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Sonntag, 03. April 2016 Drucken

FCK

FCK: Merk schreibt offenen Brief

Dr. Markus Merk, der ehemalige Welt-Schiedsrichter, hat sich am Sonntagabend in einem offenen Brief an den Aufsichtsrat zu den gescheiterten Gesprächen mit den Vertretern des Kontrollgremiums geäußert. Merk ist tief enttäuscht, er sieht Grundwerte der FCK-Philosophie verletzt.

Merk schreibt an die Aufsichtsräte:

Unsere Gespräche haben ohne ein konstruktives Angebot von Ihnen, den Verantwortlichen und handelnden Personen, ein Ende gefunden. Leider nicht so, wie sich dies der Großteil unserer Fans, die Menschen in der Region, regionale Unternehmer und überregionale Investoren gewünscht und erhofft haben. Konjunktive und unklare Positionen sind in unserer Zusammenarbeit, in dieser Phase für den Verein und für mich untragbar. Klarheit und Transparenz sind Basiswerte des Vertrauens.

Es war immer mein Credo: wenn der FCK mich braucht und ich angefragt werde, dann werde ich alles Realistische und Menschenmögliche tun, um dem Verein und dem Umfeld mit meiner Erfahrung aus Fußball und Wirtschaft zu helfen, vor allem aber mit der Leidenschaft für Heimat und FCK. Zu dieser Aussage stehe ich und habe mich, nachdem Mathias Abel meinen Namen öffentlich im SKY-Interview ins Spiel gebracht hat, in alle Richtungen mit meinen vielfältigen Tätigkeiten und Wirkungskreisen auseinandergesetzt.Darüber hinaus habe ich mit meiner Familie und meinem privaten Umfeld, ohne deren hundertprozentige Unterstützung eine solche Aufgabe nicht machbar ist, überlegt, wie sie ein Amt mittragen können. Ich war bereit sehr viel aufzugeben, um eine schwierige Zeit für den Club zukunftsorientiert positiv mitzugestalten. Ohne jegliches Erfolgsversprechen, aber mit der klaren Bekundung alles Mögliche zu tun. Ich möchte mir nie im Leben selbst vorwerfen, dazu fühle ich mich als "Urgestein" verpflichtet, nicht alles für unseren Verein getan zu haben.

Von der ersten Minute an war klar kommuniziert: es kann/muss sich um eine verantwortungsvolle Aufgabe handeln, in der ich meine Stärken und meine Teamfähigkeit mit Fachleuten einbringen kann. Wo es fachlich qualifiziertere Leute gibt, muss man diese in Funktion setzen. Dabei spielten Faktoren, wie konstruktive, zielgerichtete Umsetzung im operativen Geschäft, interne/externe Kommunikation und die entscheidende Frage, wie ich meine Tätigkeit in der Wirtschaft für den FCK effizient einbringen kann, eine Rolle. Meine eindeutige Zielrichtung ist/war, den Verein mittelfristig in eine wirtschaftlich solide, sportlich immer ambitionierte Position zu bringen, die Stärken unseres Vereins herauszuarbeiten, die gesunkene Emotionalität, verlorenes Vertrauen bei den Fans und das wirtschaftliche Interesse am FCK und in der Region wieder zu beleben und zu generieren.

Gerne kläre ich in einem Punkt auf:

Sehr wohl ist satzungstechnisch eine Vorstandsfunktion möglich. Hier bestehen neben den Defiziten in der Entscheidungsfindung, wohl auch Defizite in den Kenntnissen der eigenen Satzung. Sicher darf es zu keiner Vorstandsflut kommen. Kann man bei der Position Marketing noch sinnieren, so ist es nicht nachvollziehbar, warum der FCK seine beiden favorisierten Kandidaten zum Sportvorstand ernennen will. Diese sind in ihren momentanen Vereinen "Sportlicher Leiter" (2. Liga) und "Geschäftsführer Sport" (3. Liga)!

Bei der großen Verantwortung spielte die finanzielle Gegenleistung für das Tätigkeitsfeld hierbei immer eine untergeordnete Rolle, war im Ansatz weit geringer taxiert, als die des Finanz- und Marketingvorstandes und weit weniger als die, des vom Aufsichtsrats geplanten Sportvorstandes. Für mich waren und sind Werte wie Tradition, Begeisterung, Identifikation und Wille ein Selbstverständnis. Diese traditionellen Werte werden offensichtlich vom Aufsichtsrat und dessen Vorsitzenden, Dr. Nikolai Riesenkampff, nicht mitgetragen und spielen bei der Zusammensetzung der verantwortlichen Positionen keine Rolle. Es ist bei mir der Eindruck entstanden, dass es zu keiner Zeit von ihm die Absicht gegeben hat, meine Person mit dem FCK in entscheidender Funktion und Tätigkeit in Verbindung zu sehen. Nur starke Leute können mit starken Leuten. Dies scheint ein Grundproblem, besonders beim FCK.

Mit meiner Person hat der Aufsichtsrat auf Zeit gespielt und würde es gerne weiter tun, sein offensichtliches Handlungsdefizit kaschiert er damit. Das ist fahrlässig meiner Person gegenüber und irreführend für Öffentlichkeit, Fans und Sponsoren. Gegenseitige Wertschätzung sieht anders aus. Bei allen Diskussionen um die Vergangenheit des Vereins und den handelnden Personen bewegen wir uns hier in einer neuen Sphäre.

Gerne habe ich Mathias Abel, den ich persönlich sehr schätze und der sich in den letzten Wochen für den FCK bewegt hat, persönlich bei seiner Kandidatur zum Aufsichtsrat unterstützt. Ich war außerordentlich verwundert, wie gerade er meinen Namen in einem öffentlichen Interview ohne Absprache für eine Vorstandsposition im FCK ins Spiel brachte und damit bei Fans, Medien und Wirtschaft Begehrlichkeiten und Diskussion erzeugt hat. Enttäuscht bin ich über die Entwicklung seit dieser Zeit und seiner Rolle. Das zeitnahe Erstreben einer Führungsposition und Eigenpositionierung scheinen in den Vordergrund getreten zu sein.

In diesem Zusammenhang habe ich den Verantwortlichen auch erklärt, dass meine Person mit einer vorzeitigen Demission des aktuellen Vorstandes, Stefan Kuntz, aus ethischen und wertigen Gründen im Sinne des 1. FC Kaiserslautern nicht in Verbindung gebracht werden kann. Ein sauberer Neubeginn des Vereins muss anders aussehen.

Der Aufsichtsrat hat es geschafft, ein einfaches Spiel mit vielen Steilpässen und Torchancen nicht zu gewinnen, wieder einmal. Ich hoffe, dass zukünftig nicht noch mehr "wahre rote Teufel" und Werte, die der FCK mal gelebt hat, verbrannt werden. Es erfordert schon jetzt viel Akribie und Mühe diese zu finden und herauszuarbeiten, man findet diese höchstens noch bei den treuen Fans, die auch heute im Spiel gegen Sandhausen alles gegeben haben. Auf eine positive FCK-Zukunft. Im Fußball ist alles möglich.

Mit sportlichen Grüßen,

Ihr/Euer

Dr. Markus Merk