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Donnerstag, 06. Dezember 2018 Drucken

Meinung

Deponie-Unglück in Heßheim: Ärger in der Bevölkerung wächst

Ein Kommentar von Waltraud Werdelis

Am 21. August sind zwei Menschen gestorben, weil sie auf der Heßheimer Deponie mit einem Behälter für Sondermüll hantiert haben und dabei eine giftige Substanz, vermutlich Blausäure, freigesetzt wurde. Dass die Ermittlungsbehörden dreieinhalb Monate später kaum mehr als das sagen können oder wollen, ist schwer zu ertragen.

Besonders für die Hinterbliebenen, aber auch für die Bewohner Heßheims und Gerolsheims, die in relativer Nähe zu dem Sonderabfall-Zwischenlager wohnen und bei jedem Blaulichtfahrzeug, das dort hin fährt, eine Katastrophe befürchten. Die Sorge und der Ärger in der Bevölkerung wachsen, je mehr Zeit vergeht, ohne dass drängende Fragen beantwortet werden.

Was hat die beiden Süd-Müll-Mitarbeiter wirklich getötet? Woher kam die Substanz und wie konnte sie in den offenbar anders etikettierten Behälter gelangen? War es ein Versehen, Schlamperei oder eine vorsätzliche Straftat? Wer hat Schuld und wie hätte der Fall verhindert werden können?

Große Verantwortung für Bürgerinitiative

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal ist sich des öffentlichen Interesses bewusst und gibt trotzdem keine Zwischenergebnisse ihrer Ermittlungen bekannt. Und auch mit einem Ergebnis der von der Gewerbeaufsicht geforderten Störfalluntersuchung bei Süd-Müll ist so bald nicht zu rechnen.

In diesem Schwebezustand kommt der fast 40 Jahre alten Heßheimer Bürgerinitiative mit dem Namen „Schutzgemeinschaft gegen Mülldeponie“ eine große Verantwortung zu. Sie erlebt aufgrund der Ereignisse und wegen des Informationsvakuums gerade einen Mitglieder- und Bedeutungszuwachs und kann ordentlich Druck machen für ihre Forderung, das Sondermülllager zu schließen.

Vor einer Versuchung sollte sich der Verein aber hüten: Die Ängste der Menschen noch mehr zu schüren und das Vertrauen in die Institutionen unseres Rechtsstaats bewusst zu untergraben.