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Freitag, 26. April 2019 Drucken

Sport

Adler Mannheim: Der vierte Sieg soll her

Von Oliver Wehner

Für sein wichtiges Tor gefeiert: Cody Lampl.

Für sein wichtiges Tor gefeiert: Cody Lampl. ( Foto: dpa)

Freitagabend können die Adler Mannheim schon Meister werden. Auch, weil Spieler wie Lampl oder Hungerecker plötzlich ins Rampenlicht drängen.

Eigentlich müsste Cody Lampl der perfekte Play-off-Spieler sein – weil er bereits rein optisch seit Saisonbeginn für diese besondere Zeit des Eishockey-Jahres gewappnet ist. Der imposante Vollbart des Mannheimer Verteidigers ist schon häufig thematisiert worden. Mitten in der Runde hatte der gebürtige Amerikaner mit deutschem Pass das Prachtstück mal radikal gestutzt, war aber sicher, dass der Bart rechtzeitig zum Play-off-Start wieder vollumfänglich hergestellt sein würde. War er auch – nur hatte Lampl da ein ganz anderes Problem: Im letzten Punktrundenspiel verletzte er sich an der Schulter, fiel für den Start in die entscheidende Saisonphase aus. Als er wieder fit war, „war das Team im Rollen“. So hatte der 32-Jährige Verständnis dafür, dass für ihn in der Verteidigung kein Platz (mehr) war.

"Unglaublich hart, ins kalte Wasser geworfen zu werden"

Bis Mittwochabend, bis zum vierten Spiel der Finalserie bei Titelverteidiger München. Sinan Akdags Ausfall spülte Lampl wieder ins Team. Trainer Pavel Gross stellte hinterher fest: „Er ist ja damals aus der Aufstellung wegen der Verletzung gefallen, nicht wegen der Leistung.“ Und angesprochen auf den starken Kaltstart samt Tor zum 1:0 ergänzte der Coach: „Freut mich wahnsinnig für Cody!“

Auch die Kollegen sangen Lobeshymnen. „Es ist unglaublich hart, so ins kalte Wasser geworfen zu werden“, wusste Moritz Seider, der selbst ein Riesenspiel machte, vielleicht sein bisher bestes im Adler-Dress. Der 18-Jährige, diesmal auch von Vertretern aus Toronto beobachtet, trat sogar als Torvorbereiter in Erscheinung. Seine Entwicklung als „rasant“ zu bezeichnen, wäre untertrieben. „Ich habe das Gefühl, dass er seit Saisonbeginn nochmal um zwei Inches (etwa fünf Zentimeter, die Red.) gewachsen ist“, staunte auch Cody Lampl, der das Supertalent wie alle anderen über kurz oder lang in der NHL sieht.

"Das war sehr erleichternd"

Aber erstmal geht es nun vielleicht schon Freitagabend (19.30 Uhr, SAP-Arena) um den deutschen Meistertitel – der vierte Sieg würde alles klar machen. Selbstverständlich lautete die Sprachregelung in Reihen der Adler: Nur an dieses Spiel denken, ans erste Bully, den ersten Wechsel, dann den nächsten und so weiter. Aber „natürlich ist es in den Hinterköpfen“, gestand Phil Hungerecker. Auch so einer, der am Mittwoch in München wie Lampl ein Bonusfaktor für die Adler war: ein Spieler, der plötzlich im entscheidenden Moment am Ende der Saison (wieder) produktiv wird. Sein letztes Tor lag schon Monate zurück, doch mit dem 3:0 machte er im Grunde alles klar. „Das war sehr erleichternd“, sagte Hungerecker und freute sich besonders, „weil unsere Reihe es mal verdient hatte“. Jener fleißige vierte Sturm um den extrem mannschaftsdienlichen Marcel Goc und Nico Krämmer, der gute Play-offs spielt.

Wenn dann noch die „Big Guys“ wie der herausragende Ben Smith und der sich immer besser ins Saisonfinale einfindende Matthias Plachta funktionieren, Torwart Dennis Endras gar die Play-offs seines Lebens spielt und die Trainer selbst nach einem 4:0 noch Haare in der Suppe finden (das „wilde“ erste Drittel) und das charakterlich eh gefestigte Team zusätzlich am Boden halten – dann sollte doch eigentlich nichts mehr schiefgehen ...