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Samstag, 21. Januar 2017 Drucken

Pirmasens

Hilfe aus Pirmasens: Winterstiefel und Puffreis für Amatrice

Palettenweise verlädt Andreas Würtz von der Firma Reno die Winterschuhe für die Erdbebenopfer in Italien. ( Foto: Buchholz)

Gastronom Giovanni Perrone organisiert Hilfstransport ins italienische Erdbebengebiet um Amatrice in den Abruzzen.

 

Der Laster mit 2000 Paar Kinder- und Damenschneeboots, gespendet von der Firma Reno, sowie jeder Menge Wawi-Puffreis, startete gestern Morgen in Pirmasens und wird am Samstagnachmittag in der an der Adria gelegenen Küstenstadt Montesilvano nahe Pescara erwartet. Dort wird der von Norbert Helber und Pietro Carta gefahrene 7,5-Tonner von Giovanni Perrone und den Pirmasensern Patrick Faroß und Christian Bartens empfangen. Das Trio ist am Freitag bereits mit einem Billigflieger in die Küstenstadt mit 54.000 Einwohnern in den Abruzzen geflogen, um vor Ort die letzten organisatorischen Dinge mit den Behörden abzusprechen. Von Montesilvano geht es dann weiter in das 70 Kilometer nördlich gelegene Küstenstädtchen San Benedetto del Tronto, in dem nach den verheerenden Beben am 24. August des vergangenen Jahres mit nahezu 300 Todesopfern ein Auffanglager für die mittellosen Opfer eingerichtet wurde.

„Dort werden wir die Schuhe hinbringen und von dort aus werden sie verteilt“, sagt Giovanni, der bereits mehrfach seinen italienischen Landsleuten nach Erdbeben- und Hochwasserkatastrophen in den zurückliegenden Jahren durch von ihm organisierte Sach- und Geldspenden geholfen hat. Die Mission am Wochenende ist allerdings auch eine Herzensangelegenheit des Wirtes. „Die Familie meiner Ehefrau Tanja kommt aus der Region“, sorgt sich Giovanni Perrone um die italienischen Verwandten, zu denen auch die Geschwister von Giovannis Gemahlin zählen.

Eingefädelt hat der umtriebige Italiener die ganze Aktion vor 14 Tagen in seinem Lokal „Liberta“ auf der Ruhbank. In seiner ureigenen Art organisierte er die 2000 Paar Winterschuhe der Firma Reno. Der Pirmasenser Schokoladenhersteller Wawi spendierte drei Paletten Puffreis. Sein Team und weitere Spender hatte er zudem schnell an der Hand. Schließlich müssen der Lkw, die Mautgebühr und der Sprit auch bezahlt werden. Die Finanzierung des Mietwagens hat eine große Pirmasenser Firma übernommen, Benzin und Straßenkosten werden abgedeckt durch kleinere Spenden. Zudem überreichten Kinder der Grundschule Ruhbank-Erlenbrunn noch einen Scheck in Höhe von 500 Euro für die akut vom Erdbeben betroffenen Familien. „Eine großartige Aktion der Grundschulkinder“, freut sich der italienische Pirmasenser über diese Zuwendung, die durch den Verkauf von selbst gebackenen Muffins zustande kam.

„Was ein Erdbeben anrichtet, können wir uns nicht vorstellen. Die haben nichts mehr“, sagt Helber, der schon im Jahr 2009 in Giovannis Hilfsprojekt in L’Aquila als Fahrer eingebunden war. „Da helfe ich gerne, ich habe ja Zeit“, erklärt der 62-jährige pensionierte Kriminalbeamte und spricht seinen Mitstreitern aus dem Herzen.

Der Italien affine Helber übernimmt direkt in Pirmasens das Steuer und hoffte vor der Abfahrt, die erste, rund 730 Kilometer lange Etappe bis nach Verona – über Innsbruck und Bozen – in rund acht Stunden zu bewältigen. Heute sollten dann rund sechs Stunden reichen, um nach rund 500 Kilometern an der Adria mit den Hilfsgütern anzukommen. Dort waren es gestern rund sechs Grad plus. In Erdbebengebiet selbst liegt derzeit über zwei Meter Schnee.

|pea

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