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Samstag, 13. Mai 2017 Drucken

Sport

„Ich glaube, dass alle alles versucht haben“

INTERVIEW: Ewerton, der brasilianische Innenverteidiger des Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, weiß, was die Stunde geschlagen hat. Nach der Heimniederlage gegen den FC St. Pauli ist die Lage nach wie vor kritisch. Der 28-Jährige erwartet morgen (15.30 Uhr) bei Erzgebirge Aue ein schwieriges Spiel. Wie seine Zukunft aussieht, vermag Ewerton noch nicht zu sagen.

Rein ins Getümmel: Ewerton wollte gegen St. Pauli die Wende, links Tim Heubach, rechts Jacques Zoua.

Rein ins Getümmel: Ewerton wollte gegen St. Pauli die Wende, links Tim Heubach, rechts Jacques Zoua. ( Foto: KUNZ)

Senhor Ewerton, die Tabellensituation des 1. FC Kaiserslautern ist nach der Niederlage gegen den FC St. Pauli kritisch, der Vorsprung vor dem Relegationsplatz ist knapp. Wie beurteilen Sie die Chancen, dass sich Ihre Mannschaft in Aue rettet?

Wie Sie gesagt haben, die Situation ist nach wie vor kritisch. Wir haben noch zwei Spiele. Zwei wichtige und entscheidende Spiele. Was jetzt in dieser Situation zählt, ist Arbeit. Arbeit und mehr Konzentration. Wir müssen die Fehler analysieren, die wir gemacht haben und versuchen, sie nicht zu wiederholen.

 

Aue hat nach dem Trainerwechsel in neun Spielen 17 Punkte geholt. Wie schwer ist die Aufgabe am Sonntag?

Es ist immer dasselbe Spiel: Ein neuer Trainer bringt neue Ideen. Es hat ein bisschen gedauert, bis er sich eingewöhnt hatte. Meiner Meinung nach ist Aues Trainer ein guter Trainer. Wir müssen uns darauf einstellen. Wir fahren nach Aue, um dort zu gewinnen. Wir fahren dort hin und wissen, dass es ein sehr hartes, ein sehr schwieriges Spiel wird. Wir müssen uns entsprechend mental und körperlich auf das Spiel vorbereiten.

 

Ihr hattet die Chance, gegen den FC St. Pauli alles klar zu machen. Warum hat es nicht geklappt?

Ja, das stimmt. Das war ein Heimspiel und es war ein Spiel gegen eine Mannschaft, die in einer ähnlichen Situation war wie wir. Es war nicht einfach für uns, da St. Pauli mit vier Siegen im Rücken zu uns kam. Wir haben zwei Gegentore kassiert, die wir nicht hätten bekommen dürfen. Aber es ist, wie ich schon gesagt habe: Wir dürfen nicht zurückschauen, müssen uns mit den zwei noch verbleibenden Spielen beschäftigen. Das zählt jetzt.

 

Sie als Abwehrspieler haben in dem Spiel selbst versucht, nach vorne zu gehen, um die Wende zu erzwingen. Sie waren offensiv wie selten. Es hat nicht gereicht. Haben alle in der Mannschaft Ihrer Meinung nach alles gegeben? Die Stürmer hatten keine nennenswerte Aktion, war das nicht in der vordersten Linie zu wenig?

Ja, ich glaube schon, dass alle alles versucht haben. Keiner hat sich hängen lassen. Keiner geht ins das Spiel, um zu verlieren. Aber manchmal kommen die Dinge anders, als man sie sich erhofft hat.

 

Wenn man am Donnerstag das Training verfolgt hat, die Einheit mit dem Fußball-Tennis, dann hat man gesehen: Alle hatten viel Spaß, Sie auch. Ist unser Eindruck richtig?

Wir haben uns natürlich schon gezielt auf das Spiel vorbereitet, wie es der Situation angemessen ist, aber klar, mit einer Runde Fußball-Tennis kann man sich ein wenig entspannen. Wir hatten Freude.

 

Ihr versteht Euch untereinander?

Ja, sicher. Ich komme klar, wir sprechen Englisch, wir machen Spaß miteinander. Wir verständigen uns mit Händen und Füßen.

Noch einmal: Glauben Sie, dass jeder Spieler den Ernst der Lage kapiert hat?

Ja, die Situation ist sehr heikel, aber wir sind Profis, wir wissen, dass wir die Situation ernst nehmen müssen.

 

Das erste Jahr von Ihnen in Deutschland geht zu Ende. Wie war die Zeit für Sie, wie sieht Ihre Bilanz aus? Auch privat, in der Stadt, im Land?

Das Jahr war gut. Die Zweite Liga ist nicht so, wie ich gedacht hatte, ich habe gesehen, dass das eine sehr schwierige Spielzeit ist, es gibt keine leichten Spiele. Es war eine gute Erfahrung, auf dem Feld und auch außerhalb. Es gefällt mir, hier zu leben, Kaiserslautern ist eine schöne Stadt, es ist schön ruhig hier.

 

Können Sie zur Ihrer Zukunft nun schon etwas sagen?

Es bleibt dabei: Ich möchte mich nicht an Spekulationen beteiligen. Außerdem ist es ja nicht nur von mir abhängig. Mein Fokus liegt nur auf den zwei letzten Spielen. Sowohl ich als auch das gesamte Team möchten einen erfolgreichen Abschluss haben. Dann geht’s in den Ferien, ich werde ausspannen und sehen, was passiert.

 

Aber ist das nicht unbefriedigend, wenn Sie nicht genau wissen, wie es weitergeht? Werden Sie nicht nervös?

Nein, ich bin ganz ruhig. Ich bin konzentriert und zuversichtlich, dass sich auch die Situation von Kaiserslautern positiv gestaltet. Meine Frau sieht das genau so. Wir können nicht unsere Zukunft voraussagen. Wir wissen nicht, was kommt. | Interview: Horst Konzok & Udo Schöpfer