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Dienstag, 25. September 2018 Drucken

Kirchheimbolanden: Kultur Regional

Flöte zum Trillern und Singen gebracht

Jubiläumskonzert der Kreismusikschule glänzt mit Uraufführung der Donnersberg-Sinfonie von Adrian Werum – Erlesenes Programm

Von Anja Benndorf

Adrian Werum dirigierte die von ihm geschriebene Donnersberg-Sinfonie, gespielt von Sinfonischen Blasorchester Donnersberg.

Adrian Werum dirigierte die von ihm geschriebene Donnersberg-Sinfonie, gespielt von Sinfonischen Blasorchester Donnersberg. ( Foto: Benndorf)

Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens hat die Kreismusikschule Donnersbergkreis am Samstagabend im Evangelischen Gemeindehaus in Eisenberg ein ansprechendes Jubiläumskonzert gegeben – auch die Uraufführung einer Donnersberg-Sinfonie war Teil des Programms. Verschiedene Orchester, Ensembles und Solisten zeigten dabei vor enttäuschend kleinem Publikum ihr Können. Diejenigen, die den Weg zu der Veranstaltung gefunden hatten, waren sehr begeistert.

Ein Höhepunkt war der Auftritt von Jeremia Theurer. Begleitet von Pianistin Anna Anstett präsentierte der Zehnjährige auf seiner Blockflöte den zweiten und dritten Satz einer Komposition von Giuseppe Sammartini (Siciliana und Allegro Assai). Dabei spielte der Junge aus Bayerfeld-Steckweiler das Instrument sehr gefühlvoll mit beeindruckender Hingabe. Der Schüler, der in diesem Jahr den zweiten Preis beim Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“ errungen hat, brachte die Flöte mit großer Freude zum Trillern und Singen, Zwitschern und Jubilieren. Mit der von Marc Shaiman geschriebenen Filmmusik „Ladies’ Choice“ bewies Jeremia, dass er nicht nur Kleinem wunderschöne Klänge entlocken kann: Für das Stück griff er zum Kontrabass.

Der Vorsitzende der Kreismusikschule, Landrat Rainer Guth, erinnerte in seiner Laudatio daran, dass die 1988 gegründete Kultureinrichtung von Anfang an erfolgreiche „Jugend-musiziert“-Absolventen hervorgebracht hat. Eine wesentliche Bildungsaufgabe werde in der Musikalischen Früherziehung gesehen, die sogleich an 30 Kindertagesstätten angeboten wurde. „Musik stärkt die Persönlichkeit und die soziale Kompetenz“, so der Landrat und betonte, dass die Einrichtung, die heute in der Karl-Ritter-Schule in Kirchheimbolanden ihr Domizil hat, dank Sozialtarifen für jedermann zugänglich sei. Sie sei in allen sechs Verbandsgemeinden vertreten, kooperiere mit Musikvereinen und Chören. 64 Honorarkräfte unterrichten gegenwärtig rund 800 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Mitbegründerin der Schule und deren Leiterin, Jolanthe Seidel-Zimmermann, sagte, sie habe im Kreis ihr musikalisches Zuhause gefunden und freue sich über jeden handgemachten Ton.

Davon gab es am Samstag jede Menge zu hören – sogar in einer Uraufführung. Der international tätige Dirigent und Komponist Adrian Werum, Sohn des ersten hauptamtlichen Schulleiters Werner Werum, präsentierte mit dem Sinfonischen Blasorchester Donnersberg seine „Donnersberger Sinfonie“, die er zum Jubiläum geschrieben hat. Um einen regionalen Bezug herzustellen, hat er in seinem dreisätzigen Werk zwei Volkslieder integriert: „Es reit der Herr von Falkenstein“ und „Horch, was geht im Schlosse vor“. Das großartige, sehr abwechslungsreiche Stück war zweifellos das Sahnehäubchen des dreistündigen Konzerts. Klasse waren auch die Stücke „Der Magnetberg“ von Mario Bürki und „Terra Vulcania“ von Otto M. Schwarz, die das 50-köpfige Orchester unter Leitung von Thomas Zell interpretierte.

Beim Blick in den zu Beginn nur zu einem Drittel gefüllten Saal, der sich nach der Pause noch deutlich geleert hatte, bemerkte Moderator Christopher Krill: „Bei diesem qualitativ hochwertigen Konzert hätte ich mehr Besucher erwartet.“ Wer nicht da war, hat zahlreiche schöne Beiträge verpasst. Nach dem Auftakt der S(w)inging Kids und Teens, die in grünen T-Shirts mit knallroten Äpfeln daherkamen und unter Leitung von Sonja Knobloch zwei flotte Liedchen zum Besten gaben, schwebten die Finger von Lehrerin Galina Rüb federleicht über die Klaviertasten und ließen „Nocturne op. 32 Nr. 1 H-Dur“ von Frederic Chopin erklingen. Vier Studentinnen präsentierten ein Streichquartett von Mozart, Katharina Dinges (Klavier) und ihre Schwester Anna (Violine) ernteten Riesenapplaus für ihren „Elfentanz“ von Ezra Jenkinson. Klasse waren auch die Aufführungen des Akkordeon-Ensembles von Jürgen Dorsch. „Bravo“-Rufe erzeugte das Streichorchester Alba, bei dem Virgjil Gega den Taktstock schwang, mit seinen Darbietungen.

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