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Freitag, 18. November 2016 Drucken

Kusel

Beide Sparkassen erklären Fusion für gescheitert

KUSEL/KAISERSLAUTERN: Nach Verwaltungsrat der Stadtsparkasse soll am Montag auch Gremium der Kreissparkasse Aus besiegeln

„Kreissparkasse Kusel“ statt „Sparkasse Westpfalz“: Am Schriftzug ändert sich vorerst nichts. ( Foto: m. hoffmann)

Die Kreissparkasse Kusel und die Stadtsparkasse Kaiserslautern werden nicht fusionieren. Freilich war dieses Ergebnis von Beobachtern für den gestrigen Donnerstag erwartet worden. Allerdings kam es anders zustande als gedacht.

 

Schon gestern Vormittag, vor dem Start der Verwaltungsratssitzung der Lauterer Stadtsparkasse, hätten sich die Vorstände und Verwaltungsratsvorsitzenden beider Häuser getroffen, um über den Fortgang der Fusionsverhandlungen zu beraten. Dabei seien sie zu dem Ergebnis gekommen, den Verwaltungsräten beider Häuser zu empfehlen, die Verhandlungen einzustellen.

Diese gemeinschaftliche Erklärung gaben gestern die Kreissparkasse Kusel und die Stadtsparkasse Kaiserslautern schon vor dem Ende der Verwaltungsratssitzung der Stadtsparkasse ab. Ohnedies war erwartet worden, dass der Verwaltungsrat der Lauterer bei seiner Sitzung ab 15 Uhr den Ausstieg aus den Fusionsverhandlungen beschließen würde. Allerdings hatte sich Helmut Käfer, der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Kusel, bis zuletzt dafür stark gemacht, dass die beiden Sparkassen trotz der Irritationen der vergangenen Tage (wir berichteten mehrfach) wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren sollten.

Nun aber gab es gestern Vormittag das sehr kurzfristig einberufene Treffen der Vorstände und der jeweiligen Verwaltungsratsvorsitzenden, Landrat Winfried Hirschberger sowie Oberbürgermeister Klaus Weichel. Grund für das Ende der vor einem guten Vierteljahr so hoffnungsvoll gestarteten Fusionsverhandlungen seien aber nicht etwa die „in der Öffentlichkeit bereits zitierten Themen wie beispielsweise Fusionskosten, Bauinvestitionen oder die vermeintlichen Vorbehalte gegenüber der Kreditpolitik der Kreissparkasse Kusel“, heißt es in der Presseerklärung der beiden Sparkassen. Ausschlaggebend für die Empfehlung an die beiden Verwaltungsräte seien vielmehr „die unüberbrückbaren, unterschiedlichen Auffassungen über die strategische Ausrichtung der geplanten Sparkasse“, die sich während des Fusionsprozesses herausgestellt hätten. Als Beispiel nennen die beiden Sparkassen „die unterschiedliche Struktur der Geschäftsgebiete sowie das damit verbundene Nachfrageverhalten der Kunden“. Durch die unterschiedlichen Auffassungen sei eine gemeinsame Geschäfts- und Risikostrategie nicht möglich.

Der Verwaltungsrat der Stadtsparkasse Kaiserslautern folgte gestern Nachmittag der Empfehlung und sprach sich dafür aus, die Fusionsverhandlungen einzustellen – so wie er es mutmaßlich ohnehin getan hätte. Das Gremium der Kreissparkasse Kusel beschäftigt sich nun am Montag mit der Empfehlung von Vorstand und Verwaltungsratsvorsitzendem. Kreissparkasse-Chef Käfer wollte sich gestern nicht näher äußern – so sei es mit der Stadtsparkasse abgesprochen. |tmü