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Mittwoch, 05. August 2015 Drucken

Aufbruch in die Anden

Wir sind Zukunft: 17-jähriger Kandeler geht für ein Jahr nach Bolivien

Kandel. Am 30. Juli ist der 17-jährige Jonathan Baral aus Kandel nach Cochabamba in Bolivien aufgebrochen, um dort ein Jahr als Austauschschüler zu verbringen. Als Botschafter der Metropolregion Rhein-Neckar wird er seine Heimat vertreten.

 

„Schon recht früh habe ich gedacht, dass ich mal ins Ausland gehen möchte“, sagt der Schüler des Bad Bergzaberner Gymnasiums im Alfred-Grosser-Schulzentrum. Dabei habe er so ziemlich an alle Länder gedacht, bis er schließlich auf Südamerika gekommen sei. Bolivien selbst sei ein Einfall seiner Mutter gewesen. Dort gewesen sei allerdings noch niemand aus seiner Familie, weshalb er noch keine allzu konkrete Vorstellung seiner zukünftigen Heimat hat. Am ehesten fällt ihm dabei das Bild eines Andenstaates ein, „mit viel Natur und etwas mehr Durcheinander“. Dabei hat er sich durchaus schon mit seinem Reiseziel beschäftigt, hat beispielsweise im Reiseführer geblättert, Bilder angeschaut und auf Wikipedia nachgelesen.

Eine bolivianische Arbeitskollegin seines Vaters kam außerdem vorbei, um mit ihm Spanisch zu üben und bolivianisch zu kochen. „Das Essen war ziemlich lecker, eine scharfe rote Suppe mit Hühnchen und einer Hirseart als Beilage“, erinnert sich Jonathan. Spanisch hat er in einem Volkshochschulkurs gelernt. Allzu große Sorgen macht er sich nicht, da seine beiden Brüder ebenfalls mit „AFS Interkulturelle Begegnungen“ im Ausland waren und die Familie selbst schon Austauschschüler aufnahm. Als Rat gibt die Mutter ihrem Sohn mit auf den Weg, „sich ein Stück weit überraschen zu lassen, sich aber auf die Gastfamilie zu verlassen“. Mit seiner Gastfamilie tauschte sich Jonathan übrigens bereits per E-Mail aus. In Cochabamba erwarten ihn sein Gastvater Raúl, Gastmutter Carina sowie die zwei Brüder Rodrigo und Sergio. „Mich reizt es, etwas Neues zu erleben. Ich will mich gut in meiner Familie und Klasse einleben und den Alltag kennenlernen“, nennt er seine Motive und stellt klar: „Ich fühle mich nicht als Tourist.“ Als Stipendiat der Metropolregion Rhein-Neckar sieht der Südpfälzer es als seine Aufgabe, „den Leuten einen Eindruck von meiner Region zu vermitteln“. Darüber hinaus wird er in einem Webtagebuch über seine Erfahrungen in Bolivien berichten. Bei seinem Abflug am Sonntag hatte er unter anderem ein Album seiner Klassenkameraden im Reisegepäck. (haba/Foto: frei)

Info

Schüler aus der Metropolregion Rhein-Neckar, die ein Jahr im Ausland verbringen, können sich als Botschafter der Metropolregion bewerben und ein Förderstipendium erhalten. Internet:

www.botschafter-mrn.de; www.afs.de