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Kusel

Wasgau-Schließung in Kusel: Mit allen Mitarbeitern geeinigt

Kusel: Wasgau beschäftigt die meisten Mitarbeiter nach Schließung des Marktes im Industriegebiet weiter – Kein Globus-Interesse

von Astrid Böhm

und Torben Müller

Ende in Sicht: Mit dem Wasgau-Markt zieht auch Friseur Jung aus dem Gebäude im Industriegebiet aus. Die Parkplätze für die Kreissparkasse sind nicht betroffen.

Ende in Sicht: Mit dem Wasgau-Markt zieht auch Friseur Jung aus dem Gebäude im Industriegebiet aus. Die Parkplätze für die Kreissparkasse sind nicht betroffen. ( Foto: Sayer)

Im Wasgau-Markt in der Industriestraße kann am 28. Oktober zum letzten Mal eingekauft werden. Auch den letzten Haarschnitt gibt es dann bei Friseur Jung. Seine Mitarbeiterinnen werden alle in andere Filialen wechseln, bei Wasgau werden einige Aushilfskräfte gehen.

„Mit allen Mitarbeitern wurde für deren Zukunft bei Wasgau eine einvernehmliche Lösung gefunden“, teilte Wasgau-Marketingleiterin Isolde Woll gestern auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Die Firma müsse sich von acht Aushilfskräften trennen, „für die beispielsweise eine längere Fahrtzeit zu einem umliegenden Markt nicht in Frage käme“. 55 Mitarbeiter sind als Vollzeit-, Teilzeit- und Aushilfskräfte derzeit in dem Supermarkt im Industriegebiet beschäftigt.

Auch Friseur Jung schließt

Am Samstag, 28. Oktober, wird dort der letzte Verkaufstag sein. Auch der angeschlossene Friseur Jung öffnet an diesem Tag zum letzten Mal, der Betrieb des Kreissparkasse-Geldautomaten außen am Gebäude wird eingestellt. Der Mietvertrag laufe zwar erst zum Jahresende aus, teilte die Wasgau AG mit, allerdings würden im November und Dezember noch der „Standort geräumt und die Rückgabe an den Eigentümer vorbereitet“.

Seit Anfang der 1970er Jahre ist Wasgau Mieter der Immobilie mit 3300 Quadratmetern Verkaufsfläche. „Der Markt war auf Grund seiner langen Historie ,Kult’ in Kusel“, weiß auch Wasgau. Das Unternehmen sei mit der Entwicklung immer zufrieden gewesen, teilte Woll mit.

Keine gemeinsame Lösung gefunden

Trotz intensiver Gespräche sei es zu keiner gemeinsamen Lösung für die Zukunft am Standort gekommen, erklärte sie. Eigentümer des Objektes ist eine Eigentümergemeinschaft, erklärte der Objekt-Verwalter Friedrich Hoffmann. Der Immobilienverwalter aus der Nähe von München erläuterte, dass Kontakt schon vor längerer Zeit aufgenommen worden ist, Wasgau eine umfangreiche Modernisierung oder einen Neubau erreichen wollte. „Eine Genehmigung für die damit verbundenen hohen Investitionen fand aber aufseiten der Eigentümergemeinschaft nicht die notwendige Zustimmung“, so Hoffmann weiter. Eine mehrjährige Verlängerung des Mietvertrags ohne umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen oder einen Neubau durch die Eigentümer sei aber von Wasgau als nicht tragbar erachtet worden.

Auf die Frage, ob Wasgau einen neuen Markt in Kusel plane, verwies Isolde Woll auf Märkte in der Innenstadt und umliegenden Gegend. Jener in Lauterecken wird am Dienstag, 19. September, nach Umbau wieder eröffnet.

Mehrere treffen mit Wasgau-Vertretern

Drei Mitarbeiterinnen hat Friseur Jung. Auch diese wissen schon, wie es in Zukunft weitergeht: Zur Firma Jung Friseure mit Sitz in Baumholder gehören – aktuell noch – sechs Geschäfte. Die Angestellten, zwei in Voll- und eine in Teilzeit, werden in die Filialen in Freisen und Birkenfeld wechseln, teilte Inhaber Ulrich Jung gestern auf Anfrage mit.

Es habe in den vergangenen Wochen mehrere Treffen mit Wasgau-Vertretern gegeben, berichtete der Untermieter. Er habe sich trotz längerer Mietvetragslaufzeit entschieden, gleichzeitig mit dem Ende des Supermarktes zu schließen. Er lobt das Miteinander mit der Wasgau AG und äußert Verständnis für die Entscheidung. Er plane zwar aktuell keine neue Filiale in Kusel zu eröffnen, könne sich aber eine Zusammenarbeit mit Wasgau vorstellen, sollte ein neuer Supermarkt entstehen. „Die Symbiose mit dem Markt war vorteilhaft“, meint er. Vor etwa 22 Jahren habe sein Vater den Laden vom Vorgänger übernommen.

Parkplätze nicht betroffen

Die Kreissparkasse Kusel erklärte, sie sei auf der Suche nach Alternativen für den abzubauenden Geldautomaten. Die Parkplätze für die fahrbaren Geschäftsstellen rechterhand des Marktes seien von der Kündigung und Schließung des Wasgau-Marktes nicht betroffen.

Entgegen anderslautender Gerüchte plant das St. Wendeler Einzelhandelsunternehmen Globus nach RHEINPFALZ-Information kein SB-Warenhaus auf dem Gelände.

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