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Mittwoch, 04. September 2019 Drucken

Sport

6:0 – FCK löst Pokalaufgabe gegen Phönix Schifferstadt

Von Andreas Böhm und Oliver Sperk

Jubel des FCK nach dem ersten Treffer: Jonas Singer, Torschütze Lucas Röser, Simon Skarlatidis (von links). Foto: KUNZ

Jubel des FCK nach dem ersten Treffer: Jonas Singer, Torschütze Lucas Röser, Simon Skarlatidis (von links). Foto: KUNZ

Tor vor guter Kulisse: Hendrick Zuck gelingt das 2:0 für den FCK. Foto: KUNZ

Tor vor guter Kulisse: Hendrick Zuck gelingt das 2:0 für den FCK. Foto: KUNZ

Sascha Hildmanns Test-Belegschaft erfüllt ihre Pflicht. Mit 6:0 (2:0) schlägt Drittligist 1. FC Kaiserslautern im Ludwigshafener Südwest-Stadion in der vierten Runde des Verbandspokals seinen Gastgeber Phönix Schifferstadt und zieht vor 4200 Zuschauern ins Achtelfinale ein. Am Donnerstag ab 11 Uhr wird die Runde der letzten 16 ausgelost.

Ediz Sari ist eine imposante Erscheinung. Wenn der Trainer des SV Phönix Schifferstadt mit seinen knapp 1,90 Metern Körperlänge und seinen 130 Kilogramm Leibesfülle im Spielertunnel des Südwest-Stadions auftaucht, wird es augenblicklich enger. Sari, ein echtes Schwergewicht. Die von ihm trainierte Elf aus der Ringer-Hochburg verdient nach fünf Spieltagen in der Landesliga Ost dieselbe Bezeichnung, sie führt das Klassement mit zwölf Punkten und einem Trefferverhältnis von 11:3 an; und das, obwohl sie selbst erst vier Spiele bestritten hat.

Im Unterschied zu seinem Pokalgegner aus Kaiserslautern ist der SV Phönix freilich ein Spargeltarzan. Für Sari war die Herangehensweise an die gestrige Partie daher klar. Die „Hausaufgaben“ wollte Sari von seinen Mannen zu allererst erledigt wissen. Taktische Disziplin, Lauffreude, Leidenschaft. Merke man dann, dass der FCK womöglich einen schlechten Tag erwischt habe, könne man frecher werden. Eines war für Sari klar: Angesichts der Kulisse müsse auch der Spaß im Vordergrund stehen, für das Publikum und seine eigene Mannschaft. „Es kann nicht sein, dass du hier nur verteidigst“, sagte Sari eine halbe Stunde vor dem Anpfiff, „du musst hier auch ein Tor schießen wollen.“

Auf ein für ihn passables Ergebnis wollte er sich nicht versteifen. Sari hegte augenzwinkernd nur einen Wunsch: „Ich will in die Verlängerung. Denn dann könnte ich einen weiteren Spieler einwechseln.“ Es hatte ihn schwer beschäftigt, dass er nicht jeden seiner Schützlinge aufbieten konnte und er in manch ein trauriges Gesicht blickte.

Röser erzielt das 1:0 in seiner Heimatstadt

Bedröppelt schauten auch all jene drein, die ob des Klassenunterschieds mit der Hoffnung auf ein früh beginnendes Torfestival ins Stadion gekommen waren. 32 Minuten brauchte der lange Zeit biedere FCK, ehe Lucas Röser auf Vorlage von Jonas Singer das 0:1 glückte; jenem Röser, der in der Vorwoche erst aus Dresden zu den Roten Teufeln gekommen war, der in Ludwigshafen geboren wurde und dort im Stadtteil Rheingönheim aufgewachsen ist. Bis zu jenem Augenblick hatte der Landesligist sich erfolgreich gewehrt und gar den lautesten Szenenapplaus provoziert, als er sich nach gut einer Viertelstunde an der eigenen Eckfahne mit mehreren Kurzpässen spielerisch befreite.

Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.

Nach Rösers Führungstor ließ Hendrick Zuck rasch das 0:2 folgen (37.). Der zweite Abschnitt begann mit Rösers 0:3 (51.). Singer stellte auf 0:4 (63.), Gino Fechner auf 0:5 (66.), Mohamed Morabet auf 0:6 (79.). Das Bällchen lief nun besser. Dazwischen prüfte Lucas Fiederer FCK-Torhüter Avdo Spahic mit einem Flachschuss erst- und letztmals (57.). Den Schlussapplaus des Publikums hatte der Siebtligist DJK SV Phönix sich verdient.

Hildmann: „Schöne Bühne für unsere Jungen“

FCK-Trainer Sascha Hildmann hätte gerne „ein paar Tore mehr“ von seiner Mannschaft gesehen. „Aber für die jungen Spieler war es eine schöne Bühne, um sich zu zeigen. Am Anfang ist es gegen einen Gegner, der mit Fünfer- oder Sechserabwehrkette spielt, oft schwer und zäh. Aber dann haben die Jungs das Tempo angezogen.“

Sari: „Meine Spieler sind wie meine Kinder“

Der Schifferstadter Coach stellte am Ende fest: „Wir haben nicht den Mut gehabt, auch nach vorne zu spielen, aber wir haben uns nie hängenlassen.“ Und – diese eine Sache schleppt Sari eben seit Tagen mit sich herum: „Ich möchte mich noch einmal bei den Spielern entschuldigen, die nicht im Kader waren. Das hat mir wehgetan. Meine Spieler sind für mich wie meine Kinder.“

Auslosung am Donnerstag ab 11 Uhr

Am Donnerstag wird die Runde der letzten 16 beim Südwestdeutschen Fußball-Verband ausgelost (ab 11 Uhr, live auf der Facebook-Seite des SWFV). Der nächste Klub hofft auf das Traumlos FCK.

So spielten sie

Phönix Schifferstadt: Wiegand - Noll, Gaul, Berrafato, Jolic (64. Meyer), Koc - Fetzer (46. Hasa), Imre, Fiederer, Demirhan - Moldoveanu (56. Tuna)

1. FC Kaiserslautern: Spahic - Jonjic, Hainault, Gottwalt, Sternberg (77. Scholz) - Fechner - Singer (77. Hotopp), Skarlatidis, Bakhat (61. Morabet), Zuck - Röser

Tore: 0:1 Röser (32.), 0:2 Zuck (37.), 0:3 Röser (51.), 0:4 Singer (63.), 0:5 Fechner (66.), 0:6 Morabet (79.) - Gelbe Karten: Jolic - Hainault - Beste Spieler: Wiegand, Berrafato, Fiederer - Singer, Fechner - Zuschauer: 4200 - Schiedsrichter: Vollmar (Mauschbach).

 

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