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Freitag, 15. März 2019 Drucken

Meinung

Endlich aufgewacht

Von Annette Weber

(Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa)

Lange Zeit hatte man den Eindruck, junge Menschen bewegten sich nur noch in virtuellen Räumen. Jetzt gehen sie auf die Straße – für den Klimaschutz.

Manchmal sind soziale Medien wirklich sozial. Mit Hilfe von Facebook, WhatsApp, Instagram und Co. hat sich eine weltweite Protestbewegung für mehr Umweltschutz organisiert. Junge Leute protestieren auf allen Erdteilen, in Städten, Dörfern und auf abgelegenen Inseln gegen den von Menschen verursachten Klimawandel und gegen die weitgehende Tatenlosigkeit ihrer Eltern- und Großelterngeneration.

Jugend hat erkannt, dass sie ihre Stimme erheben muss

Und diese Eltern- und Großelterngeneration kann heilfroh sein, dass es derzeit anders läuft als vor drei Jahren in Großbritannien, als das politische Desinteresse der jungen Menschen nicht unwesentlich dazu beigetragen hat, ein ganzes Land ins Chaos zu stürzen. Bezüglich der Gefahren des menschengemachten Klimawandels haben die jungen Menschen dagegen rechtzeitig erkannt, dass sie ihre Stimme erheben müssen, weil es um ihre Zukunft geht.

Politiker müssen endlich ihre Arbeit machen

Deshalb wäre es dringend notwendig, dass die Politikerinnen und Politiker die Jugendlichen endlich ernst nehmen und sie nicht – wie bisher geschehen – entweder gönnerhaft behandeln oder gar maßregeln. Die Verantwortlichen in Berlin, Brüssel, Washington und all den anderen Hauptstädten müssen endlich ihre Arbeit machen, anstatt die jungen Leute nur zu kritisieren. Die Proteste aussitzen zu wollen ist definitiv die falsche Taktik. Denn dann könnten sich die Jugendlichen entweder enttäuscht ganz von der Politik abwenden oder sich sogar radikalisieren. Beides wäre verhängnisvoll.