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Speyer

Es wird wieder rutschig

Von Falk Reimer

Bislang nur Grafik: So soll die neue Schlittschuhbahn auf dem Weihnachtsmarkt aussehen.

Bislang nur Grafik: So soll die neue Schlittschuhbahn auf dem Weihnachtsmarkt aussehen. ( Grafik: Stadt)

Anfang des Jahrzehnts konnten die Domstädter zuletzt auf dem Weihnachtsmarkt Schlittschuh fahren.

Anfang des Jahrzehnts konnten die Domstädter zuletzt auf dem Weihnachtsmarkt Schlittschuh fahren. ( Archivfoto: Lenz)

Die Speyerer können ihre Kufen entstauben: In diesem Winter wird erstmals seit 2009/10 wieder vor dem Altpörtel eine Schlittschuhbahn aufgebaut. Details wurden am Mittwoch vorgestellt. Die Bahn funktioniert ohne Eis. Damit sollen die Probleme der Vergangenheit behoben werden.

Mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen haben die zuständige Beigeordnete Stefanie Seiler (SPD) und Schausteller Freddy Zinnecker gestern um 14 Uhr verkündet, dass der Vertrag von Stadt und Schaustellerbetrieb unterzeichnet wurde. Zum Weihnachts- und Neujahrsmarkt, 27. November bis 7. Januar, wird vor dem Altpörtel wieder eine Schlittschuhbahn stehen. Die grundsätzliche Entscheidung der Verwaltung für das rutschige Vergnügen ist bereits seit rund einem Monat bekannt (die RHEINPFALZ berichtete), gestern wurden die Details der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Wir bauen eine synthetische Eisbahn auf. Die Platten sind vergleichbar mit Teflon, sie imitieren Natureis und werden wie Parkett verlegt“, sagte Betreiber Zinnecker (Passau). Künstliches oder natürliches Eis werde somit nicht benötigt.

Synthetische Eisbahn

Dadurch seien auch die Probleme, die durch die Eisbahn in der Vergangenheit verursacht wurden, Geschichte. Ohne laute Generatoren, die für die Kühlung sorgen sollen, gebe es keine störende Lärmkulisse. Störende Schläuche auf der Fahrbahn der Maximilianstraße werden nicht verlegt, somit soll es keine Probleme für den Lieferverkehr oder Busse geben, so Seiler. Dazu habe sich die Stadt mit der Feuerwehr beraten, es würden feste Plätze für mögliche Einsätze freigehalten.

Tagesticket kostet fünf Euro

Die Bahn sei bei allen Witterungsverhältnissen befahrbar, erläuterte Zinnecker. Mit einer Fläche von 200 Quadratmetern, Abmessung: 20 auf zehn Meter, sei die Bahn etwas kleiner als die Vorgängerin, die bis 2010 vor dem Tor gestanden habe. Die Fahrten seien günstig, ein Tagesticket soll beispielsweise fünf Euro kosten. Der Betrieb verleiht Schlittschuhe – oder die Speyerer bringen ihre eigenen mit. „Wir müssen sie aber leicht umschleifen, damit die Bahn nicht beschädigt wird“, sagte Zinnecker. Das Winter-Angebot richte sich vor allem an Kinder, so werden Disney-Eiskönigin Elsa und ihre Schwester Anna die Bahn besuchen, Pinguine und Eisbären helfen unsicheren Läufern. Natürlich dürfen auch Erwachsene fahren.

Die Optik soll in die historische Altstadt passen und die Sichtlinie zum Altpörtel nicht verstellt werden. „Für Speyer machen wir alles komplett neu“, sagte Zinnecker. „Es wird auf keinen Fall aussehen wie auf dem Rummel.“ Gedämpftes Licht, weihnachtliches Ambiente – dafür sorgt ein eigens engagierter Dekorateur. Das alles habe viel Geld gekostet, eine genaue Summe will er nicht nennen. Um das wieder einzuspielen, wird es nicht bei einem einmaligen Gastspiel bleiben: Der Vertrag läuft über mehrere Jahre, zur Laufzeit machten beide Seiten keine genaueren Angaben.

Gastronomie und Kinderkarussell

Gegenfinanzieren will Zinnecker, der den Betrieb bereits seit zwölf Jahren leitet, dies alles aber auch mit weiteren Ständen bei der Bahn: Unter anderem Gastronomie (inklusive der beheizten Altpörtel-Stube) sowie ein doppelstöckiges Kinderkarussell. Alles wird von Zinnecker, dessen Familie bereits seit 16 Generationen im Schaustellergewerbe tätig sei, betrieben. Ziel sei es, mit der Bahn als Hauptattraktion viele Besucher zum etwas abseits liegenden Altpörtel zu locken.

Dafür müssen andere weichen, unter anderem die Kinderbackstube oder der Süßwarenanbieter Stengler. Diese Stände werden auf den Hauptweihnachtsmarkt wandern. Seiler kündigte an, zu den weiteren Veränderungen auf dem Markt später detailliert zu informieren.

Zinnecker ist in der Domstadt kein Unbekannter. Auf dem Frühjahrs- und Herbstmarkt betreibt er seit 2005 immer wieder unterschiedliche große Attraktionen: Unter anderem den Hopser, den Frisbee und das mehrstöckige Laufgeschäft Freddy’s Circus. Um der Bahn einen möglichst gelungenen Start zu verschaffen, wird sie zwei Tage vor dem Hauptweihnachtsmarkt, am 25. November, eröffnet.

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