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Sport

Das Mentalitätsproblem als neues Handicap beim FCK

FCK dilettiert in die Sackgasse – Arminia Bielefeld demonstriert lammfrommem FCK, wie Abstiegskampf funktioniert

Von Oliver Sperk & Horst Konzok

Kann man machen, muss man machen? Robert Glatzel scheitert an Daniel Davari. ( Foto: KUNZ)

Problemberg Betzenberg: Das Qualitätsdefizit in der Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern ist an der Zweitliga-Tabelle überdeutlich abzulesen.

 

Meier diente den Arminen, auf dem Tiefpunkt angekommen, am Freitag als personifizierter Motivator. „Wir haben Norbert Meier viel zu verdanken. Wir wollten ihm zeigen, dass es vielleicht ein Fehler war, dass er letztes Jahr einfach gegangen ist“, mochte Christoph Hemlein seine Genugtuung nach dem sehr verdienten Sieg nicht verbergen. Er ließ mit seinem Tor des Willens nach Behrendt-Flanke drei Minuten nach dem Seitenwechsel die Bielefelder auf die Siegerstraße gegen einen Gegner einbiegen, der fortan – Ausnahme Julian Pollersbeck – so ziemlich alles vermissen ließ, was Abstiegskampf ausmacht.

Den Marschbefehl von Interimscoach Carsten Rump, „das Stadion zurückzugewinnen“, setzte Fabian Klos, der Kapitän und Torjäger, nach nicht einmal 180 Sekunden um, als er Tim Heubach weglief und Pollersbeck zu einer ersten Glanztat zwang.

„Es gab heute kein Aufbäumen, kein Spieler außer Pollersbeck, der nichts an den Gegentoren machen kann, hat Normalform erreicht“, stellte Uwe Stöver restlos bedient fest.

Der Sportdirektor, der das Ziel einstelliger Tabellenplatz ausgerufen hatte, weiß längst, was die Uhr geschlagen hat. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nach vier Spielen ohne Sieg nur noch fünf Punkte. Seit dem Hinrunden-0:0 gegen die Bielefelder war wenigstens auf die Defensive Verlass, aber nun bröckelt auch – trotz Pollersbeck – das Bollwerk. Acht Gegentore in den letzten vier Spielen mit zwei Remis und zwei Niederlagen sagen viel. Der Trainer bemängelte Mentalitätsprobleme, vermisste das energische Dazwischenfunken, stattdessen versuchte seine Mannschaft, ihre technische Pseudoüberlegenheit auszuspielen. Beispiel Jacques Zoua: Er hat Klasse, er kann Wucht ins Spiel bringen, seine Vita verrät aber auch, dass er zu wenige Tore schießt. Auf der Alm versuchte sich Zoua mit einigen Soli, verlor Bälle, verlor Zweikämpfe und ließ sich staunend den Schneid abkaufen. Über zwei starke Flügel – rechts Hemlein und Michael Görlitz, vor allem aber links mit Sebastian Schuppan und Florian Hartherz – nahm Arminia den FCK in die Zange. Augenscheinlich, dass Sebastian Kerk fast keinen Stich bekam, Phillipp Mwene oft allein ließ, der der körperlichen Wucht Hartherz’ gar nicht gewachsen sein konnte. Katastrophal das Aufbauspiel der Lauterer – da passte sich selbst Ewerton dem Niedrigniveau an. Aus der Abwehr heraus geriet das Spiel ins Stocken. „Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren. Vor den Gegentoren haben wir zweimal unnötig einen Freistoß gegen uns fabriziert. Wir hatten zu viele einfache Fehler drin, zu viele Ungenauigkeiten im Abspiel“, diagnostizierte Daniel Halfar zu Recht – und war selbst ein Teil des Problems. Der Kapitän besitzt eine feine Technik, aber er vermochte die Malaise im Vorwärtsspiel nicht mal ansatzweise zu kurieren. Er jagte hinter dem Ball her, die Bielefelder ließen die Kugel und den bemitleidenswerten Halfar laufen, der sich aufrieb.

Robert Glatzel hätte das Spiel in eine andere Richtung lenken können, er hätte Bielefelds Hochstimmung im Spiel eins nach Jürgen Kramny dämpfen können. Doch der Stürmer, der sich weiter im Vertragspoker befindet, scheiterte nach Kerks Kopfball-Zuspiel (31.) und auch nach einem sehenswerten Solo am guten Schlussmann Davari (39.). Das war denn auch der letzte Arbeitsnachweis des Stürmers, der den Torhüter nur halbherzig und alibimäßig anlief.

Gewiss, das Fernsehbild beweist, dass Sebastian Schuppan beim 2:0 im Abseits stand (75.). Aber mit dem Ergebnis war der FCK, der bei einem Pfostenschuss Klos’ Glück hatte (62.), noch gut bedient. „Wir brauchen uns nichts vorzumachen, wir haben auch in der ersten Halbzeit nicht gut Fußball gespielt“, gestand Marcel Gaus, der beim 0:1 Hemlein übersah, aber tüchtig ackerte. „Wir waren alle miteinander im Verbund nicht gut – das war zu wenig. Bielefeld hat Druck entfacht, weil wir es nicht verstanden haben, diesen Druck zu unterbinden. Unser Spiel nach vorne war zu fehlerbehaftet, wir hatten keine Ideen“, sagte Gaus nach dem Lauterer Trauerspiel. Am 2. April kommt Aufstiegsaspirant Eintracht Braunschweig.

+++ Pfalz-Ticker +++

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