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Samstag, 22. April 2017 Drucken

Sport

FCK feiert „dreckigen Sieg“

FUSSBALL: 1:0 gegen 1860 München durch Gytkjaer-Eigentor – Julian Pollersbeck als Rückhalt – Daniel Halfar gibt wichtige Impulse

VON OLIVER SPERK & HORST KONZOK

 

Leid und Glück: Während Christian Gytkjaer sein Eigentor wegstecken muss, jubeln hinten Ewerton, Robin Koch und Marcel Gaus (von links). ( Foto: KUNZ)

So fiel der Lauterer Siegtreffer: Pechvogel Christian Gytkjaer köpft den Ball vor Marcel Gaus – aber ins eigene Tor. ( Foto: KUNZ)

KAISERSLAUTERN. Der 1. FC Kaiserslautern hatte in 29 Spielen 23 Tore erzielt. Das 24. schenkte ihnen Christian Gytkjaer, der Pechvogel der „Löwen“, mit einem Eigentor. Es besiegelte den glücklichen 1:0 (0:0)-Sieg des FCK gegen 1860 München und bescherte drei wichtige Punkte im Zweitliga-Überlebenskampf.

 

Drei Spitzen – Osayamen Osawe, Jacques Zoua, Sebastian Kerk – und doch nur eine Lauterer Chance in einer ersten Halbzeit voller Stückwerk: Nach Kerks zweiter Ecke, von links serviert, hämmerte Tim Heubach den Ball mit satter Direktabnahme Richtung „Löwen“-Tor, das Stefan Ortega in dieser Szene sauber hielt (11.).

Es gelang dem FCK lange nicht, die „Sechziger“ unter Druck zu setzen, die Ball und Gegner laufen ließen, in Michael Liendl einen perfekten Techniker in der Schaltzentrale wissen, der fast jeden Standard zu einem Gefahrenmoment aufwertete. So mit seinem Freistoß in der 20. Minute, den Julian Pollersbeck erst spät ortete; er konnte den Ball nur mit Glück und Mühe zur Ecke lenken. Das Passspiel des FCK hatte immer wieder Bumerang-Wirkung. Ballbesitz = Fehlpass – die Mängel im Aufbauspiel erleichterten Ba und Kollegen die Abwehrarbeit. Da machte sich Phillipp Mwene viel kaputt, da missriet Christoph Moritz vieles, auch Marcel Gaus kam nicht wie gewohnt auf Touren.

Stipe Vucur, zunächst mit Ewerton und Heubach ein perfekter Sicherheitsdienst vor Pollersbeck, verbündete sich dann wieder einmal mit Bruder Leichtfuß. Zwei Minuten vor der Pause verschlampte er den Ball gegen Amilton, Gytkjaer schoss, aber Pollersbeck klärte grandios mit Fußabwehr (43.). Nach zu kurzer Kopfballwehr Vucurs pfefferte Gytkjaer die Kugel knapp übers Tor (45.).

Das FCK-Spiel wurde besser, griffiger, als Daniel Halfar für Kerk kam, das Offensivspiel mit Laufstärke und Einsatz belebte. In der 53. Minute musste Gaus nach einem perfekten Moritz-Pass für das 1:0 sorgen, doch anstatt abzuschließen, entschloss er sich zum Abspiel, das aber nie bei Zoua ankam. Es war mehr Abstiegskrampf als Abstiegskampf, die „Löwen“ technisch besser, spielerisch stärker, ergötzten sich an 64 Prozent Ballbesitz, sie kamen aber trotz der 13 Eckbälle und der Einwechslung der Stürmerroutiniers Sascha Mölders und Ivica Olic zu wenigen klaren Chancen gegen leidenschaftlich verteidigende Lauterer. Klasse, wie Pollersbeck in der 71. Minute gegen Lumor klärte. Zwei Minuten später stand der Betzenberg kopf, als Gytkjaer einen Halfar-Freistoß beim Klärungsversuch ins eigene Tor köpfte. „Das waren drei sehr, sehr wichtige Punkte, die Erleichterung ist sehr, sehr groß“, sagte Halfar, „man hat gemerkt, dass es um viel ging in diesem Spiel, auch der Druck von außen war groß. Wir haben viele einfache Fehler gemacht, aber du musst eben in so einer Phase ab und zu mal Glück haben.“

FCK-Schlussmann Pollersbeck, der zum 13. Mal mit weißer Weste, sprich ohne Gegentor, vom Platz ging, sagte: „Wir hatten so oft Pech, heute hatten wir endlich auch mal Glück. Es war ein richtig dreckiger Sieg.“

Die „Löwen“ versuchten es nach dem Rückstand mit der Brechstange, die Roten Teufel kämpften verbissen um den Sieg und hatten durch Robert Glatzel (84., 89.) nach Vorarbeit von Moritz und Vucur zwei große Möglichkeiten zum 2:0. Münchens Trainer Vitor Pereira bestand nach der für die „Löwen“ – mit weiter 33 Punkten nun zwei Zähler hinter dem FCK (13.) vorerst 14. – bitteren Niederlage darauf, dass seine vier Spiele vor Saisonende weiter arg abstiegsbedrohte Mannschaft die deutlich bessere gewesen sei. Dies konterte FCK-Trainer Meier in seiner trockenen, unnachahmlichen Art: „Am Ende des Tages ist mir scheißegal, wer das bessere Spiel gemacht hat, am Ende sind die Punkte entscheidend, und wir haben heute alle drei geholt.“

So spielten sie

1. FC Kaiserslautern:

Pollersbeck - Vucur, Ewerton, Heubach - Mwene, Koch, Gaus - Moritz - Osawe (87. Przybylko), Zoua (69. Glatzel), Kerk (46. Halfar) 1860 München:

Ortega - Pongracic, Ba, Uduokhai - Liendl - Busch, Lacazette (74. Neuhaus), Lumor - Amilton (78. Mölders), Gytkjaer, Aigner (78. Olic) Tor:

1:0 Gytkjaer (73., Eigentor) - Gelbe Karten:

Mölders (5/1), Ba (5), Gytkjaer (2) - Beste Spieler:

Pollersbeck, Heubach, Halfar - Ortega, Ba, Liendl - Zuschauer:

27.906 - Schiedsrichter:

Petersen (Stuttgart).

 

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