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Mittwoch, 05. April 2017 Drucken

Kreis Germersheim

Germersheim: Veterinäre geben Manege frei

Von Monika Eisele

 

Für Dylaila und Marlon Zinnecker gehören nicht nur die Elefanten Leika (links) und Seila zur Zirkusfamilie.

Für Dylaila und Marlon Zinnecker gehören nicht nur die Elefanten Leika (links) und Seila zur Zirkusfamilie. (Foto: van)

Der Direktor von Circus Belly-Wien wehrt sich beim Gastauftritt mit großer Tierschau in Germersheim gegen Vorwürfe von Tierschützern.

Fröhlich hüpft die vierjährige Dylaila Zinnecker zwischen den Wohnwagen, Abspannseilen und Tierbeinen herum. Seit Montag haben ihr Vater Marlon Zinnecker und seine Truppe vom Circus Belly-Wien Quartier auf dem Germersheimer Messplatz bezogen. Noch wird im und am Zirkuszelt fleißig aufgebaut und ausgebessert, damit morgen, wenn die erste Vorstellung um 16 Uhr beginnt, alles bereit ist und das „Manege frei“ erklingen kann.

„Seit sieben Generationen ist unsere Familie im Zirkusgeschäft“, berichtet Direktor Marlon Zinnecker. „Ich hatte mit acht Jahren meinen ersten Auftritt – eine Pony-Vorführung“. Auch Tochter Dylaila möchte mit Ponys in die Manege. „Sie liebt Tiere genauso wie ich“, sagt Zinnecker lachend. Araberpferde, Friesenhengste, Ponys, Lamas, Kamele und nicht zuletzt die drei indischen Elefantendamen Leika, Limara und Seila reisen mit dem Zirkus. Von März bis November dauert die Reisesaison, danach geht es ins Winterquartier nach Neumarkt in Bayern. „Die drei Damen sind schon länger bei uns als ich“, erzählt Zinnecker weiter. Mit etwa zwei Jahren sind sie in die Truppe gekommen. Inzwischen sind die Elefantendamen um die 50 Jahre alt. „Sie werden in etwa so alt wie Menschen“, weiß der Direktor, schnappt sich seine Tochter und setzt sie Limara auf den Rüssel. Völlig unbekümmert schmiegt sich die Kleine an den Dickhäuter, der sie vorsichtig im Gleichgewicht hält. „Auch wenn manche Tierschützer uns das nicht glauben, aber wir lieben unsere Tiere sehr und behandeln sie auch gut. Wir werden jede Woche vom Veterinäramt kontrolliert und wenn die Tierhaltung nicht in Ordnung ist, bekommen wir keine Spielerlaubnis. Die wenigsten Betriebe werden so oft kontrolliert wie wir Zirkusleute“. Die vielen Negativ-Schlagzeilen machen den Zirkussen zu schaffen. Aber nicht nur das. „Es gibt immer weniger Kinder, die in den Zirkus wollen. Viele ziehen ein Spiel auf dem Handy oder dem Computer einem Zirkusbesuch vor“, berichtet Zinnecker. Etwa 13.000 Euro muss sein Zirkus pro Woche erwirtschaften für Stellgebühren, Transport, Werbung, Strom, Diesel und vieles mehr. Allein 300 bis 500 Euro werden pro Woche für die Fütterung der Tiere gebraucht, Heu, Stroh, Kraftfutter und frisches Obst und Gemüse stehen auf dem Speiseplan. „In manchen Städten läuft es besser, in anderen nicht so gut“. Noch blickt der Direktor optimistisch in die Zukunft und ist überzeugt, dass auch seine Kinder die Familientradition fortführen können.

 

Verlosung

 

Die RHEINPFALZ verlost fünfmal zwei Eintrittskarten für den Circus Belly-Wien an die ersten fünf Anrufer, die sich heute zwischen 10 und 10.15 Uhr in der Redaktion unter der Telefon-Nummer 07274 946616 melden.