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Mittwoch, 10. Juli 2019 Drucken

Grünstadt

Dank geht durch den Magen

BOCKENHEIM: Johannes Steiniger hat oft mit Bitten und Hilfsgesuchen zu tun. Ein Ehepaar aus Bockenheim dankte dem Bundestagsabgeordneten nun für seinen Einsatz. Denn er hatte in einer Visumsangelegenheit für ein Praktikum in Deutschland vermittelt.

Von Kathrin Schnurrer

Johannes Steiniger spricht mit Klaus und Delanji Böll und Manisha Sonali (von links). Der Bundestagsabgeordnete hat Manisha geholfen, ein Visum für ein Praktikum in der Kita in Bockenheim zu bekommen.

Johannes Steiniger spricht mit Klaus und Delanji Böll und Manisha Sonali (von links). Der Bundestagsabgeordnete hat Manisha geholfen, ein Visum für ein Praktikum in der Kita in Bockenheim zu bekommen. ( Foto: BENNDORF )

Klaus Böll hat zwar gehofft, dass seine Nichte Manisha Sonali ein Visum für ein Praktikum in Deutschland bekommt – aber sicher war er nicht. Schließlich hatte die Deutsche Botschaft in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, den ersten Antrag abgelehnt. Die Botschaft befürchtete, dass die 21-Jährige nach ihrem Wunsch-Praktikum in der Kita in Bockenheim nicht mehr nach Hause fährt. Schließlich sei sie unverheiratet und kinderlos.

Nach der Absage baten Klaus und seine Frau Delanji Böll den Bundestagsabgeordneten Johannes Steiniger (CDU) um Hilfe – und sind heute froh darüber. Steiniger nahm Kontakt mit der Botschaft auf, Manisha bekam das Visum. „Er hat sich wirklich gekümmert“, lobt Klaus Böll. „Es freut mich, dass es geklappt hat“, sagt Delanji Böll. Ihre Nichte habe während des dreimonatigen Praktikums in der Kita viele Erfahrungen gesammelt. Manisha sagt: „Die Zeit hier war sehr interessant.“

Beim 32-jährigen Bundestagsabgeordneten melden sich immer wieder Menschen, die Hilfe brauchen. Im Fall der quietschenden Züge in Grünstadt und Freinsheim habe er dafür gesorgt, dass die Orte in ein Pilotprojekt der Deutschen Bahn aufgenommen wurden, erzählt er. Bislang zeigt die neuartige Schienenschmierung zwar keinen Erfolg, Steiniger will aber am Ball bleiben: „Wir müssen nachhaken, warum es keine Besserung gibt.“ In einem anderen Fall habe sich eine junge Frau an ihn gewandt, die an Brustkrebs erkrankt war und erreichen wollte, dass die Krankenkassen die Kosten für die Entnahme und das Einfrieren von Eizellen übernehmen, berichtet er. Er habe Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) davon unterrichtet – mittlerweile bezahlen die Kassen den Eingriff. Steiniger verschweigt nicht, dass er nicht der Einzige war, der sich dafür eingesetzt hat.

Der Bad Dürkheimer ist seit 2013 Bundestagsabgeordneter. In den vergangenen Jahren hat er 56 Sprechstunden in seinem Wahlkreis angeboten, der den Landkreis Bad Dürkheim, den südlichen Rhein-Pfalz-Kreis und die Städte Speyer und Neustadt umfasst.

Natürlich erreichten die Leute ihn über E-Mail, Facebook oder Instagram. Aber die klassische Sprechstunde funktioniere erstaunlich gut, so Steiniger, der davon selbst überrascht scheint: „Verwunderlicherweise kommen viele Leute. Die Sprechstunden sind immer ausgebucht.“ Zwei Stunden pro Ort, vier bis fünf Besucher, das ist der Schnitt. Neu sei, dass junge Leute vorsprechen – wie zuletzt in Haßloch und Hanhofen: „Die wollen mit mir übers Thema Klima diskutieren.“ Bei den Älteren geht es um Rentenbescheide, Parkplatzprobleme oder Ungerechtigkeiten, die sie in der Arbeit erleben. „Man ist als Abgeordneter Dienstleister für die Bürger“, findet Steiniger.

Allerdings hat das Ganze Grenzen. Bei abgelehnten Asylanträgen könne er nichts ausrichten: „Hier gilt die klassische Trennung zwischen Legislative und Exekutive.“ In anderen Fällen wolle er auch gar nichts ausrichten – in laufende Verfahren des Kreisrechtsausschusses einzugreifen komme nicht in Frage.

Bevor Steiniger gestern von Bockenheims Kita-Leiterin Elke Happersberger durchs Haus geführt wurde, war er zum Mittagessen bei der Familie Böll. Es gab rote Linsen, Rindfleisch und Bohnen, ein Gericht aus Sri Lanka. Dass sich die Menschen mit Essenseinladungen bei ihm bedankten, sei „nicht alltäglich“, sagt Steiniger. Er hat sich darüber gefreut. Zumal die Gastgeber so nett waren, nicht zu scharf zu kochen.

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