, hat Schütz für alle zur Erinnerung an den Kurs, aber auch an ihre Zeit in Deutschland „Grandma’s German Cookbook“, eine englischsprachiges Kochbuch für deutsche Speisen, besorgt.

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