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Montag, 20. August 2018 Drucken

Sport

FCK in zwei Akten vorgeführt

Von Oliver Sperk & Horst Konzok

Lauterer Lichtblick: Lukas Spalvis trifft per Kopf zum 1:3. Torhüter Gregor Kobel sieht nicht gut aus.

Lauterer Lichtblick: Lukas Spalvis trifft per Kopf zum 1:3. Torhüter Gregor Kobel sieht nicht gut aus. ( Foto: KUNZ)

Immer einen Schritt schneller: Hier hängt der überragende Joelinton FCK-Mittelfeldspieler Mads Albaek (links) ab.

Immer einen Schritt schneller: Hier hängt der überragende Joelinton FCK-Mittelfeldspieler Mads Albaek (links) ab. ( Foto: KUNZ)

Julian Nagelsmann, Hoffenheims Trainer, zeigte sich während der 94 Minuten im lässigen Freizeit-Look. Er ahnte wohl, dass es ein Spaziergang beim FCK werden würde.

Dabei hatte der Champions-League-Teilnehmer aus dem Kraichgau nicht mal seine komplette Kapelle auf der Bühne. Gesetzte Größen wie Torhüter Baumann und die Offensiv-Asse Amiri, Demirbay und Kramaric fehlten gegen den Drittligisten. So war Joelinton erste Wahl, avancierte zum Mann des Tages und war neben Nico Schulz der beste Spieler auf dem Platz. „Die österreichische Liga hat ihm sehr gut getan“, bilanzierte Nagelsmann die beiden Jahre des Brasilianers auf Leihbasis bei Rapid Wien. 15 Tore in 60 Ligaspielen hat Joelinton geschossen, der 2015 mit gerade 19 nach Hoffenheim kam. Mit seinen drei Treffern und einer Torvorbereitung betrieb der 22-Jährige beim 6:1 im Fritz-Walter-Stadion tüchtig Eigenwerbung. So versucht Nagelsmann seinen „fast fertigen Plan“ für die Bundesliga-Saisonouvertüre am Freitag (20.30 Uhr) beim FC Bayern München derart zu modifizieren, dass das Kraftpaket in die Startelf „reinpasst“. „Es ist schon eine Kante, die eklig zu verteidigen ist“, schwärmte Nagelsmann.

 

 

„Ich habe drei Jahre auf diesen Moment gewartet“, sagte Joelinton nach seiner Gala: „Ich habe mich in den zwei Jahren gut entwickelt und auch ein bisschen Deutsch gelernt, wenn auch nicht perfekt.“ Das Lob genoss der 1,86 Meter große Stürmer: „Ich will immer mein Bestes geben. Ich fühle mich gut. Jedes Spiel ist für mich ein Finale.“

Hoffenheim setzt Trainer-Vorgaben um

 

 

Nagelsmanns Team setzte die Vorgabe um, die Weichen früh auf Sieg zu stellen. „Nach dem 3:0 haben wir dann etwas nachgelassen, vielleicht auch, weil wir in den ersten 20 Minuten das Gefühl hatten, es geht recht simpel. Aber ich bin zufrieden, dass wir nach der Pause wieder aufs Gaspedal gedrückt haben.“ In der Pokalpartie vor „einer Bundesliga-Kulisse“ von 22.818 Zuschauern auf dem „Betze“ sah der 31-Jährige „eine gute Vorbereitung“ auf das Spiel beim FC Bayern.

 

 

In einer Trinkpause, die unmittelbar nach dem 0:3 folgte, hatte FCK-Coach Michael Frontzeck seine Mannschaft aufgefordert, nicht nur die Räume zu besetzen, sondern sich auch von dem körperlosen Spiel zu verabschieden. Die besten 23 Minuten der Lauterer folgten. Mads Albaek vergab die große Chance (28.). Lukas Spalvis, der nach Hemlein-Lupfer frei vor Torwart Kobel war und scheiterte (20.), sorgte per Kopf nach Dick-Freistoß für das 1:3 (33.). Mit dem Willen, die Partie mit einem Sturmlauf Richtung Westen zu drehen, liefen die Lauterer dem Gast ins offene Messer. Die Deckung war total entblößt, der bemitleidenswerte Torhüter Jan-Ole Sievers stand schutzlos in der Schießbude.

 

 

„Da zählt nur eine Sache – das sind die drei Punkte“, sagte Spalvis mit Blick auf die kommende Drittliga-Partie am Samstag (14 Uhr) gegen den Karlsruher SC.

"Publikum war herausragend"

 

 

„Wir haben zu wenig Zeit, um uns zu lange mit dem Pokalspiel aufzuhalten“, sagte Michael Frontzeck gestern Mittag nach dem Training. „Unser Publikum war herausragend. Es wäre ein Leichtes gewesen, die Mannschaft nach dem 3:0 vom Platz zu pfeifen, aber die Leute haben gesehen, dass es die Mannschaft versucht, auch wenn es an diesem Tag ein Zwei-Klassen-Unterschied war“, sagte der FCK-Coach: „Hoffenheim war gnadenlos effektiv, zehn Chancen, sechs Tore ...“

 

 

Für einen Derby-Einsatz empfohlen hat sich Jan Löhmannsröben, der zur Pause Gino Fechner ablöste. „Es war meine Intention, mich ins Schaufenster zu stellen und zu zeigen, dass ich spielen will“, sagte der routinierte Mittelfeldmann, der die Pokalschlappe schnell abgehakt wissen möchte: „Wenn wir geduscht haben, muss das Spiel raus aus den Köpfen sein.“

 

 

„Es ist sehr enttäuschend“, sagte der deprimierte Florian Dick, der keinen Zugriff auf den wie ein Linksaußen anstürmenden Verteidiger Schulz bekommen hatte. „Es ist eine schwierige Phase“, sagte Dick.

 

 

Sportvorstand Martin Bader ist trotz der Rückschläge weiter von der Mentalität und Qualität der neuen Mannschaft überzeugt. Zukäufe im Sommerschlussverkauf sind deshalb nicht geplant. Noch nicht!

 

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

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