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Sport

Der Rustikal-Botschafter

Fussball: Markus Karl sieht seine Mission beim FCK noch nicht als erledigt an

VON HORST KONZOK

 

Der Marschbefehl des Trainers für Markus Karl ist eindeutig. Links Physiotherapeut Frank Sänger. ( Foto: KUNZ)

KAISERSLAUTERN. Freitag gegen Union Berlin begegnet er seiner Vergangenheit, ohne seine Zukunft zu kennen: Markus Karl (29), das rustikale Element im Mittelfeld des 1. FC Kaiserslautern, ist – wie die Kollegen Fomitschow, Jenssen und Löwe – in Sachen Vertragsverhandlungen noch in der Warteschleife.

 

„Ich habe schon das Gefühl, ich bin hier noch nicht fertig. Ich will mit dem Verein noch was erreichen. Es ist der Verein in meiner Karriere, dem ich emotional am nächsten bin, obwohl ich auch bei Union den Fans sehr nahe war“, sagt der 1,93 Meter große Mittelfeldmann, der im Januar 2013 von Union Berlin kam, um mit dem FCK erstklassig zu werden. Dreimal ist er mit den Roten Teufeln knapp am Aufstieg gescheitert. „Wenn wir einen Knipser gehabt hätten …“, sinniert der im bayerischen Vilsbiburg geborene Profi.

„Wir fühlen uns wohl hier. Ich kann mir gut vorstellen, noch einmal zu verlängern. Vom Verein gab es ja Signale – aber wir müssen uns erst noch einigen“, sagt Karl, der beim 4:0 gegen den FC Zürich, dem letzten Test vor der Fortsetzung der Zweitliga-Saison, wegen einer leichten Grippe pausierte. Gestern nahm der Hobby-Dartspieler das Training wieder auf. „Ich hatte leichtes Fieber – meine Tochter hatte mich angesteckt. Die hat das aus dem Kindergarten mitgebracht“, erzählt der Mann, den Trainer Fünfstück gerne als Zentralverriegelung vor der Abwehrkette sieht.

Die Vorbereitung samt Trainingslager in Spanien bewertet der älteste Lauterer Profi, der am 14. Februar 30 wird, absolut positiv. „Wir haben richtig gute Spiele gemacht, aber erst gegen Zürich haben wir uns auch mit Toren belohnt“, sagt Karl. „Aber das war Vorbereitung, das alles ist wenig aussagekräftig. Wichtig, dass wir ohne Gegentor geblieben sind. Ich hoffe, dass wir den Trend fortsetzen“, betont der Routinier, der bei Konrad Fünfstück große Wertschätzung genießt. Die schien zuletzt bei Kosta Runjaic aufgebraucht, der Karl immer mal wieder in Frage stellte. „Ich hätte wieder gespielt, ich habe 95 Prozent der Spiele auch bei ihm gemacht. Ich war am Ende auch ein Bauernopfer“, meint der Abräumer, der in 15 von bisher 19 Saisonspielen dabei war.

„Die Tabelle bietet ein trügerisches Bild“, urteilt Karl vor den letzten 15 Etappen einer Saison, die den FCK mit 26 Punkten auf Platz acht sieht: sieben Punkte hinter dem 1. FC Nürnberg auf Relegationsplatz drei, neun Punkte vor dem SC Paderborn auf Relegationsplatz 16. „So schnell wie möglich 40 Punkte holen“, heißt Karls Ziel – gerade auch angesichts des personellen Aufrüstens der Konkurrenz. „Unsere Mannschaft hat Substanz. Wir müssen nur unsere Chancen besser nutzen“, fordert der 29-Jährige vor der Hausaufgabe gegen Eisern Union. Beim gestrigen Nachmittagstraining gelangen Kapitän Daniel Halfar und Mateusz Klich schon mal einige spektakuläre Treffer. Und Lukas Görtler ließ es bei den Spielen auf dem Kleinfeld krachen.

Die Berliner haben in der Winterpause Torhüter Jakub Busk (Sandefjord Fotball), den auch vom FCK umworbenen Abwehrspieler Emanuel Pogatetz (Columbus Crew) sowie den Bremer Felix Kroos verpflichtet. „Puh, man sieht schon, wie die Anderen alle nachrüsten, gerade auch 1860 München oder Union Berlin. Mit Felix Kroos hat Union einen richtig guten Fußballer dazu bekommen“, sagt FCK-Coach Fünfstück, der Marcus Piossek wieder im Training weiß. Dort arbeitet der Trainer mit heißem Herz und großer Leidenschaft. Er will einen verschworenen Haufen am Freitag (18.30 Uhr) Vollgas geben sehen.