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Mittwoch, 14. Februar 2018 Drucken

Olympia-Tagebuch

Hundesuppe und Kimchi

Von Elisabeth Schlammerl

Sollte man mal probiert haben: Kimchi, die Koreanische Nationalbeilage. (Foto: DPA)

Olympia-Tagebuch: Die südkoreanischen Spezialitäten auf den Speisekarten

Hunde spielen in Koreas täglichem Leben keine so große Rolle. Zumindest nicht als Haustiere und treue Weggefährten. Schon eher als Speise und als Delikatesse. Da gibt es vor allem die kalte Hundesuppe namens Bositang. Der frühere nordkoreanische Machthaber Kim Il-sung hatte sie einst populär gemacht. Später wurde ihre kühlende Wirkung für heiße Sommer hervorgehoben, auch hieß es, sie solle für besonders schöne und weiche Haut sorgen. In Südkorea steht sie ebenfalls in verschiedenen Restaurants auf der Speisekarte, genauso wie Hunderippchen oder Hundesteak.

Nur zwei hundelose Speisekarten

Wer diese koreanische Spezialität während der Winterspiele testen will, musste in den ersten Tagen etwas danach suchen. Denn die Behörden hatten die Restaurants in der Region um Pyeongchang wegen der weltweiten Proteste von Tierschutzverbänden gebeten, während Olympia auf den Verkauf von Hundefleisch-Gerichte zu verzichten. Mehrere Restaurants wären deshalb zunächst auf Schweine- und Ziegenfleisch umgestiegen, ließ ein Mitglied des Stadtrats von Pyeongchang wissen. Aber die meisten seien nun aufgrund massiver Einnahmeverluste zu ihren ursprünglichen Gerichten zurückgekehrt. Letztendlich sind nach Angaben der Behörde nur zwei Lokale bei ihrer hundelosen Speisekarte für die Winterspiele geblieben.

Zuchttiere - wie Schweine oder Hühner

Lucy hat bei Olympia aber nichts zu befürchten. Lucy ist das Hündchen von Skirennläuferin Lindsey Vonn, sie begleitet Frauchen auf der Weltcup-Tour und ist natürlich auch bei den Winterspielen dabei. Sie hatte zunächst Bedenken gehabt, Lucy mitzunehmen, allerdings wegen des langen Flugs nach Südkorea und nicht aus Sorge, sie könnte einem Hundefänger in die Arme beziehungsweise in den Käfig laufen. Denn im Gegensatz zu China, wo Hunde auf der Straße eingesammelt werden, züchten Koreaner die Tiere, so wie die Deutschen eben Schweine oder Hühner. Die Tierschützer beklagen jedoch die grausamen Methoden der Hundefarmen. Die Tiere werden zum Teil erschlagen, weil das angeblich das Fleisch zarter macht.

Alternative: Vergorenes Gemüse

Nicht lange suchen muss man in Korea nach einer anderen Spezialität des Landes. Kimchi ist das Traditionsgericht und im Gegensatz zur Hundesuppe muss niemand beim Genuss ein schlechtes Gewissen haben. Es gibt Kimchi fast immer, selbst wenn man es nicht bestellt, denn es gehört eigentlich zu jedem Essen, auch zum Frühstück. Dabei handelt es sich generell um die Zubereitung von Gemüse durch Milchsäuregärung. Chinakohl wird mehrere Stunden in Salzwasser eingelegt und anschließend mit einer Marinade aus kleingeschnittenem Gemüse sowie Knoblauch, Ingwer, Chili und Fischsauce bestrichen. Das muss nun in verschlossenen Gefäßen gären und ist anschließend wochenlang haltbar. Kimchi ist aufgrund des hohen Vitamin-Gehaltes mindestens so gesund wie Hundesuppe – und es haben weder Tierschützer noch Vegetarier etwas gegen das Gericht einzuwenden.