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Donnerstag, 29. August 2019 Drucken

Sport

FCK - Waldhof: Für diese Jungs kein Spiel wie jedes andere

Von Michael Wilkening

Waldhof-Profi aus Schifferstadt: Gianluca Korte. Foto: Kunz

Waldhof-Profi aus Schifferstadt: Gianluca Korte. Foto: Kunz

Ex-Lauterer beim SVW: Maurice Deville (links) und Michael Schultz. Foto: MXK

Ex-Lauterer beim SVW: Maurice Deville (links) und Michael Schultz. Foto: MXK

Das brisante Drittliga-Derby zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem SV Waldhof Mannheim am Sonntag (13 Uhr) birgt viele Geschichten. Ganz spezielle verbinden die Waldhöfer Maurice Deville, Michael Schultz sowie die Korte-Zwillinge Gianluca und Raffael mit dem FCK. Für einen geht es um mehr als drei Punkte.

Man braucht Maurice Deville nur in die Augen zu schauen, um zu erkennen, dass der Außenbahnspieler des SV Waldhof für die 90 Minuten am Sonntag brennt. „Ich möchte zeigen, dass ich besser geworden bin“, sagt der 27-Jährige. Nicht alleine darum geht es ihm aber, sondern auch darum, dem 1. FC Kaiserslautern zu beweisen, dass es vor knapp zwei Jahren ein Fehler war, ihn ziehen zu lassen. 

Revanche? „Ich bin weggeschickt worden“

Die Verantwortlichen von damals sind nicht mehr im Amt und mit den Fans oder dem Verein insgesamt hadert Deville nicht – und doch ist da ein Lust-Gefühl der Revanche. „Ich bin schließlich weggeschickt worden“, erinnert sich der luxemburgische Nationalspieler an den Sommer 2017 zurück.

Zunächst hatte Deville gute Ansätze beim FCK gezeigt, in der Saison 2015/16 in 17 Zweitliga-Spielen vier Tore erzielt, ehe er im Jahr danach an den FSV Frankfurt ausgeliehen wurde. Bei den Hessen lief wenig zusammen und nach seiner Rückkehr nach Kaiserslautern wurde ihm ein Wechsel nahegelegt. „Keine schöne Zeit“ sei das gewesen, berichtet er, kann im Rückblick aber froh sein, dass es ihn anschließend ausgerechnet nach Mannheim zum SVW verschlug. Bei den Blau-Schwarzen kam er nach einer durchwachsenen ersten Saison in der vergangenen Spielzeit richtig auf Touren und ist mittlerweile aus der Stammelf des Aufsteigers nicht mehr wegzudenken. 

In Mannheim durchgesetzt

Bis zum Sommer 2016 spielte Michael Schultz für den 1. FC Kaiserslautern, aber Revanchegelüste wie Deville hegt der Innenverteidiger nicht. „Ich habe damals ja in der U23 gespielt und bin deshalb eher froh, wie sich für mich alles entwickelt hat“, sagt Schultz. Seit seinem Wechsel von den „Roten Teufeln“ zum SVW hat er sich als Stammspieler etabliert. Der 1,95 Meter große Abwehrspieler besticht durch Stärken im Luftkampf und seine souveräne Spieleröffnung und hat sich deshalb in Mannheim durchgesetzt. 

Auch einige Südpfälzer sind für SVW

Einen besonderen Bezug zum FCK hat er dennoch, schließlich ist Schultz im südpfälzischen Herxheim aufgewachsen, wo die meisten Fußballinteressierten es mit den Lauterern halten. „Ja, das stimmt, die meisten Kumpels von mir waren früher FCK-Fans“, erzählt der 26-Jährige. Weil er selbst als Jugendlicher zum Karlsruher SC wechselte, wurde er nicht vom FCK-Bazillus befallen. Und mit familiären Problemen ist auch am Sonntag nicht zu rechnen, denn Eltern und enge Freunde drücken inzwischen den Mannheimern die Daumen, die persönliche Verbindung wiegt schwerer als die Herkunft. „Ich habe zwölf Karten besorgt, also mein enges Umfeld wird im Stadion sein“, verrät Schultz.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

Deville, Schultz und die ganz persönlichen Anhänger sind davon überzeugt, dass die Waldhöfer als Aufsteiger eine gute Chance haben, das erste Liga-Derby seit mehr als 22 Jahren zu gewinnen. „Wir haben das gute Gefühl, dass wir jeden Gegner schlagen können, wenn jeder von uns 100 Prozent bringt“, erklärt Schulz. Das gilt für ein Duell gegen Duisburg, in Jena – und auch für das reizvolle Spiel auf dem Betzenberg. Daran glauben auch die Korte-Zwillinge. 

Besonderen Bezug zum FCK aufgebaut

Raffael und Gianluca Korte haben nie für den 1. FC Kaiserslautern Fußball gespielt, und doch haben die Zwillinge aus Schifferstadt einen Bezug zu dem Traditionsklub aufgebaut. Als Kinder hielten es beide durchaus mit den Teufeln, schließlich waren die meisten Freunde Anhänger des FCK. Weil die Kortes nach ihrer Zeit in Mechtersheim gemeinsam zu Eintracht Braunschweig wechselten und letztlich über unterschiedliche Wege zusammen beim SV Waldhof landeten, ist die Bande zum FCK inzwischen gekappt.

Raffael ist am Sonntag nicht auf dem Rasen dabei, denn er erholt sich gerade von einer Meniskus-Operation. „Natürlich ist es schade, für solche Spiele lebt man ja“, sagt der Rekonvaleszent, der wie Bruder Gianluca an diesem Donnerstag 29 Jahre alt wurde. 

Spezielles Geburtstagsgeschenk

Die Frage nach einem sportlichen verspäteten Geburtstagsgeschenk stellt sich eigentlich nicht: Mit einem Erfolg auf dem Betzenberg möchte sich der offensive Mittelfeldspieler Gianluca gerne selbst beschenken. Raffael wird auf der Tribüne mitfiebern.