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Kusel

Ein Dorf im Schockzustand

NANZDIETSCHWEILER: Nach schwerem Unfall mit 27 verletzten Straußjugendlichen – Nanzweilerer Kerwe abgesagt

Großaufgebot: Polizei, Katastrophenschutz, Rettungsdienste und mehrere Feuerwehren waren am Samstagnachmittag am Bettenhausener Kreisel. Auch vier Rettungshubschrauber waren im Einsatz.

Großaufgebot: Polizei, Katastrophenschutz, Rettungsdienste und mehrere Feuerwehren waren am Samstagnachmittag am Bettenhausener Kreisel. Auch vier Rettungshubschrauber waren im Einsatz. ( Foto: m. hoffmann)

Nach dem schweren Unfall, bei dem am Samstag 27 junge Menschen verletzt wurden, fällt die Nanzweilerer Kerwe am kommenden Wochenende aus. Das sagte Nanzdietschweilers Ortsbürgermeister Martin Holzhauser auf Nachfrage. Das Unglück ereignete sich bei der Kerweausfahrt,

Von fünf Schwerverletzten war zunächst die Rede gewesen, Martin Holzhauser berichtete nun, er habe die Rückmeldung bekommen, dass sich sechs Menschen schwerer verletzt hätten. Drei von ihnen waren per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen worden. Bei den jungen Leuten, die am Samstag auf dem Anhänger saßen, der – von einem Traktor gezogen – gegen 16 Uhr im Kreisverkehr beim Glan-Münchweilerer Ortsteil Bettenhausen umgekippt war (Die RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete), habe es sich um die Straußjugend aus Nanzweiler gehandelt, die die „Kerwe ausgefahren“ hatte.

Holzhauser kündigte an, noch am heutigen Montag den Schaustellern fürs kommende Wochenende abzusagen, sein Kerwe-Grußwort aus allen amtlichen Bekanntmachungen zurückzuziehen. Mit denjenigen „Straußbuwe und -määd“, die bei dem Unfall leicht verletzt wurden, sowie mit dem Straußwirt sei ebenfalls schon besprochen worden, „dass die Kerwe grundsätzlich ausfallen wird“.

Es sei für alle im Dorf schwierig, wie mit der Situation umzugehen sei, aber eine solche Entscheidung könne „nicht erst am Mittwoch oder Donnerstag“ fallen. Der auch gestern noch hörbar mitgenommene Ortsbürgermeister sagte: „Wir können doch jetzt keine Kerwe hochleben lassen – für wen denn?“

Martin Holzhauser war nach dem Unfall zum Bettenhausener Kreisel geeilt und hatte sich ein Bild gemacht. „Das war wie ein Katastrophenszenario“, sagte er. Neben Polizei, Katstrophenschutz, elf Rettungs- und Notarztfahrzeugen sowie vier Rettungshubschraubern waren mehrere Feuerwehren im Einsatz. Holzhauser zollte der Organisation bei den Einsatzkräften Respekt: „Das wird oft einfach so hingenommen, dass es mit solchen Rettungseinsätzen auf dem flachen Land funktioniert – zumal auch viele ehrenamtliche Helfer mit dabei waren.“

Die Polizei hatte bis gestern am frühen Abend noch keine neuen Erkenntnisse, wie es zu dem Unglück gekommen war. Noch am Samstagnachmittag hatte sie einen Gutachter eingesetzt, der die Unfallstelle unter die Lupe nahm.

Die Kerwe im Ortsteil Dietschweiler laufe indes weiter, berichtete der Nanzdietschweilerer Ortsbürgermeister – wenn auch mit sehr gebremster Stimmung. Zu dem Entschluss habe man sich in Dietschweiler nach Absprache mit der Nanzweilerer Straußjugend durchgerungen.

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