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Freitag, 24. Mai 2019 Drucken

Landau: Lokalsport

Goalball: 14-jähriger Landauer spielt in Ilvesheim um Aufstieg in die höchste Klasse

Adrian Pfeffer. Die Brille, die er in der Hand hält, ist Standard. Foto: PNK

Adrian Pfeffer. Die Brille, die er in der Hand hält, ist Standard. Foto: PNK

Goalball? Diese Sportart steht bei Menschen mit einer Sehbehinderung sehr hoch im Kurs. Am Samstag sind im badischen Ilvesheim die Finalspiele um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Der Landauer Adrian Pfeffer (14) ist gefordert.

Der Realschüler besucht das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt Sehen in der Schloss-Schule Ilvesheim. Ilvesheim steht mit zwei Teams in dieser Finalrunde: der SpVgg Ilvesheim und – als einziger Schulmannschaft – der Schloss-Schule. Gegner sind Männerteams aus Marburg, Leipzig und Rostock.

Was ist Goalball? Ende des Zweiten Weltkrieges wurde es als Reha-Sport für Kriegsblinde entwickelt. 1976 wurde die Sportart bei den Paralympics vorgestellt, 1978 folgte die erste Weltmeisterschaft. Gespielt wird in der Halle auf einer Fläche von 18 x 9 Meter. Jedes Team besteht aus drei Startspielern, einem Center und zwei Flügelspielern, plus drei Ersatzspielern. Die Tore sind neun Meter breit und 1,30 Meter hoch. In den Ball, 1250 Gramm schwer, sind drei Glocken eingearbeitet. Er muss flach über den Boden gespielt werden.

Eine lichtundurchlässige Brille ist Standard

Um die unterschiedlichen Sehbehinderungsgrade auszugleichen, gehört eine lichtundurchlässige Brille zur Standardausrüstung. National können auch Sehende mitspielen.

Der Landauer Adrian Pfeffer besucht seit 2016 die Schloss-Schule. Zum Goalball kam er aus reiner Neugier. „Technik, Kraft, Kondition eine gut funktionierende Kommunikation und ein guter Teamgeist sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg“, sagt Pfeffer. Das unabdingbar benötigte „gute Gehör“ sei trainierbar. Auf der linken Seite spielt er am liebsten.

Mehrmals bei „Jugend trainiert für Paralympics“

Die Schulmannschaft stand in den vergangenen vier Jahren in den Endspielen bei „Jugend trainiert für Paralympics“ in Berlin. 2018 schaffte das Team überraschend den Sprung in die 2. Bundesliga und spielt nun auf Augenhöhe mit Vereinsteams um den Aufstieg in die höchste Spielklasse. Erfolgsaussichten? „Wir bekommen sicher die Chance, viele Erfahrungen zu sammeln“, sagt Pfeffer.

Jessica Bahr ist die Fachleiterin Sport an der Schloss-Schule und ehrenamtliche Jugendnationalmanschaftstrainerin. Aufgrund des geringen Angebotes außerhalb der Schulen für Sehbehinderte und Blinde sei es wichtig, so viel Wettkampferfahrung wie möglich zu sammeln, sagt sie. Bahr bemängelt, dass es in Deutschland, anders als zum Beispiel in den skandinavischen Ländern, keine hauptamtlichen Trainer gebe. Sie selbst erfährt seitens der Schloss-Schule eine gute Unterstützung. pnk

Info

Finalspiele an diesem Samstag ab 8 Uhr in der Sporthalle Schloss-Schule in Ilvesheim. 2018 lebten rund 16.000 Menschen mit einer Sehbehinderung in Rheinland-Pfalz. Die einzige schulische Einrichtung des Landes ist in Bad Neuenahr.

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