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Freitag, 31. Mai 2019 Drucken

Speyer: Kultur Regional

Eine Leidenschaft, zwei Babys, drittes geplant

Regisseurin Caro Lobig präsentiert Dokumentarfilm „Magie der Wildpferde“ im Theaterhaus in Speyer

Von Christa Kiefer

Im Film zu sehen: ein Mustang aus Oregon.

Im Film zu sehen: ein Mustang aus Oregon. ( Foto: Catamaranbfilms/FREI)

Beim Dreh in den USA: Regisseurin Caro Lobig.

Beim Dreh in den USA: Regisseurin Caro Lobig. ( Foto: Catamaranbfilms/FREI)

Die Journalistin und Regisseurin Caro Lobig aus Speyer hat einen neuen Dokumentarfilm gedreht. „Magie der Wildpferde“ heißt er. Im Theaterhaus in Speyer präsentierte sie ihn vor dem offiziellen Start – und sie hatte auch eine Protagonistin dabei.

Für viele wild lebende Tiere schwindet ihr Lebensraum immer mehr. Ursache ist der Mensch, der sich wiederum immer mehr ausbreitet, und weltweit die massenhafte Haltung von Tieren in der Landwirtschaft zur Fleischgewinnung. Diese Problematik hat die in Speyer geborene Journalistin und Regisseurin Caro Lobig am Beispiel der Wildpferde in ihrem zweiten Dokumentarfilm aufgezeigt. Bevor der Film mit dem Titel „Magie der Wildpferde“ ab dem 6. Juni regulär in Deutschland, Österreich und der Schweiz in über 40 Kinos gezeigt wird, sahen ihn zirka 100 Besucher bei einer Vorpremiere im Theaterhaus in Speyer.

Lobig hat nach dem Abitur 2010 Online-Journalismus an der Hochschule in Darmstadt studiert. Praxiserfahrungen machte sie bei Tageszeitungen, darunter auch die RHEINPFALZ, dem ZDF, Zeit online und der Süddeutschen Zeitung. Undercover- Einsätze hatte sie bei Zalando und der Lebenshilfe in Speyer. Sie ist Mitarbeiterin im Team Wallraff.

Was hat dies nun mit Pferden zu tun? Lobig erzählt, dass sie schon seit ihrer Kindheit Pferde liebe und gerne reite. „Pferde sind meine große Leidenschaft. Ich habe auch ein eigenes Pferd“, sagt sie. Daher sei sie auf die Idee mit den Filmen gekommen: „Diese Dokumentarfilme sind unser Baby.“ Mit „unser“ sind sie und ihr Partner Timo Lendzion gemeint. Er hat das Drehen und den Schnitt übernommen, sie war für den Inhalt des Films und die Interviews verantwortlich. Ihnen beiden gehöre die Filmproduktion Catamaranfilms mit Sitz in Köln.

„Wenn Wildpferde einem Menschen vertrauen, wird er Teil ihrer Herde. Wir tragen Verantwortung für diese Tiere und ihren Lebensraum“, sagt Lobig.

Ihr erster Dokumentarfilm „Aus Liebe zum Mustang“ handelte von drei Stuten, die von drei deutschen Trainerinnen artgerecht ausgebildet wurden. Die Schimmelstute Uschi von Pferdetrainerin Sandra Schneider (Vox-Pferdeprofis) ist im zweiten Dokumentarfilm nochmals zu sehen. „Mein Pferd soll sich nicht in Gefangenschaft, sondern so frei wie möglich fühlen“, sagt Schneider. Wichtig war den Trainerinnen die gewaltfreie Ausbildung der Tiere.

Mit Mustangs beginnt auch der zweite Film. Die Pferde müssten eingefangen werden, denn es gebe zu viele von ihnen, heißt es im Film. Weideflächen sind rar – und so sei es besser, die Pferde einzufangen, als dass sie verhungerten. Ein Helikopter treibt die Mustangs in die Gefangenschaft. Getötet werden dürften sie nicht. Interessenten können sie adoptieren, manche werden auch wieder freigelassen. „Sie sind einzigartig und geben dir alles“, sagt Pferdetrainerin Sandra Williamson im Film, die aus Bayern in die USA kam.

Die junge Reiterin Simone Hage war als Protagonistin bei der Speyerer Präsentation des Films dabei. Im Film und im Gespräch danach begeisterte sie das Publikum mit ihrem heiteren und strahlenden Wesen. Hage hatte sich zwei Koniks gekauft – Wildponys aus Polen – und war mit ihnen, einer befreundeten Reiterin und einem Border Collie auf Tour gegangen. Sie legte von Deutschland bis nach Dänemark 1500 Kilometer auf dem Pferd zurück. Die Pferde Coco und Luna waren noch sehr jung und wurden von Hage auf geduldige und liebevolle Weise fast spielerisch gezähmt. Mit ihrer Hilfe bewältigten sie selbst größere Hindernisse.

Auch in Andalusien sind Wildpferde zu Hause. Zwar gibt es dort eine wunderschöne Landschaft, doch selbst hier heißt es, dass es zu viele Wildpferde gebe. Mehr als 1000 dürften es nicht sein. Daher werden die Pferde einmal im Jahr zusammengetrieben und die Fohlen verkauft.

„Da hatte ich schon Angst, als diese große Herde auf uns zu galoppierte“, sagt Lobig. Der Bestand dieser andalusischen Rasse solle erhalten werden. Erklärungen dazu gibt Arien Aguilar (europaweit bekannter Horsemanship-Trainer). Von den andalusischen Pferden gibt es eine Verbindung zu den Mustangs. Die spanischen Eroberer brachten ihre Pferde mit nach Amerika. Dort gab es ursprünglich keine Pferde. Aus den ausgebüxten Pferden der Spanier entwickelten sich die Mustangs. Somit schließt sich der Kreis.

Caro Lobig plant schon einen dritten Film. Er soll das Wanderreiten zum Thema haben.