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Speyer Land

Junge Leute an der Angel

Angeln ist als Hobby bei den Unter-30-Jährigen beliebt. Das zeigt die Anzahl der jungen Menschen, die in den vergangenen Jahren die Fischerprüfung absolviert haben. Marina Zettler aus Dudenhofen ist eine von den begeisterten Anglern. Die 24-Jährige, die seit sieben Jahren dem Angelsportverein Lingenfeld angehört, engagiert sich als Jugendwartin im Verein.

Von Nadine Herrmann

Beim Angeln seien Geduld und Erfahrung gefragt, um Misserfolge mit Gelassenheit hinzunehmen. Außerdem komme es auf die richtige Ausrüstung und Köderwahl an, um jedem Zielfisch gerecht zu werden, sagt Marina Zettler: Sie ist Jugendwartin beim Angelsportverein Lingenfeld.

Beim Angeln seien Geduld und Erfahrung gefragt, um Misserfolge mit Gelassenheit hinzunehmen. Außerdem komme es auf die richtige Ausrüstung und Köderwahl an, um jedem Zielfisch gerecht zu werden, sagt Marina Zettler: Sie ist Jugendwartin beim Angelsportverein Lingenfeld. ( Foto: Lenz)

«Lingenfeld/Dudenhofen.»Wenn Marina Zettler für vier bis fünf Tage am See sitzt und mit ihren Vereinskameraden angelt, genießt sie es ohne Uhr und ohne Termine zu leben. „Man wacht auf, wenn man wach wird, und isst, wenn man Hunger hat“, sagt die 24-Jährige und lächelt. Bei diesen mehrtägigen Angelausflügen schläft sie auf einer Liege und wäscht sich im See. „Wir leben ohne Strom und ohne Toilette“, sagt Zettler. Sie nennt diese Tage Kurzurlaub. Die Dudenhofenerin arbeitet als Stationssekretärin im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus in Speyer. Ihre Arbeitskolleginnen können ihre Faszination für das Angeln nicht nachvollziehen. „Von den Männern gibt es mehr Verständnis“, sagt Zettler und lacht.

Schon mit drei Jahren war die junge Frau bei ihrer Oma in Lingenfeld mit einer selbst gebastelten Angel unterwegs und hat im angrenzenden Bach kleine Fische wie Stichlinge gefangen. „Meine erste Jugendliebe habe ich dann regelmäßig zum Angeln am Rhein in Speyer begleitet“, erzählt Zettler. Mit 16 Jahren absolvierte sie die Angelsportprüfung und erwarb den Fischereischein. Zum Angelsportverein (ASV) Lingenfeld kam die Dudenhofenerin im Jahr 2010, weil sie dort schon einige Mitglieder kannte und der Verein einige Angebote wie die vier Vereinsgewässer und den Stammtisch habe, begründet sie.

An ihrem Hobby fasziniert die 24-Jährige die Artenvielfalt an den Gewässern mit den Fischen, Vögeln und anderen Tieren. Außerdem gefällt ihr das Leben in der Natur ohne Strom und fließendes Wasser sowie das Kochen und Zelten. Diese Faszination will Zettler anderen Jugendlichen weitergeben. Seit vier Jahren ist sie Jugendwartin des Vereins und kümmert sich um Aktionen wie den Umwelttag und das Jugendsommercamp an diesem Wochenende. Außerdem will sie den Jugendlichen den artgerechten Umgang mit Fischen vermitteln und erreichen, dass die jungen Menschen im Verein bleiben. Als Zettler als Jugendwartin begann, bestand die Anglerjugend beim ASV aus vier Kindern. Heute sind es mehr als 20 Jugendliche, die regelmäßig angeln gehen – darunter vier Mädchen.

Von März bis Oktober beschäftigt sich Zettler jeden Tag mit ihrem Hobby: „Wenn es zeitlich passt, gehe ich dann jedes Wochenende und manchmal unter der Woche ein paar Stunden angeln“, sagt sie. Für sie ist es ein Hobby, das mit Sport verbunden ist. „Wir rudern und sind den ganzen Tag an der Luft“, sagt die 24-Jährige. Einen Wettkampf, wer die meisten Fische fängt, gebe es nicht. Stattdessen wechseln sie und ihre Anglerfreunde sich beim Herausziehen der Fische ab.

Der größte Fisch, den Zettler gefangen hat, war im Oktober ein 1,97 Meter großer Wels. „Das war um 23 Uhr, wir wollten gerade schlafen gehen“, erinnert sie sich. Das Angeln des Welses hat ihr einige Blessuren eingebracht: Rückenschmerzen und blaue Flecken hatte sie am nächsten Tag. Das kann die 24-Jährige jedoch verkraften.

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