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Sport

Vier Stück für Fünfstück

FUSSBALL: Der 1. FC Kaiserslautern beschenkt seinen stolzen Trainer mit dem 4:0 beim SC Paderborn – Stipe Vucur trifft doppelt

VON MARIA HUBER & ANDREAS BÖHM

 

Sein viertes Saisontor: Ruben Jenssen trifft zum 2:0. ( Foto: KUNZ)

Sein drittes Saisontor: Stipe Vucur trifft per Kopf zum 4:0. ( Foto: KUNZ)

Paderborn. Hat Stefan Effenberg das letzte Stündlein als Trainer des SC Paderborn geschlagen? Der 1. FC Kaiserslautern hat gestern Abend ordentlich am Glockenseil gezogen. Die Roten Teufel gewannen das Zweitliga-Duell in Ostwestfalen mit anfänglichem Glück und viel Geschick 4:0 (2:0). Zumindest über Nacht sprangen sie bei nun 30 Punkten auf Tabellenplatz sechs.

 

Amtliche Zahlenwerke wiesen den FCK als Favorit aus. Noch nie hatten die Roten Teufel in Paderborn verloren und in elf Zweitliga-Duellen insgesamt nur zwei Gegentore kassiert (eines davon in Form eines Eigentreffers von Ruben Jenssen). Hinzu kam die aktuelle Bilanz des Gastgebers, der vor gestern Abend in acht Spielen keinen Sieg gelandet und in den letzten drei Partien keinen Treffer erzielt hatte. Als Drittletzter des Klassements wurde der SCP zum schwächsten Bundesliga-Absteiger der zurückliegenden 14 Jahre.

Die Tabelle lügt bekanntlich nicht. Der Bitte von Stadionsprecher Jürgen Lutter, die skeptischen Gesichter, in die er schaue, doch abzulegen, mochte das Paderborner Publikum aus gegebenem Anlass bald nicht mehr Folge leisten. Schon nach 45 Minuten steuerte der FCK einem sicheren Auswärtserfolg entgegen, dem fünften der laufenden Spielzeit. Innenverteidiger Stipe Vucur eröffnete den Reigen in der 22. Spielminute mit dem 0:1. Daniel Halfar schlug eine Ecke von der linken Seite nach innen. Mateusz Klich legte den Ball von der rechten Strafraumkante zurück. Das Spielgerät passierte Freund und Feind und fand schließlich den einschussbereiten Vucur. Ähnlich schlecht verteidigte der Gastgeber beim 0:2. Gleichwohl kombinierte der FCK in dieser Szene gewieft. Markus Karl erkämpfte den Ball und bediente Marcel Gaus. Dessen Schuss vermochte SCP-Torwächter Lukas Kruse nur abzuklatschen, Ruben Jenssen staubte im Stile einer Top-Reinigungskraft ab (35.). Die Elf von Trainer Konrad Fünfstück führte verdient. Jedoch hatte sie auch Glück. Der Paderborner Mittelfeldakteur Süleyman Koc etwa traf in der fünften Minute den Innenpfosten, der Ball trudelte nicht ins Tor, sondern zurück ins Feld. „Bei dieser Szene hatten wir Riesenschwein“, bekannte der später überragende Kaiserslauterer Torhüter Marius Müller, „aber wir haben uns dieses Glück auch erarbeitet. Wir haben oft genug Scheiße gefressen, jetzt sind wir endlich auch mal belohnt worden.“

Wie schmal der Grat war, manifestierte sich in der 50. Minute: In kurzer Abfolge scheiterten der frei postierte Moritz Stoppelkamp per Kopf und Nicklas Helenius beim folgenden Abpraller an Müller. Es war die vorentscheidende Szene, der sechs Minuten später die entscheidende folgte: Mateusz Klich erzielte nach geschmackvoller Vorarbeit von Daniel Halfar und Ruben Jenssen das 0:3 (56.). Mehr noch: Stipe Vucur erhöhte nach einer Halfar-Ecke per Kopf auf 0:4 (76.). Der 23-Jährige konnte sich nicht daran erinnern, wann er schon einmal zwei Tore in einem Spiel erzielt hatte. Er freute sich darüber, dass die Trainingsarbeit fruchtete: „Wir haben diese Woche ausführlich Standards geübt.“ Kapitän Daniel Halfar lobte vor allem Müller für dessen „Weltklasse-Paraden“, merkte jedoch an: „Wir haben immer noch zu viele Chancen zugelassen.“

Konrad Fünfstück verzichtete auf kritische Zwischentöne: „Ich bin heute extrem stolz auf meine Mannschaft. Wir haben uns akribisch vorbereitet und hatten einen klaren Plan.“

Einen solchen unterstellte SCP-Trainer Stefan Effenberg auch seiner Elf, allein: „Wir haben uns an nichts gehalten, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben nichts von dem umgesetzt, was wir wollten.“ Ein schlechtes Zeichen. Auch für ihn. Bei seiner ersten Station als Trainer scheint er gescheitert zu sein.

 

So spielten sie

 

SC Paderborn:

Kruse - Ndjeng, Sebastian, Wahl, Hartherz - Pepic, Stöger - Koc (61. Ouali), Stoppelkamp (70. Krauße) - Sylvestr (46. Brasnic), Helenius

1. FC Kaiserslautern:

Müller - Zimmer, Vucur, Heubach, Löwe - Gaus (64. Schulze), Karl, Halfar, Jenssen (85. Fomitschow) - Klich - Bödvarsson

Tore:

0:1 Vucur (22.), 0:2 Jenssen (35.), 0:3 Klich (56.), 0:4 Vucur (76.) - Gelbe Karten:

Pepic (2) - Gaus (4), Vucur (4) - Beste Spieler:

Koc, Helenius - Müller, Vucur, Jenssen - Zuschauer:

9653 - Schiedsrichter:

Fritz (Korb).