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Samstag, 28. Juli 2018 Drucken

Sport

FCK: Siegtor im Hotel ausgeheckt

Von Andreas Böhm & Horst Konzok

Die Entscheidung: Janek Sternberg trifft zum 1:0 für den FCK. (Foto: Kunz)

Spielmacher Mads Albaek, Torvorbereiter Timmy Thiele und Torschütze Janek Sternberg feiern den Siegtreffer (von links). (Foto: Kunz)

Jubel der Lauterer nach dem Tor zum 1:0 durch Janek Sternberg (rechts), links: Florian Dick (Foto: Kunz)

Janek Sternberg nach seinem Tor zum 1:0 für den FCK auf dem Weg zu den Fans. (Foto: Kunz)

41.324 Zuschauer erleben den 1:0-Sieg des 1. FC Kaiserslautern gegen Drittliga-Aufsteiger TSV 1860 München. Das „goldene Tor“ erzielt Janek Sternberg nach tollem Zusammenspiel mit Timmy Thiele. Um 15.54 sind die ersten drei Punkte eingetütet.

Feine Kombinationen der Lauterer, Sonderbeifall für Mads Albaek und Kollegen. Die Feinkostabteilung trägt in den ersten Minuten auf. Das macht Appetit auf mehr. Die ersten beiden Chancen aber haben die „Löwen“: Nico Karger, von Adriano Grimaldi freigespielt, trifft das Außennetz (8. Spielminute). Kurz danach ist der präsente Grimaldi schneller als André Hainault – Innenpfosten. Glück für tüchtige Lauterer. Nach Gino Fechners Fehlpass in der 17. Minute klärt Kevin Kraus ebenso resolut wie der bissige Janek Sternberg nach Hainaults Schläfrigkeit gegen Sascha Mölders (22.). Hainault, gut in der Spieleröffnung, gefährlich bei eigenen Standards, kopfballstark, spielt nach der Pause souverän.

 

Die dritte Ecke, von Hendrick Zuck von rechts geschlagen, beschert drei Möglichkeiten zur Führung, am Ende klärt Jan Mauersberger Hainaults Schuss (20.). Die größte Chance leitet Julius Biada mit einem gelupften Pass ein, Lukas Spalvis, fast immer anspielbar, scheitert am guten Torhüter Hendrik Bonmann (30.).

 

Die zweite Halbzeit – es geht gen Westen. Kapitän Dick treibt die Seinen mit Macht nach vorne, Albaek führt klug Regie. Kraus beeindruckt als Zweikämpfer und Spielentwickler. Zucks Pass, die Konterchance für Spalvis – nur eine Ecke (50.). Dann flankt Dick, Kopfball Spalvis – Latte (56.). Künstlerpech. Erneut flankt Dick – Hemleins Kopfball streicht am Ziel vorbei (57.).

 

Nach 67 Minuten löst Timmy Thiele seinen Stürmerkollegen Biada ab, der Qualität zeigt, aber wie Zuck bisweilen abtaucht. Dass bei 15 externen „Neuen“ noch Harmonie im Spiel fehlt: selbstredend. Die Chancenauswertung: verbesserungswürdig. 82. Minute: Thiele, eine Bereicherung, setzt Florian Pick in Szene, Bonmann hält. Eine Minute später Ecke Dick, Hainaults Kopfball landet knapp neben dem Tor.

 

Der Berg bebt fast während der gesamten 90 Minuten. Doch vier Minuten nach Hainaults Kopfball scheint er zu explodieren und Lava zu spucken. Fechners Pass findet Sternberg, der setzt Sprinter Thiele ein, der wiederum bedient den durchstartenden Sternberg – 1:0. Die neunte Chance, der Siegtreffer. Ein verabredetes Tor. Thiele und Sternberg, Zimmergenossen im neuen Mannschaftshotel, dem Best Western auf dem Betzenberg, haben sich die Kombination so ausgedacht. Nur in anderer Reihenfolge. „Timmy und ich harmonieren gut zusammen, auf und neben dem Platz. Ich wusste, dass er ihn zurücklegt, deswegen bin ich auch durchgelaufen“, sagt Sternberg, der als linker Außenverteidiger eine herausragende Leistung bietet. Dass er vor der Westtribüne jubeln darf, verdoppelt die Freude. „Ich hatte schon beim Einlaufen eine Gänsehaut – und nach dem Tor noch mehr.“ Es scheint, als wolle er die Kurve gar nicht mehr verlassen. Doch er muss, schließlich sind noch einige Minuten zu überstehen.

 

Das Tor geht zu einem hohen Prozentsatz an Timmy Thiele. Der gibt das allgegenwärtige Lob an Kompagnon Janek Sternberg zurück: „Er hat ihn sich ja selber vorbereitet, das muss man dazusagen. Und er hat ihn eiskalt reingemacht, in alter Stürmermanier ...“ Thiele genießt die Zeit auf dem Feld: „Das Spiel an sich mit der ganzen Atmosphäre war unbeschreiblich. Es war ein geiler Auftritt.“ Bei der Einwechslung gibt Trainer Michael Frontzeck seinem Schützling mit auf den Weg, er solle helfen, das Spiel zu entscheiden. Thiele hilft. Er ist eben ein ganz artiger Junge. Die„Löwen“ haben nach der Pause nur noch eine Chance. In der letzten Minute der regulären Spielzeit pariert Jan-Ole Sievers einen Freistoß von Daniel Wein im Nachfassen.

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