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Donnerstag, 16. Mai 2019 Drucken

Sport

FCK: Becca erneuert Angebot - der Krimi geht weiter

Von Hans-Joachim Redzimski, Oliver Sperk & Horst Konzok

Schauplatz eines Wirtschaftskrimis: der Lauterer Betzenberg und das Fritz-Walter-Stadion.

Schauplatz eines Wirtschaftskrimis: der Lauterer Betzenberg und das Fritz-Walter-Stadion. ( Foto: KUNZ)

Der Luxemburger Unternehmer Flavio Becca hat sein Angebot, beim FCK einzusteigen, erneuert. Zuvor haben FCK-Hauptkreditgeber Quattrex und Vermarkter Lagardère das Konzept Lauterer Investoren abgelehnt. Der FCK aber braucht das Quattrex-Geld für die Drittliga-Lizenz. Oder schnell neue Ideen.

Der 28. Mai rückt näher. Bis dahin müssen Geld und/oder wasserdichte Nachweise der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des FCK beim Deutschen Fußball-Bund vorliegen. Eines der vielen Probleme beim hoch verschuldeten Klub – der Beirat der FCK-Kapitalgesellschaft ist sich nach wie vor alles andere als einig, wie die kommende Saison und vor allem auch folgende Spielzeiten finanziert werden sollen. Am Donnerstag tagen Aufsichtsrat und Beirat erneut.

Ein Einstieg Beccas mit einer Art Vorschuss von 2,6 Millionen Euro und rund 25 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren würde die Positionen der Geschäftsführer Michael Klatt und Martin Bader sowie des Beiratsvorsitzenden Patrick Banf zunächst stärken. Sie waren seine Hauptverhandlungspartner. Dennoch fehlen dem FCK noch rund vier Millionen Euro, die Quattrex als Kreditgeber und als Vermittler beisteuern soll. Quattrex und Lagardère würden Milliardär Becca als sehr potenten Investor bevorzugen, um das eigene Engagement abzusichern. Becca hat nach RHEINPFALZ-Informationen am Mittwoch sein Angebot an den FCK zeitlich und finanziell Banf gegenüber schriftlich präzisiert.

Littig offenbar ohne Mandat in Paris

Hotelier Hans Sachs, neben Kunststoffkanister-Hersteller Klaus Dienes einer der beiden regionalen Investoren, die dem FCK drei Millionen Euro Eigenkapital zur Verfügung stellen wollen, kündigte am Mittwoch für Donnerstag eine Erklärung an. Eine Nachbesserung des Angebots hat es bisher nicht gegeben. FCK-Aufsichtsratsvorsitzender und Beiratsmitglied Michael Littig war am Mittwoch offenbar ohne Mandat des Beirats in Paris. Er soll dort den Quattrex-Geschäftsführer getroffen haben. Littig soll versucht haben, ihn für die regionalen Investoren zu gewinnen. Was ihm nicht gelang. Littig befürwortet eine Lösung mit den Lauterer Investoren, hat aber Becca in einem RHEINPFALZ-Interview die Hand gereicht. Der hat dies jedoch nicht erwidert.

Der Kaiserslauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel (SPD) hat unterdessen unterstrichen, dass er die Vermarktung des Fritz-Walter-Stadions und der angrenzenden Grundstücke vom Investorenengagement in den 1. FC Kaiserslautern strengstens trennt. Weichel erklärte Mittwoch gegenüber der RHEINPFALZ, er werde mit allen reden, die ein Interesse an Stadion und Grundstücken hätten. Er werde sich dann das beste Angebot aussuchen. Weichel betonte, er müsse die Stadiongesellschaft sanieren. Sollte es nicht zu einem Einstieg Flavio Beccas beim FCK kommen, könnte es also sein, dass er dann auch weiter mit dem Luxemburger Unternehmer über Stadion und Grundstücke verhandele.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beccas Interesse am Pfaff-Gelände

Weichel hatte mit Becca am Montag eine gute Stunde im Rathaus gesprochen. Es ging dabei um Stadion und angrenzende Grundstücke. Es drehte sich dabei aber auch um Flächen auf dem früheren Pfaff-Gelände. Weichel erklärte, Becca habe vor einiger Zeit Interesse am früheren Pfaff-Gelände gezeigt. Er kenne das Entwicklungspotenzial, das in dem Gelände stecke. Es gehe hier um ein sehr großflächiges Interesse, nicht um ein Baufeld. Für den Luxemburger Bauunternehmer sei das frühere Pfaff-Gelände noch kleinflächig.

Weichel erklärte, Becca sei Bauträger und Entwickler. Er habe in Luxemburg sehr viel bewegt, etwa im Regierungsviertel. Es sei tolle, hochwertige Architektur entstanden. Die Vermarktung des Kaiserslauterer Stadions muss nach den Worten Weichels im Paket gesehen werden mit anderen Liegenschaften, die sportkonjunkturunabhängig sind. Die Rendite ziehe man nicht aus dem Stadion, sondern aus dem Umfeld.