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Samstag, 18. Oktober 2014 Drucken

Haßloch

Attraktionen auf der Verkaufsliste

Von Gerd-Uwe Haas

 

Wird in der Winterpause abgebaut: „Bounty Tower“. (Foto: Mehn)

Im Angebot: „Hollys Autofahrt“. (Foto: Mehn)

Hassloch: Der Holiday Park hat den „Bounty Tower“ verkauft. An die Stelle der 20 Jahre alten Attraktion soll bis 2015 ein neues Fahrgeschäft kommen. Das hat Parkmanager Bernd Beitz auf Anfrage der RHEINPFALZ bestätigt. Zum Verkauf stehen außerdem die „Spinning Barrels“, an denen im August ein Mädchen ums Leben kam, und „Hollys wilde Autofahrt“.

 

Der „Bounty Tower“, ein 1994 eröffnetes Rundfahrgeschäft des Herstellers Huss Rides, bringt die Fahrgäste in über 30 Meter Höhe. Insgesamt 28 Gondeln für je zwei Personen rotieren an vier Armen um den Turm. Die Attraktion gehöre zu den drei Fahrgeschäften, von denen sich Parkbetreiber Plopsa trenne beziehungsweise trennen wolle, weil diese entweder in die Jahre gekommen seien oder nicht mehr ins Konzept des Holiday Parks passten, sagte Parkmanager Bernd Beitz gestern auf Anfrage. Das Unternehmen wolle solche Fahrgeschäfte durch modernere ersetzen.

Über den Preis, der beim Verkauf des „Bounty Towers“ erzielt wurde, machte er keine Angaben. Da der Verkauf von gebrauchten Freizeitpark-Attraktionen gewöhnlich über Agenturen abgewickelt werde, könne er auch nicht sagen, wo der „Bounty Tower“ künftig seine Runden drehen wird. In der Winterpause soll das Fahrgeschäft abgebaut werden. Klar sei, dass auf diesem Gelände bis zum Saisonstart 2015 eine neue Attraktion entstehen soll. Die Geschäftsleitung von Plopsa habe aber noch nicht entschieden, welche das sein werde.

Verkaufen will das Unternehmen nach den Worten von Beitz auch das Unglücks-Karussell „Spinning Barrels“. Im August war an dem Fahrgeschäft ein elfjähriges Mädchen ums Leben gekommen, als es auf einer sich drehenden Plattform gestürzt war und von einem rotierenden Fass mitgeschleift wurde. Wie am 16. Oktober berichtet, sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankenthal noch nicht abgeschlossen. Nachdem ein technischer Defekt als Unfallursache nahezu ausgeschlossen werden konnte, wird gegen den Mitarbeiter, der am Unglückstag das Fahrgeschäft bediente, wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, und darüber hinaus soll geklärt werden, ob der Mann ausreichend in seine Arbeit eingewiesen worden war.

Laut Parkmanager Beitz steht der beabsichtigte Verkauf der „Spinning Barrels“ nicht in Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall. Bereits vor dem tragischen Ereignis vom 15. August habe Plopsa entschieden gehabt, sich von drei Attraktionen, darunter dieses Fahrgeschäft, zu trennen: „Schon länger standen die ,Spinning Barrels’ zur Disposition“, sagte Beitz. Seines Wissens gebe es derzeit noch keine Interessenten. Auch auf diesem Gelände sei eine neue Attraktion geplant.

Die 14 Jahre alten „Spinning Barrels“ werden derzeit auf der englischsprachigen Internet-Verkaufsplattform www.amusement-rides.com angeboten, die von der United International Leisure AG betrieben wird. Die Verfügbarkeit des Fahrgeschäfts wird dort mit November 2014 angegeben.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Hubert Ströber von der Staatsanwaltschaft Frankenthal sagte dazu gestern auf Anfrage, ihm sei die Absicht, das Unglücks-Karussell zu verkaufen, nicht bekannt. Grundsätzlich stelle es kein Problem dar, die „Spinning Barrels“ zum Verkauf anzubieten, auch wenn die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien. Das wäre theoretisch nur der Fall, wenn das Fahrgeschäft vor deren Abschluss abgebaut würde. Allerdings müsse die Staatsanwaltschaft in Absprache mit dem Tüv-Gutachter klären, ob weitere Untersuchungen oder beweissichernde Maßnahmen an dem derzeit immer noch abgesperrten Fahrgeschäft notwendig seien.

Dritte Attraktion, von der sich der Holiday Park trennen will, ist die Familien-Achterbahn „Hollys wilde Autofahrt“, die erst im Sommer 2010 als Kernstück des Themenparks „Holly’s Cartoon Town“ eröffnet wurde. Die bis zu 20 Meter hohe und 370 Meter lange, comicartig gestaltete Berg- und Talfahrt wurde nur wenige Monate vor der Übernahme des Holiday Parks durch Plopsa – also noch unter Regie des damaligen Parkchefs Wolfgang Schneider – in Betrieb genommen. Das erklärt laut Parkmanager Beitz, warum die für 1,5 Millionen Euro gebaute Attraktion schon nach vier Jahren verkauft werden soll: „Sie passt nicht mehr ins heutige Konzept von Plopsa.“

Bereits zum Saisonende 2013 hatte der 1979 errichtete „Superwirbel“ seine letzte Runde gedreht und der in diesem Jahr eröffneten Achterbahn „Sky Scream“ Platz machen müssen.