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Sonntag, 18. Februar 2018 Drucken

Sport

Hanok, Hansik, Hansori

Von Elisabeth Schlammerl

Ein Hanok, ein Haus in traditioneller koreanischer Bauweise. (Foto: DPA)

Olympia-Tagebuch: Kurze Wege sind was anderes, aber wenigstens lernt man das Land kennen

Pyeongchang oder besser der Olympia-Ausrichter hat sich damit gebrüstet, Winterspiele der kurzen Wege zu veranstalten. Offensichtlich verstehen Koreaner unter kurzen Wegen etwas anderes als der Rest der Welt. Tatsächlich sind nur die nordischen Wettbewerbe und Biathlon auf einem Fleck. Die Gebiete für die alpinen Wettbewerbe liegen gut eine Stunde auseinander. Wenn an den Wochenenden auch noch Besucher mit dem eigenen Auto in der Gegend sind und es zum Stau kommt, kann es schon einmal doppelt so lange dauern.

Könnte auch Europa sein

Extra Fahrspuren für den olympischen Verkehr gibt es nämlich nur auf dem Papier. Aber Busfahrten können ja auch kleine Erkundungstouren sein. In der Region um Pyeongchang, zumindest in dem Gebiet, das man vom Bus aus sieht, erinnert nicht viel an Korea – bis auf die Straßenschilder mit den Schriftzeichen. Die hügelige Gegend könnte auch in Europa oder Amerika sein. Die Gebäude und Wohnhäuser ebenso, die meisten jedenfalls, zwischendurch entdeckt man dann doch noch ein bisschen Korea. Ein paar wunderbare traditionelle Häuser stehen versteckt hinter Alltagsbauten an der Ausfallstraße von Gangneung, nicht weit entfernt vom Mediendorf.

Fußbodenheizung mit Feuer

Das Besondere von Hanoks, wie sie genannt werden, ist neben den schön geschwungenen Dächern das Heizsystem. Dabei wird der steinerne Boden mit Feuer erhitzt – es wärmt vor allem in kalten Wintern gut. Hanoks gelten zudem als besonders umweltfreundlich, weil chemikalienfreie Stoffe wie Holz, Stroh, Erde und Papier verwendet werden.

Warum es hier nicht mehr sehr viele davon gibt, konnte niemand erklären, ist doch Korea sehr stolz auf seine Tradition und Kultur. Dazu gehören neben Hanok auch Hanbok, Hansik und Hansori. Hanbok ist die koreanische Tracht. Die Frauen-Kleidung besteht aus mehreren Schichten, die oberste aus einem kurzen Bolero-Jäckchen mit weiten Ärmeln und einem weiten Rock, der unter der Brust gebunden wird.

Für die Männer gibt es Pluderhosen, die am Knöchel gebunden werden, und eine weit geschnittene Jacke. Bis vor rund 100 Jahren gehörte ein Hanbok zur Alltagskleidung, heute tragen ihn die Koreaner nur noch an Feiertagen oder zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten, Beerdigungen, Familienfesten. Bei diesen Gelegenheiten gibt es dann vermutlich auch Hansik, das traditionelle Essen mit Reis, Suppe, vielen Beilagen und gekochtem oder gedämpftem Fleisch und Gemüse. Dazu wird vielleicht auch noch Hansori, die koreanische Volksmusik, gehört.

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