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Sonntag, 11. August 2019 Drucken

Sport

FCK wirft Mainz aus dem Pokal: Der Berg spuckt Feuer

Von Andreas Böhm

Florian Pick jubelt nach seinem Tor zum 2:0 für den FCK. Vorlagengeber Simon Skarlatidis (rechts) freut sich mit. (Foto: Kunz)

Mit 2:0 schlägt der 1. FC Kaiserslautern den 1. FSV Mainz 05 und pfeffert den Bundesligisten aus dem DFB-Pokal. Manfred Starke erzielt per Elfmeter die Führung, Florian Pick entscheidet das Derby. Die Roten Teufel siegen dank ihrer Leidenschaft.

Christian Kühlwetter pfiff auf dem letzten Loch. Ja, er könne noch laufen, beschied der Mittelfeldspieler des 1. FC Kaiserslautern, aber eine Verlängerung – Gott behüte, „das wäre eng geworden.“ Damit war er nicht allein, jeder seiner Teamgenossen hatte den letzten Tropfen Energie aus dem Körper gequetscht. Mehr als fünf Minuten Nachspielzeit gab es im Fritz-Walter-Stadion jedoch nicht zu überstehen, die Roten Teufel feuerten den Bundesligisten und Rheinland-Pfalz-Rivalen Mainz 05 in der regulären Spielzeit mit 2:0 (0:0) aus dem DFB-Pokal.

Wenn man das emotionsgeladene Derby auf zwei Szenen reduzieren möchte, dann vielleicht auf die folgenden. Moment eins ereignete sich in der siebten Minute, als der Lauterer Torwächter Lennart Grill das Duell mit dem frei gespielten Robin Quaison gewann. „Wenn der reingeht, kann es fies werden“, sagte Grill nach dem Abpfiff. Er gegen Quaison, das war eine Art Privatfehde in der Anfangsphase, in welcher die Mainzer Offensivkraft allein vier Chancen ungenutzt verstreichen ließ. Die „Nullfünfer“ beherrschten die Szenerie. Nach einer halben Stunde ackerte der FCK sich frei. Ins Mainzer Spiel schlich sich eine erste Unruhe ein. Die Präzision ging flöten, Ballverluste häuften sich. Beinahe wäre dem Gastgeber in der 44. Minute das Führungstor durch Timmy Thiele gelungen.

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Der Treffer fiel, Moment zwei, in der 63. Minute. Thiele enteilte Stefan Bell, der Mainzer Innenverteidiger wusste sich im Strafraum nur mehr mit einem Foul zu behelfen. Schiedsrichter Felix Zwayer entschied auf Elfmeter. Schüsse vom Punkt und der FCK, das war in jüngster Vergangenheit so eine Sache. Trainer Sascha Hildmann mochte gar nicht hinsehen, er registrierte auf der Bank sitzend erst durch den zehntausendfachen Jubel, dass der Ball die Linie überquert hatte. Angesichts des Wie wird Hildmann froh gewesen sein, nicht hingeschaut zu haben.

Florian Müller parierte den Schuss von Manfred Starke, der Ball aber entwickelte einen derartigen Spin, dass er auf der anderen Seite ins Tor trudelte. Sportkamerad Kühlwetter erzählte dazu die folgende Story: „Manni hat mich gefragt, ob ich schießen mag, ich habe gesagt, wenn er ihn sicher reinmacht, soll er. Und das hat er dann ja auch ...“ Die Lacher waren Kühlwetter gewiss. Carlo Sickinger wusste in diesem Augenblick, dass er und die Seinen als Sieger vom Platz gehen würden: „Der Elfmeter war so schlecht geschossen wie meiner in Münster. Wenn der reingeht, weißt du, dass das Glück auf deiner Seite ist.“ Drin war drin, egal wie. „Der Fußballgott hat heute ein Betze-Trikot getragen“, sagte Trainer Hildmann, „das ist Balsam für die Fanseele und eine Riesengeschichte.“

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Gestützt auf den famosen Grill und den nicht minder starken Dominik Schad, der auch als Mittelstrecken-Europarekordler durchgegangen wäre, erwehrte der FCK sich den Mainzer Mühen und setzte in der 90. Minute den entscheidenden Hieb. Die eingetauschten Gino Fechner und Simon Skarlatidis spielten Florian Pick frei, der schnippelte den Ball zum 2:0 ins Netz. Und der Berg spuckte Feuer. „Das Publikum war der Wahnsinn“, frohlockte Lennart Grill, „es war ein Riesenspiel.“ Diesmal mit Happy End.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.