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Dienstag, 13. Februar 2018 Drucken

Grünstadt

Eine närrische Ära geht zu Ende

SAUSENHEIM: Gerd Walther hat sich nach 33 Jahren als Fasnachtspräsident des Sportvereins verabschiedet

Fasnachter im Zeichen des Esels: Gerd Walther.

Fasnachter im Zeichen des Esels: Gerd Walther. ( Foto: Lau)

Nach exakt 33 Jahren hat sich am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus Sausenheim Gerd Walther als Fasnachtspräsident des Turn- und Sportvereins (TuS) verabschiedet.

Der Ortsvorsteher und Vorsitzende des TuS kam 1978 in den Ortsteil. Der ausgebildete Logopäde war bis zu seiner Pensionierung 2010 als Förderschullehrer tätig. Das 72-jährige Presbyteriumsmitglied organisierte erstmals 1985 in Sausenheim einen Kostümball mit karnevalistischen Einlagen und hatte sofort großen Erfolg. Eine seiner Glanznummern war das Männerballett – August Nahstoll, Hubert Thannheiser, Franz Benda, Werner Kuntz, Norbert Tremmel und ihm – das auf das Lied „Schneeflöckchen – Weißröckchen“ tanzte. Für das Training hatte Walther eigens eine Tanzlehrerin aus Ludwigshafen engagiert, seine Frau Helga nähte für die Männer die Röckchen.

Vor 33 Jahren seien noch Maskenbälle ausgerichtet worden, die allerdings immer weniger Besucher anzogen. Ab 1986 fanden dann „richtige“ Prunksitzungen in Zusammenarbeit mit dem Männergesangverein unter Norbert Messer statt. Auch für die Kulissen zeichnete Walther mit seinem künstlerischem Talent verantwortlich.

Ab 2001 führte der Sausenheimer Ortsvorsteher auch als Präsident des Elferrates durch die Sitzungen der Siedlergemeinschaft Grünstadt bis heute. „Die Zeiten haben sich enorm geändert. Heute wird von den aktiven Fasnachtern sehr viel erwartet, was sich letztlich auch auf die Qualität der Prunksitzungen auswirkt“, sagt Walther. Er selbst geht seit Jahren als politischer Redner bei den Siedlern als Till in die Bütt.

In Sausenheim stand er auch als Kokolores-Redner auf der Bühne. Daneben kann er mit Stolz auf die „Ranzengarde“ des Sportvereins verweisen, die übrigens aus dem klassischen Ballett von 1985 entstand, und für die heute Richard Eitelmann und als Trainerin Andrea Hoffmann-Schulz verantwortlich sind. Aber auch die Sausrummer Hexen, die frühere Damengruppe „TuSSies“ und viele gute Büttenredner wie Elke Siegel, Otto Tremmel, Günter Dudenhöffer, Ute und Werner Kuntz, feierten unter Präsident Walther große Erfolge in den urigen Prunksitzungen im Dorfgemeinschaftshaus.

Nicht zuletzt begeisterte seine Tochter Silke schon mit acht Jahren in Sausenheim die Besucher als Tanzmariechen. Sie trat auch bei der Siedlergemeinschaft Grünstadt auf und gehörte später zu den Tanzformationen „New Generation“ und der Showtanzgruppe des Tanzstudios von Claudia Dauth.

Im kommenden Jahr wird Walther auch den Vorsitz beim TuS in jüngere Hände legen. Ob die Prunksitzungen weiter vom Sportverein veranstaltet werden, steht noch nicht fest. Eines ist aber klar: Mit dem Abschied von Gerd Walther geht in Sausenheim eine Narren-Ära zu Ende. |lau