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Mittwoch, 18. Oktober 2017

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Literarische Kinderstuben

"Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; er heißt Wunderbar, Rat, Held, Ewig-Vater Friedefürst." In unserem literarischen Weihnachtsrätsel suchen wir in diesem Jahr Bücher, in denen es um Kinder geht.

Von Frank Pommer

Weihnachtsrätsel

Richtig, man vergisst das immer: Eigentlich feiern wir heute ja „nur“ einen Kindergeburtstag. Den Kindergeburtstag der Christenheit schlechthin. Und nicht nur deswegen ist Weihnachten auch ein Fest der Kinder. Da sind die eigenen Erinnerungen an das ungläubige Staunen angesichts eines mit Lametta übervoll behangenen und in echtem Kerzenlicht erstrahlenden Weihnachtsbaums ebenso präsent wie die wunderschönen Augenblicke mit den eigenen Kindern; da sind die liebgewordenen Rituale, beginnend mit dem Schmücken des Christbaums über den – im Idealfall – verschneiten Spaziergang zum Gottesdienst, wo womöglich noch der Nachwuchs im Krippenspiel mitwirkt, bis hin zur Familientradition beim Abendessen. Seit Jahren gibt es Fondue.

Was könnte also besser zu Weihnachten passen, als ein literarisches Rätsel, in dem es um Kinder geht? Wir suchen Bücher (und ihre Autoren), in denen es um glückliche, aber auch tragisch unglückliche Kindheiten geht, aber auch Bücher für Kinder sind in unserer Auswahl zu finden. Nicht immer, aber doch ziemlich oft taucht das Wort „Kind“ auch in den gesuchten Buchtiteln auf.

So, genug Vorgeplänkel. Jetzt wünschen wir Ihnen nicht nur frohe Weihnachten, sondern auch viel Spaß beim Rätseln.

Es ist eines der schönsten Kinderbücher der Literaturgeschichte, eines zudem, das der Autor selbst mit Illustrationen versehen hat – wunderbaren kleinen Zeichnungen, die sich gleichsam dem Erzählton der Geschichte anpassen, sich an diesen heranschmiegen. Der Autor, der nicht nur in seiner überbordenden Fantasie allen Widrigkeiten des Alltagslebens davonzufliegen wusste, hat in seinem märchenhaften Buch, das weltweit in über 180 Sprachen übersetzt wurde, der Kindheit ein großartiges Denkmal errichtet. Ein Mahnmal auch an uns Erwachsene, uns unsere Fantasie, unsere Wünsche, Träume und Sehnsüchte zu bewahren. Er zielt damit mitten in die Herzen. Vom Autor des kleinen Büchleins suchen wir vom Vornamen den ersten (2) Buchstaben, vom letzten Wort des deutschen Titels den letzten (21) Buchstaben.

Der gesuchte Autor gilt als einer der größten Grantler der österreichischen Nachkriegsliteratur. Ein gnadenloser Kritiker war er, der unserem Nachbarland den Spiegel vorhielt, der Doppelmoral und Heuchelei entlarvte in einer Mischung aus gnadenloser Polemik und unfassbar witziger Groteske. Natürlich liebte er die Caféhäuser, und im Grunde ist er eine Figur, wie sie wohl nur die österreichische Literatur hervorbringen konnte – in bester Tradition von Karl Kraus und Peter Altenberg. Doch jenseits aller beißenden Kritik und abgesehen von dem kratzbürstigen Humor hat unser Autor auch Bücher geschaffen, in denen er seine eigene Autobiographie verarbeitete. So auch in dem gesuchten Roman, der von einer traumatischen Kindheit erzählt, deren einziger Lichtschein ein verständnisvoller und gütiger Großvater war. Vom Vornamen des Autors suchen wir den ersten (26) und vierten (12) Buchstaben, vom zweiten Wort des Buchtitels den letzten (15) Buchstaben.

Unter dem Schutz der Bettdecke erzählen sich Kinder vielleicht auch mal Schauermärchen, bei denen es sich ganz wunderbar gruseln lässt. Immer den Lichtschalter in greifbarer Nähe, falls die Angst dann doch mal zu groß wird. Ein Meister des Schauerromans war auch unser nächster Autor, zugleich auch ein großer Musikliebhaber. Als Vertreter der Schwarzen Romantik in Deutschland schuf er Nachtstücke, unter denen sich auch eine Erzählung findet, in welcher eine sonst den Kindern freundlich und liebevoll zugetane Figur zu einer bösen und furchterregenden Schreckgestalt wird. Wie heißt dieser Autor? Von seinem Nachnamen suchen wir den letzten Buchstaben (9). Vom zweiten Wort des Titels suchen wir den fünften (17) und letzten (23) Buchstaben.

Aus dem 19. Jahrhundert springen wir in die Gegenwart. Das Buch ist erst in diesem Jahr erschienen, und es spielt am höchsten englischen Gerichtshof. Dort ist die Hauptfigur Richterin für Familienangelegenheiten und soll über das Schicksal eines Jungen entscheiden, dessen Religion – er ist Zeuge Jehovas – ihm verbietet, sich einer lebensnotwendigen Bluttransfusion zu unterziehen. Die Richterin entscheidet für das Leben des noch minderjährigen Jungen, doch sie lässt ihn viel zu nahe an sich heran, was schließlich katastrophale Folgen haben wird. Wie heißt der gesuchte Autor, der zu den wichtigsten und erfolgreichsten englischen Schriftstellern der Gegenwart gehört? Von seinem Vornamen suchen wir den ersten (13) Buchstaben, vom ins Deutsche übersetzten Buchtitel den fünften (6) und vorletzten (7) Buchstaben.

Und noch ein Buch aus dem Jahr 2015, dieses Mal ein deutscher Roman, dessen Buchtitel auch eine Bezeichnung für Menschen ist, denen das Leben nicht allzu viel anhaben kann, die immer durchkommen, auch wenn es ungemütlich oder gar gefährlich, ja lebensbedrohlich wird. Dies gilt alles auch für die Hauptfigur dieses Romans, deren Leben wir verfolgen können: von den letzten Kriegsjahren an der Ostfront, über die Nachkriegszeit, die Studentenrevolte und den deutschen Herbst bis hin zur Wiedervereinigung. Der ehemalige Überzeugungstäter in einem Spezialkommando der Wehrmacht wandelt sich zum extremen Linken, der als Kantexperte an der Frankfurter Uni lehrt. Der gesuchte Autor, geboren in Darmstadt, wo er auch zur Schule ging, hat für den beschriebenen Roman Briefe seines Vaters verwendet und auch mit diesen autobiographischen Elementen ein packendes deutsches Panorama erschaffen. Von seinem Nachnamen brauchen wir den vierten (16), vom zweiten Wort des Titels den dritten (3) und zehnten (5) Buchstaben.

Traurig, unendlich traurig geht es in dem Gedichtzyklus eines Lyrikers aus dem 19. Jahrhundert zu. Wie auch anders, schließlich verarbeitet der verzweifelte Vater darin den Tod gleich zweier Kinder. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich ein Komponist von den Warnungen seiner Frau nicht davon abhalten lassen, vier der Gedichte zu vertonen. Für seine Frau beschwor er ein Unheil herauf, was sich drei Jahre später tatsächlich bestätigen sollte, als die beiden ihre Tochter verloren. Wie heißt der Komponist? Von seinem Vornamen brauchen wir den ersten (24) zweiten (10) und vierten (14), vom Nachnamen den letzten (20) Buchstaben.

Der nächste Autor ist einer der wenigen lebenden Großschriftsteller der deutschen Literatur. Er hat quasi alle Preise gewonnen, die man in Deutschland gewinnen kann: Büchnerpreis, Friedenspreis des deutschen Buchhandels, nur der Nobelpreis, der fehlt ihm. Den hat aber mit Günter Grass zumindest ein ehemaliger Gruppe-47-Genosse unseres Autors gewonnen. Das gesuchte Buch spielt in Dresden, Berlin und Wiesbaden und schildert die Probleme eines jungen Mannes beim Erwachsenwerden. Von seiner Mutter vermag er sich nicht zu lösen, statt endlich ein eigenes Leben zu beginnen, träumt er sich in seine Kindheit zurück und hält die Vergangenheit in Erinnerungsstücken und Fotos fest. Nach dem Tod der Mutter wird sein Verhalten regelrecht manisch. Er richtet sich ein Museum der eigenen Kindheit ein und gedenkt der geliebten Mutter in mehreren Erinnerungsstätten. Vom Vornamen des Autors brauchen wir den vierten (8), vom Nachnamen den vorletzten (19) und letzten (11) Buchstaben. Vom letzten Wort des Titels suchen wir den fünften (18) Buchstaben.

Zum Abschluss gehen wir nochmals zurück zur Jahrhundertwende, zu einem österreichischen Schriftsteller, der einen unvollendeten Mammutroman hinterlassen hat, dessen Bedeutung für die Moderne mindestens so groß ist wie „Ulysses“ von James Joyce. Wir suchen den Romanerstling des Schriftstellers, in dem er die autoritäre Erziehung im kaiserlich-königlichen Österreich anprangert und zugleich eine Art pathologische Untersuchung der männlichen Pubertät vornimmt. Schließlich kannte auch er, wie alle seine künstlerisch tätigen Zeitgenossen, seinen Freud. Wie heißt der gesuchte Autor? Von seinem Vornamen brauchen wir den vierten (22), vom Nachnamen den ersten (1), zweiten (25) und dritten Buchstaben (4)

Die Preise: Lesestoff für Rätselfans

Teilnahmeschluss ist Freitag, 15. Januar 2016.

Zu gewinnen gibt es:

1. Preis: Neil MacGregor: „Deutschland. Erinnerungen einer Generation.“ Ein fulminantes Kaleidoskop der deutschen Geschichte – aus der Außenperspektive des Engländers.

2.-6. Preis: Rolf Lappert: „Über den Winter“. Ein Familienroman, der von Verlusten ebenso erzählt wie von den kleinen, intimen Momenten der Gemeinschaft. Ein nachdenkliches Buch, in einer leisen und unspektakulären Sprache geschrieben.

7.-11. Preis: Jenny Erpenbeck: „Gehen, ging, gegangen.“ Die Flüchtlingskrise als Thema eines berührenden Romans.

12.-20. Preis: Michael Braun (Hrsg.): Der Lyrik-Taschenkalender 2016