Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Sonntag, 14. Juli 2019 Drucken

Sport

FCK: Klatt sagt sorry für die Turbulenzen

Von Oliver Sperk

Rund 120 FCK-Freunde haben die Fanversammlung gestern besucht. Auf dem Podium von rechts: Martin Bader, Michael Klatt, FCK-Fanbeauftragter Alexander Krist, Fanbeiratssprecher Werner Bohl sowie Fanbeirat Michael Löwe.

Rund 120 FCK-Freunde haben die Fanversammlung gestern besucht. Auf dem Podium von rechts: Martin Bader, Michael Klatt, FCK-Fanbeauftragter Alexander Krist, Fanbeiratssprecher Werner Bohl sowie Fanbeirat Michael Löwe. ( FOTO: KUNZ)

Rund 120 Fans des 1. FC Kaiserslautern haben am Samstag auf dem „Betze“ mit der Geschäftsführung diskutiert. Über Geldgeber Flavio Becca ist während der 100 Minuten ebenso gesprochen worden wie über die nun beginnende Saison.

Es gab durchaus kontroverse Diskussionen bei der turnusmäßigen Fanversammlung des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern im Presseraum des Fritz-Walter-Stadions. Die Gespräche waren teils emotional, aber sehr gesittet. Die Veranstaltung hat erstmals der neue Fanbeauftragte Alexander Krist (26) moderiert. Und das sehr souverän. Der kaufmännische FCK-Geschäftsführer Michael Klatt betonte auf Anfrage eines Fans, er mache sich „keine Sorgen“ um die Finanzkraft von FCK-Geldgeber Flavio Becca, dem potenziellen Großinvestor bei den Roten Teufeln, mit Blick auf dessen Gerichtsprozesse in Luxemburg.

Klatt unterstrich noch einmal, dass sein Geschäftsführerkollege Sport, Martin Bader, und er beim Kampf um die nun bedingungslos erhaltene Lizenz für die kommende Saison Verantwortung „für 8 Millionen Euro an Fangeldern und mindestens 50 bis 60 Arbeitsplätze“ zu tragen hatten. „Martin Bader und ich sitzen im Cockpit, wir sind für den Kurs verantwortlich. Es tut mir leid, dass es Turbulenzen gab“, sagte Klatt. Aus Fankreisen gab es deutliche Kritik, dass der oft angekündigte Verkauf von FCK-Aktien an Fans in kleinen Stückelungen weder erfolgt noch absehbar sei.

11.000 Dauerkarten verkauft

Klatt begründete dies damit, dass es für alle besser sei, wenn erst der Unternehmenswert neu ermittelt, respektive ausverhandelt sei. „Daran arbeiten wir mit Hochdruck“, sagte der Finanzfachmann mit Blick auf die permanenten Gespräche mit Becca.

11.000 Dauerkarten hat der Vorjahres-Neunte bisher für die für den FCK am Samstag (14 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den die SpVgg Unterhaching beginnende Saison 2019/20 verkauft. In der gesamten vorigen Runde waren es 12.750.

Perspektivspieler konnten gehalten werden

Ein konkretes Saisonziel will Bader, der Geschäftsführer Sport, nicht kommunizieren. Dass sich alle nach dem Aufstieg sehnen, ist ohnehin klar. „Erfolgreichen Fußball zu spielen“, stehe über allem, sagte Bader. „Jeder ist getrieben, diesen Verein nach oben zu führen. Fehler aber macht jeder, man muss jedoch aus den Fehlern lernen.“

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

Der Sportchef verdeutlichte, dass es dank des „bunten Blumenstraußes“ an Finanzierungsbausteinen gelungen sei, wichtige Perspektivspieler zu halten. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein Lennart Grill, ein Carlo Sickinger, ein Dominik Schad oder ein Christian Kühlwetter bei uns geblieben sind“, betonte Bader angesichts von Offerten, „wir haben sie mit unserem sportlichen Konzept überzeugt, hierzubleiben.“ Mit sieben Neuen sei dem Team „das zugeführt worden, was ihm vergangene Saison gefehlt hat“.

Neu sind künftig auch die Stadion-Öffnungszeiten an Spieltagen: Um Personalkosten zu sparen, wird das Fritz-Walter-Stadion bei Spielen erst 90 Minuten vor dem Anpfiff aufgesperrt, nicht wie bisher 120 Minuten.

Rückzahlung ab 1. August fällig

Ab 1. August steht für den FCK die Rückzahlung der verbliebenen 5,6 Millionen Euro aus der alten Betze-Anleihe von 2013 an. Die Fans, die die Anleihe im Wertpapierdepot bei der Bank haben, bekommen das Guthaben automatisch überwiesen. Darauf wies Klatt hin. „Diejenigen, die Schmuckurkunden haben, müssen diese ab dem 1. August auf dem Betze im Fanshop hinter der Südtribüne vorlegen, um ihr Geld überwiesen zu bekommen. Aber bitte nicht alle am 1. August. Es ist noch Geld da, hier gilt nicht: Solange der Vorrat reicht ...“, sagte Klatt schmunzelnd.

Eine weitere Gelegenheit zur Aussprache vor der nach FCK-Mitteilung für Oktober geplanten Jahreshauptversammlung gibt es am Sonntag in zwei Wochen, am 28. Juli. Um 10 Uhr beginnt dann in den Räumen des Fritz-Walter-Stadions ein Mitgliederforum. Dort werde auch der Aufsichtsrat „allen FCK-Mitgliedern Rede und Antwort stehen“.