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Montag, 10. August 2015 Drucken

Frankenthal

Auf den Spuren der Industriegeschichte

Erste Woche der Industriekultur in der Rhein-Neckar-Region – Vorträge und Betriebsbesichtigungen

Erstmals veranstaltet der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur in der Region eine Woche der Industriekultur. Mit 40 Veranstaltungen in Mannheim, Ludwigshafen, Speyer, Heidelberg und Weinheim sind die letzten Augusttage prall gefüllt. Die Teilnehmer erwarten neben Vorträgen und Lesungen auch Schiffsausflüge, Radtouren, Betriebsbesichtigungen und Spaziergänge zu Industriedenkmälern.

 

Im Rhein-Main-Gebiet gibt es solche Tage der Industriekultur schon seit zwölf Jahren, berichtet die Vereinsvorsitzende Barbara Ritter. Auch aus Chemnitz und dem Ruhrgebiet seien sie bekannt. Der in Mannheim ansässige Verein mit seinen 20 ehrenamtlichen Aktiven habe sich daher vorgenommen, zu zeigen, „was die Region an Schätzen hat“, sagt Barbara Ritter. „Dazu gehören nicht nur Burgen, Klöster und Schlösser.“

Unter Industriekultur versteht der Verein mehr als nur eine architekturgeschichtliche Betrachtung des Zeitalters der Industrialisierung. Er bezieht in seine Veranstaltungen auch die Sozialgeschichte, die Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen vergangener Zeiten ein. Vorstandsmitglied Veit Lennartz erinnert an Vorträge, die großes Interesse fanden, etwa über die Kauffmannmühle im Jungbusch oder die Geschichte jüdischer Unternehmer im Mannheimer Industriehafen bis zur Enteignung durch die Nationalsozialisten.

Eine Einführung in den Begriff Industriekultur und seine Entwicklung seit 1970 wird der Direktor des Ruhr-Museums in Essen, Ulrich Borsdorf, geben. Anschließend steht am 24. August ein Besuch der Kellergewölbe der Alten Brauerei in der Neckarstadt-Ost in Mannheim an.

Mit 32 von insgesamt 40 Veranstaltungen liegt der Schwerpunkt der „Woche der Industriekultur“ auf Mannheim. Am 21. August gibt es eine Hafenrundfahrt um die Friesenheimer Insel. Am 22. August folgen eine Radtour durch Mannheim und Ludwigshafen den Rhein entlang, eine Führung durch die ehemalige Genossenschaftliche Burg auf der Friesenheimer Insel und durch das Alte Klärwerk in der Diffenéstraße. Am 23. August wird eine Erkundung der Industriedenkmäler Weinheims angeboten, eine Fototour durch den Mannheimer Industriehafen und ein Anfängerkurs in Geocaching, einer Art Schnitzeljagd per Smartphone.

Betriebsbesichtigungen führen unter anderem zur Müllverbrennungsanlage auf der Friesenheimer Insel und zum Mannheimer Großkraftwerk noch vor der offiziellen Eröffnung des Block 9 im September. Wie zuvor in Weinheim werden Industriedenkmäler in Speyer und im Heidelberger Stadtteil Bergheim erkundet. In Ludwigshafen lässt sich die Privatbrauerei Mayer in Oggersheim, die älteste Brauerei der Pfalz, in die Braukessel schauen. Und auch der Wohnkolonie vor den Toren der BASF stattet der Verein einen Besuch ab.

Eine besondere Veranstaltung ist ein Gespräch mit dem letzten Schleusenwärter an seinem früheren Arbeitsplatz auf der Friesenheimer Insel. Im Arbeitersportverein liest Nora Noé aus ihren Romanen über den Stadtteil Jungbusch. Das kleine elektronische Weltorchester ewo² singt und spielt Arbeiterlieder, und im Cinema Quadrat läuft Charlie Chaplins Film „Moderne Zeiten“. Die Mannheimer Kunsthalle bietet Führungen zu Bildern an, die die Industrialisierung zum Thema haben. (huf)

Termine

Vom 21. August bis 1. September. Das gesamte Programm im Internet unter www.rhein-neckar-industriekultur.de . Anmeldungen in der Mannheimer Abendakademie unter Telefon 0621 1076150.