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Sonntag, 12. August 2018 Drucken

TK Grün-Weiss Mannheim

Im Ziel

Krefelds Nummer zwei, Jürgen Melzer (links), schlug seinen jüngeren Bruder Gerald, der für Grün-Weiss Mannheim spielt, klar in zwei Sätzen.

Krefelds Nummer zwei, Jürgen Melzer (links), schlug seinen jüngeren Bruder Gerald, der für Grün-Weiss Mannheim spielt, klar in zwei Sätzen. ( foto: samla)

Kurz gewackelt, groß gefeiert. Grün-Weiss Mannheim ist erstmals seit 2010 wieder deutscher Meister. Das 3:3 bei

Blau-Weiß Krefeld reicht. Nach den Einzeln lag das Team zurück. Heute beim letzten Heimspiel gegen Köln steigt die Meisterfeier.

Um 18.55 gab es kein Halten mehr: Grün-Weiss Mannheim war am Ziel. Andreas Beck und Radu Albot machten im zweiten Doppel das Unentschieden in Krefeld perfekt. Das 3:3 reichte einen Bundesliga-Spieltag vor Schluss, Grün-Weiss hat vor dem Heimspiel heute (11 Uhr) gegen den Kölner THC Stadion Rot-Weiss drei Punkte Vorsprung und kann von Blau-Weiß Halle und dem Rochusclub Düsseldorf nicht mehr eingeholt werden. „Weltklasse. Die Doppel waren in dieser Saison nicht so unsere Stärke, als es nun drauf ankam, waren sie da“, betonte Grün-Weiss-Teamchef Gerald Marzenell – und ließ eine Bierdusche über sich ergehen. Mannheims Macher war in Feierlaune. Erstmals seit 2010 holte Grün-Weiss wieder den Titel, es ist der siebte in der Vereinsgeschichte. Heute ab 11 Uhr wird nun groß gefeiert. Nach den Einzeln im letzten Spiel gegen Köln gibt es den Pokal, für die Fans steht Freibier bereit. „Einfach unglaublich, es ist meine erste Meisterschaft überhaupt. Das entschädigt für alles“, sagte Tobias Kamke. „Das ist so toll, ich bin sehr stolz, wir haben es verdient, jeder hat alles gegeben für den Verein, für die Stadt“, schwärmte Andreas Beck.

Der ungeschlagene Spitzenreiter hat gestern kurz gewackelt. Bis zum vorletzten Spieltag verlor die Mannschaft nur ein Einzel, gestern waren es gleich drei. Um 16.45 Uhr verdüsterten sich die Mienen: Tobias Kamke quittierte im Champions Tiebreak ein 10:12, beim Stand von 10:9 hatte er einen Matchball gehabt. Kamke hätte vor den Doppeln für eine bessere Ausgangsposition sorgen können, sein Sieg hätte das 2:2 bedeutet. Das gelang nicht. Davor gingen auch zwei weitere Einzel an die ehrgeizigen Gastgeber, die jedoch keine Titelchance mehr hatten. Vor Tobias Kamke unterlagen auch Gerald Melzer und Andreas Beck.

Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als sie auf die Anlage in Krefeld kamen. Auf der Anzeigetafel stand da unter Tagesordnungspunkt zwei: Melzer gegen Melzer, Jürgen Melzer gegen Gerald Melzer, der ältere der Brüder gegen den jüngeren. Jürgen, 37 Jahre alt, mit drei Grand-Slam-Titeln im Doppel und Mixed in seiner sehr erfolgreichen Vita, steht nur noch auf Rang 541 in der Weltrangliste, er ließ seinem neun Jahre jüngeren Bruder (ATP-Platz 137) jedoch keine Chance. Gerald Melzer plagte sich jüngst mit einem Bänderriss.

Den einzigen Einzel-Punkt für Grün-Weiss verbuchte Radu Albot. „Paolo hat mich zuletzt zweimal geschlagen auf der Tour, so gesehen bin ich froh, dass ich den Punkt für mein Team holen konnte. Er war sehr stark zu Beginn des zweiten Satzes, ich bin sehr glücklich“, sagte Albot, ein wichtiger Leistungsträger in dieser Saison. Am vergangenen Sonntag nach seinem Erfolg gegen den Gladbacher Franko Skugor überzeugte ihn Teamchef Gerald Marzenell, doch seine internationalen Aktivitäten etwas hinten an zu stellen, um die Mannschaft ein weiteres Mal zu verstärken. Es hat sich gelohnt. Grün-Weiss ist am Ziel.