Landau
Gillet-Baumarkt eröffnet nach Turbo-Umbau unter Obi-Flagge
Einigen wird es beim Blick auf das neue Gillet-Prospekt aufgefallen sein: Statt Hagebau ist dort als Dachmarke Obi zu lesen. Nach 40 Jahren hat der Landauer Familienbetrieb das Partnerunternehmen gewechselt. Am Montag hat der Markt nach einem Turbo-Umbau nach dem Jahreswechsel wieder geöffnet. Nun wehen Obi-Fahnen auf dem Gillet-Parkplatz im Landauer Norden. Unter anderem diese Änderungen bringt der Wechsel mit sich.
Der Baumarkt bekommt ein neues Kassensystem. Sichtbar wird das für Kunden vor allem über Selbstzahlerkassen werden, wie sie inzwischen im Handel weit verbreitet sind. Gillet ist nicht nur bei Kunden beliebt, die sich für Trockenbauprofile und Bohrmaschinen interessieren, sondern auch bei jenen, die sich für die Themen Garten und Wohnen begeistern. Deshalb wird es auch beim Service Veränderungen geben. Künftig werden sich Kunden von Fachberatern im Markt Bäder und Gärten planen lassen können. Gillet übernimmt dabei nicht nur die Planung, sondern auch die Umsetzung.
Künftig App statt Kundenkarte
Den Wechsel von Hagebau zu Obi hatten Petra und Sophie Gillet vor dem Jahreswechsel gegenüber der RHEINPFALZ mit strategischen Überlegungen begründet. Mutter und Tochter teilen sich die Geschäftsführung des Betriebs, der rund 150 Menschen beschäftigt. Obi sei vor allem beim Online-Angebot weiter, hieß es. Kunden wollten sich heute vor ihrem Einkauf über Produkte im Markt informieren, unter anderem dafür biete Obi als Partner eine bessere digitale Infrastruktur.
Unter anderem beim Thema Kundenkarte wird die Digitalisierung für Kunden spürbar werden. Obi arbeitet nämlich nicht mit einer Kundenkarte, sondern einer App. Darüber können Kunden digital ihre Kassenbons hinterlegen, zudem gibt es bei Gillet darüber ein Prozent Nachlass pro Einkauf. Auch Angebote sind über die App verfügbar.
Gillet-Chefin: Wir bleiben eigenständig
Mit dem Wechsel von Hagebau zu Obi bleibt Gillet auch künftig ein eigenständiges Unternehmen, wie Petra Gillet am Montag gegenüber der RHEINPFALZ betonte. Gillet wird weiterhin in einem Franchise-Modell arbeiten. Heißt: Obi ist die Dachmarke, die Familie Gillet leitet die Geschäfte, gestaltet Angebot und Konzeption mit.
Obi wurde 1970 im nordrhein-westfälischen Wermelskirchen gegründet und ist damit eine der ältesten Baumarktketten Deutschlands. 2023 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 8,2 Milliarden Euro. Obi betreibt Filialen in zehn europäischen Ländern. Rund 300 der über 640 Standorte befinden sich im Ausland. Obi unterhält selbst Filialen oder tritt – wie im Fall Gillet – als Franchise-Partner auf.
Markt-Umgestaltung im laufenden Geschäft
Offizieller Start für den Gillet-Baumarkt unter der Obi-Flagge ist der 10. März. Dann wird auch das neue Garten-Center eröffnet. Bis dahin wird der Markt im laufenden Geschäft weiter umgestaltet. Aktuell werden viele Produkte rabattiert abverkauft, weil Sortimente neu geordnet werden.