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Freitag, 22. Juli 2016 Drucken

Sport

FCK-Stürmer Lukas Görtler ist Benny-Auer-Fan

FUSSBALL: Fünf Profis trainieren bei der U23

VON HORST KONZOK

 

Lukas Görtler mit dem von ihm hoch geschätzten Torjäger Benny Auer (rechts). ( Fotos: FCK)

FCK-Profi Lukas Görtler als Bierverkäufer bei seinem Heimatverein SC Kemmern. ( FotoS: FCK)

PIRMASENS. Nein, als Schönfärber ist Tayfun Korkut, der neue Trainer des Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern, nicht unterwegs. „Es war ein ordentlicher Auftritt, er ist bestimmt nicht als gut zu bezeichnen“, resümierte der 42-Jährige nach dem 4:0 (1:0)-Testspielsieg beim Regionalligisten FK Pirmasens.

 

„Wir haben jetzt Halbzeit in der Vorbereitung, wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagt der Coach, der mit seinem Team heute nach London fliegt, morgen (15 Uhr Ortszeit/16 Uhr MESZ) beim Zweitligisten Brentford FC spielt, seit einem Jahr Arbeitgeber des Ex-Lauterers Philipp Hofmann.

Der FCK eröffnet am Freitag, 5. August (20.30 Uhr), gegen Hannover 96 die neue Spielzeit. Der FKP startet einen Tag später (14 Uhr) gegen KSV Hessen Kassel die Mission Klassenerhalt. „Eine Stunde haben wir das ganz gut gemacht, nach achtminütigem Tiefschlaf aber klar verloren“, bilanziert FKP-Trainer Peter Tretter, der sich auch an der guten Leistung von Neuzugang Salif Cissé im zentralen defensiven Mittelfeld erfreuen durfte.

„Für uns geht es wieder gegen den Abstieg, es geht einfach nur darum, drin zu bleiben“, sagt Benjamin Auer, in den beiden letzten Spielzeiten mit seinen Toren die Überlebensversicherung des FKP.

Als sich Lukas Görtler, der 22 Jahre junge FCK-Angreifer, nach der Pause mit seinen Kollegen warmlief, erblickte er Auer, der nach 45 Minuten Feierabend hatte, frisch geduscht im Innenraum die Partie verfolgte. Görtler lief strahlend auf den Torjäger zu, bat Pressesprecher Stefan Roßkopf um ein Foto mit dem verblüfften Auer: „Komm, ,Rossi’, mach’ mir ein Foto mit der Legende ...“

Görtler, ein großartiger Kämpfer, hatte in den letzten beiden Saisonspielen jeweils getroffen. Nun hofft der Franke in seinem zweiten Profi-Lehrjahr auf den Gesellenbrief. Auer – 21 Tore in 87 Erstligaspielen, 74 Tore in 219 Zweitligapartien – kann dem früheren Bamberger, der letzten Sommer aus dem Talentschuppen des FC Bayern München in die Pfalz kam, sicher manch guten Tipp fürs Toreschießen geben. Zufall oder nicht:120 Sekunden nach seiner Einwechslung schoss Görtler in Pirmasens das 2:0. „Ich musste einigen auf unserer Bank erst noch erklären, wer Benny Auer ist“, verriet Görtler schmunzelnd, der nach getaner Arbeit strahlend aus der Kabine kam: „Benny Auer hat mir sein Trikot geschenkt!“ Der 35-Jährige trägt die Nummer 35 – und ist, was er schon immer war: ein klasse Typ. Ein Mehrwert-Fußballer auch nach dem Ende seiner Profikarriere.

Görtler, ein ähnlicher Strahlemann wie Auer, absolut geerdet, arbeitet Fußball mit Spaß. Er gibt alles, er tut alles – und vergisst nicht, wo er herkommt. In der Sommerpause postete er ein Foto vom Besuch bei seinem Heimatverein SC Kemmern; da half Görtler, der die alten Kumpels besuchte, beim Bierverkauf und sprang als Linienrichter in der Kreisklasse Bamberg ein.

In Pirmasens waren Torhüter Zlatan Alomerovic (25) und Rechtsverteidiger Michael Schulze (27), denen der Trainer einen Vereinswechsel nahelegte, und die Nachwuchskräfte Maurice Deville (23), Manfred Osei Kwadwo (21) und Erik Wekesser (19), die ausgeliehen werden sollen, nicht mehr dabei. Das Quintett nahm gestern bei der U23 das Training auf. „Keiner dieser fünf Spieler hat sich was zuschulden kommen lassen, die Einstellung aller war gut. Aber wir haben einen sehr großen Kader, der reduziert werden muss“, sagte Trainer Korkut. Nur so lasse sich intensiv und vernünftig arbeiten.

„Das ist keine Entscheidung gegen Zlatan, sondern eine für unsere jungen Torhüter, die sich gut entwickelt haben“, begründet Sportdirektor Uwe Stöver die Personalie Alomerovic. Julian Pollersbeck (21) und Jan-Ole Sievers (21) sind nun die Herausforderer von André Weis (26) um den Platz im FCK-Tor. „Die sind dran, das Rennen ist völlig offen“, urteilt Torwarttrainer Gerry Ehrmann.

„Der Trainer sucht für diese Position einen anderen Spielertypen“, erklärt Uwe Stöver das Aus für Michael Schulze. Deville, Osei Kwadwo, und Wekesser seien zu stark für die Regionalliga und sollen sich nun möglichst in der Dritten Liga für den FCK empfehlen. „Das sind weiter unsere Spieler, deren Entwicklung wir beobachten werden“, versichert der Coach.

Drei Planstellen sind ausgeschrieben. „Ein Innenverteidiger, ein rechter Verteidiger und rechts offensiv“, sagt der Sportdirektor. „Wir machen aber nur etwas, wenn es uns weiterbringt. Die Transfers müssen uns in der Qualität voranbringen, das müssen Spieler für die erste Elf sein, sonst hat es keinen Sinn“, betont Stöver.